Zu den schönsten Aufgaben eines Bürgermeisters gehören sicherlich die Begegnungen mit Menschen, die sich in besonderer Weise engagieren und unsere Gemeinde weit über ihre Grenzen hinaus positiv vertreten. Eine solche Begegnung hatte ich vergangene Woche mit Hanna Hohe im Rathaus. Nachdem ich erfahren hatte, dass mit Hanna Hohe eine Ensdorfer Bürgerin bei den Special Olympics Nationalen Spielen Saarland 2026 nicht nur sportlich erfolgreich war, sondern als Athletensprecherin und Vizepräsidentin von Special Olympics Saarland eine so bedeutende Rolle übernommen hat, war es mir ein persönliches Anliegen, ihr hierzu herzlich zu gratulieren und mich mit ihr über ihre Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen. Schon zu Beginn unseres Gesprächs wurde deutlich, mit wie viel Begeisterung Hanna auf die vergangenen Wochen zurückblickt. Natürlich hatte sie auch ihre Bronzemedaille mitgebracht, die sie gemeinsam mit den Saar Panthers, dem Unified-Basketballteam von Special Olympics Saarland, bei den Nationalen Spielen gewonnen hat. Beim gemeinsamen Betrachten der Medaille erzählte sie mir eine Geschichte, die mich besonders beeindruckt hat. Als Athletensprecherin durfte Hanna an der Gestaltung der Medaille mitwirken. Neben der Ludwigskirche ist darauf auch das Saarpolygon abgebildet. Gerade die Auswahl dieses Motivs lag ihr als Ensdorferin besonders am Herzen. Sie setzte sich dafür ein, dass das Wahrzeichen ihrer Heimatgemeinde auf der Medaille seinen Platz findet. Ich finde, schöner kann man seine Verbundenheit mit Ensdorf kaum zum Ausdruck bringen. Im weiteren Gespräch berichtete Hanna von den vielen besonderen Momenten während der Nationalen Spiele. Besonders bewegend war für sie die Eröffnungsfeier im Saarbrücker Ludwigsparkstadion. Erst einen Tag zuvor hatte sie erfahren, dass sie gemeinsam mit ihrem Unified-Partner Jesse Veit die „Flamme der Hoffnung“ entzünden würde – ein Moment, den sie wohl nie vergessen wird. Vor rund 16.000 Zuschauerinnen und Zuschauern durfte sie außerdem den Eid der Athletinnen und Athleten sprechen:
„Ich will gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“
Ich finde, dieser Satz bringt die Werte der Special Olympics auf beeindruckende Weise zum Ausdruck. Es geht nicht allein um sportliche Erfolge oder Medaillen. Es geht um Mut, Respekt, Fairness und darum, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, sein Bestes zu zeigen. Obwohl Hanna gemeinsam mit den Saar Panthers zu den drei besten Unified-Basketballteams Deutschlands gehört, sprach sie während unseres Gesprächs nur selten über ihre eigenen Erfolge. Viel wichtiger war ihr der Teamgeist. Mit großer Wertschätzung erzählte sie von ihrer Mannschaft und davon, wie sehr der Zusammenhalt alle durch die Wettbewerbe getragen habe. Besonders stolz sei sie auf ihr Team. Ein Satz ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Für Hanna gibt es bei den Special Olympics keine Verlierer – jeder, der mitmacht, ist bereits ein Gewinner. Im Laufe unseres Gesprächs sprachen wir auch über ihren persönlichen Lebensweg. Hanna ist in Ensdorf aufgewachsen und durch ihre Familie eng mit unserer Gemeinde verbunden. Nach ihrer Schulzeit arbeitete sie zunächst in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Da sie sich dort jedoch nicht ausreichend gefordert fühlte, absolvierte sie ein Praktikum im Einzelhandel. Seit Anfang 2023 ist sie im Futterhaus auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. Auch dieser Weg zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Menschen zu fördern, ihnen etwas zuzutrauen und ihre Stärken zu erkennen. Natürlich interessierte mich auch ihre Arbeit als Athletensprecherin und Vizepräsidentin von Special Olympics Saarland. Mit großem Engagement setzt sie sich dafür ein, dass Athletinnen und Athleten ihre Interessen selbst vertreten und ihre Erfahrungen aktiv in die Verbandsarbeit einbringen können. Dieses Ehrenamt erfüllt sie mit großer Leidenschaft und einem bemerkenswerten Verantwortungsbewusstsein. Ein weiterer besonderer Moment der Nationalen Spiele war für Hanna die Abschlussfeier. Dort durfte sie gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern die Fahne der Spiele zusammenlegen und symbolisch an Nordrhein-Westfalen übergeben, wo die nächsten Nationalen Spiele stattfinden werden. Auch dies zeigt das große Vertrauen, das ihr innerhalb der Special Olympics entgegengebracht wird. Unser Gespräch hat mir einmal mehr vor Augen geführt, welche Kraft im Sport steckt. Er verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft, stärkt das Selbstvertrauen und eröffnet neue
Perspektiven. Gerade die Special Olympics leisten hierzu einen unschätzbaren Beitrag und zeigen auf beeindruckende Weise, wie Inklusion gelebt werden kann. Ich freue mich sehr, dass wir mit Hanna eine so engagierte Botschafterin der Special Olympics in unserer Gemeinde haben. Sie vertritt Ensdorf weit über die Gemeindegrenzen hinaus mit großer Herzlichkeit, Offenheit und einem außergewöhnlichen Engagement. Darauf dürfen wir als Gemeinde stolz sein. Als kleines Zeichen der Anerkennung habe ich Hanna zum Abschluss unseres Gesprächs einen Geschenkgutschein für den Ensdorfer Conceptstore ChakraFux überreicht. Für ihren weiteren persönlichen, beruflichen und sportlichen Weg wünsche ich ihr – auch im Namen der Gemeinde Ensdorf – von Herzen alles Gute.
Sommerfreude im Freibad braucht Rücksicht und klare Regeln
Die vergangenen Wochen haben uns außergewöhnlich hohe Temperaturen beschert. Für viele Menschen aus nah und fern ist unser Freibad dann ein wichtiger Ort: zum Abkühlen, für Sport, für gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden oder einfach für ein paar unbeschwerte Stunden im Sommer.
Unser Bad-Team hat in dieser Zeit Großartiges geleistet. Von früh bis spät, an besonders heißen Tagen weit über das übliche Maß hinaus, waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass die Wasserqualität stimmt, dass sich unsere Gäste wohlfühlen können – und sind im Notfall oft Lebensretter. Dafür gebührt ihnen ein herzliches Dankeschön. Leider wurde diese Arbeit in den vergangenen Wochen immer wieder durch einzelne Besucherinnen und Besucher erschwert. Es kam zu Regelverstößen, Rücksichtslosigkeiten und Situationen, die andere Badegäste und das Personal belastet oder verunsichert haben. In einzelnen Fällen war die Lage so angespannt, dass Gäste des Bades verwiesen wurden - und wenn der Einlass in unser Schwimmbad temporär gestoppt werden muss, dann ist dies kein böser Wille oder Willkür. Diese Maßnahme dient einzig der Sicherheit im Bad - nämlich zur Gewährleistung eines geordneten Badebetriebs. In dem Zusammenhang ist wichtig: Inhaber von Saisonkarten ist der Eintritt auch dann möglich.
Für uns ist es unerheblich, woher jemand kommt: Die Regeln unseres Freibades gelten für alle Menschen gleichermaßen. Unser Freibad heißt schwimmbegeisterte Gäste ausdrücklich willkommen — aus unserer Gemeinde, aus der Region und selbstverständlich auch aus dem benachbarten französischen Grenzgebiet. Die allermeisten Gäste begegnen dem Bad, dem Team und anderen Besucherinnen und Besuchern mit Respekt. Genau so soll es sein. Wer jedoch andere stört, Anweisungen ganz bewusst missachtet oder die Sicherheit gefährdet, muss mit Konsequenzen rechnen.
Dass der Einsatz eines (durchaus kostenintensiven) Sicherheitsdienstes inzwischen notwendig geworden ist, ist keine Entwicklung, die wir uns wünschen. Er dient nicht dazu, Menschen auszugrenzen, sondern dafür, dass das Bad-Team sich auf seine Kernaufgabe konzentrieren kann und alle Badegäste sich sicherer fühlen.
Mein persönlicher Appell lautet deshalb: Helfen wir alle mit, unser Freibad als Ort der Erholung und Begegnung zu bewahren. Rücksicht, Respekt und die Einhaltung der Regeln sind keine großen Forderungen — aber sie machen den entscheidenden Unterschied. Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass der Sommer im Freibad für alle eine schöne und sichere Zeit bleibt.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche und allen Schulkindern schöne Sommerferien.
Ihr Jörg Wilhelmy