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Neues aus Ensdorf
Ausgabe 4/2026
Bürgermeisterecke
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Bürgermeisterecke

v.l.n.r.: Frau Dalstein, Frau Engel - Mitarbeiterin Löwen Apotheke, Jörg Wilhelmy

Liebe Ensdorferinnen,

liebe Ensdorfer,

Wunschbaumaktion 2025

Auch in diesem Jahr hat unsere Wunschbaumaktion eindrucksvoll gezeigt, wie viel Herz und Zusammenhalt in unserer Gemeinde steckt. In bewährter Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FGTS der Gemeinde Ensdorf und der Löwen-Apotheke wurde vom 1. bis 31. Dezember 2025 eine besondere Spendenaktion umgesetzt, die erneut große Resonanz fand. Mit viel Kreativität und Engagement gestalteten die Kinder und das FGTS-Team weihnachtliche und individuelle Anhänger, die in der Löwen-Apotheke für 5 Euro pro Stück angeboten wurden. Viele Kundinnen und Kunden zeigten dabei eine außergewöhnliche Spendenbereitschaft und gaben freiwillig mehr als den vorgesehenen Betrag. So kam am Ende die beeindruckende Summe von 626,00 Euro zusammen. Der Erlös der Wunschbaumaktion kommt dem Palliativ- und Kinderhospizteam Saar zugute. Vor Ort informierte Frau Dalstein vom Hospizteam über die wichtige Arbeit der Einrichtung. Mit den Spendengeldern werden unter anderem Musik-, Bewegungs-, Mal- und tiergestützte Therapien für schwer erkrankte Kinder ermöglicht. Darüber hinaus fließen die Mittel in Freizeit- und Ferienangebote für Geschwisterkinder sowie in gemeinsame Aktivitäten und Feste für die ganze Familie – wertvolle Momente der Entlastung und des Miteinanders in oft sehr belastenden Lebenssituationen. Die Wunschbaumaktion ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit in Ensdorf und steht beispielhaft für das soziale Engagement vor Ort. Die Aktion zeigt, wie wertvoll es ist, füreinander da zu sein – insbesondere dann, wenn es uns selbst gut geht und andere unsere Unterstützung dringend benötigen. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten: den Kindern und Mitarbeiterinnen der FGTS, der Löwen-Apotheke, den großzügigen Spenderinnen und Spendern sowie dem Palliativ- und Kinderhospizteam Saar.

Der Hasenberg unter Denkmalschutz –

Ein besonderer Ort der Geschichte, des Glaubens und der Gemeinschaft

Der Hasenberg ist für viele Ensdorferinnen und Ensdorfer ein Ort von ganz besonderer Bedeutung. Bereits vor einigen Jahren hatte das Bistum Trier die Initiative ergriffen und angeregt, das Areal unter Denkmalschutz zu stellen. Aufgrund der angespannten Personalsituation beim Landesdenkmalamt ist das Verfahren in Vergessenheit geraten. So hat es deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, sodass das Ergebnis nun erst offiziell vorliegt:

Das Landesdenkmalamt des Saarlandes hat die Gedenk- und Marienwallfahrtsstätte als Kulturdenkmal eingestuft und ihre Aufnahme in die Denkmalliste des Saarlandes eingeleitet. Die Idee zur Errichtung einer Muttergotteskapelle auf dem Hasenberg entstand bereits 1948. Aus Dankbarkeit über die glückliche Heimkehr vieler Ensdorfer Soldaten und zugleich als Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs sollte ein Ort der Andacht und des Friedens geschaffen werden. Initiator war Kaplan Stephan Lorenz. Nach seinem frühen Tod führte Pfarrer Josef Goergen das Vorhaben weiter und setzte sich mit großem Engagement für die Umsetzung ein. Als Standort wurde bewusst der Hasenberg gewählt – ein Gelände, das im Krieg von Bunkern und Schützengräben geprägt war. Gerade dieser Ort hat sich für die Umwandlung von einem ehemaligen militärischen Stützpunkt zu einem Zeichen des Friedens angeboten. Der erste Spatenstich erfolgte am 15. August 1954 im Rahmen einer großen Prozession. Zahlreiche Ensdorferinnen und Ensdorfer beteiligten sich unentgeltlich an den Arbeiten. Grundstücke wurden gespendet oder verkauft, Firmen stellten Material und Arbeitskräfte zur Verfügung. Bereits 1956 konnte die Kapelle feierlich eingeweiht werden. Der Hasenberg ist damit auch ein eindrucksvolles Zeugnis des außergewöhnlichen Gemeinschaftssinns in Ensdorf. Im Zuge des von Papst Pius XII. ausgerufenen Marianischen Jahres 1953/54 entwickelte sich der Hasenberg rasch zu einer bedeutenden Marienwallfahrtsstätte. Kreuzweg, Rosenkranzweg, Lourdes- und Fatimaplatz sowie zahlreiche künstlerisch gestaltete Andachtsorte prägen bis heute die weitläufige Anlage. Ebenfalls hervorzuheben sind bedeutende Kunstwerke der 1950er Jahre - unter anderem von Albert Zapp, Heinrich Kirchner, Oswald Hiery und weiteren namhaften Künstlern aus dem Saarland. Das Landesdenkmalamt würdigt den Hasenberg als einzigartiges Ensemble aus religiöser Architektur, Landschaftsgestaltung, moderner Nachkriegskunst und regionaler Geschichte. Die Anlage steht beispielhaft für den geistigen, gesellschaftlichen und kulturellen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie verbindet Gedenken, Glauben, Kunst und bergmännische Tradition und ist zugleich Ausdruck der Volksfrömmigkeit der 1950er Jahre im Saarland. Mit der Unterschutzstellung wird der Hasenberg als identitätsstiftender Ort für Ensdorf dauerhaft bewahrt – für heutige wie für kommende Generationen.

Zusammenschluss der Pfarreien Bous und Ensdorf

„Ein Pastor, ein Pfarrgemeinderat und eine Kasse“ - das waren Merkmale, die Dekan Hans-Georg Müller in seiner Predigt aufrief – Attribute, die zukünftig neben seelsorgerischen und pastoralen Gemeinsamkeiten eben auch die neu fusionierte Pfarrei Bous- Ensdorf St. Marien und St. Peter ausmachen.

Am vergangenen Sonntag wurde in der Kirche in Bous feierlich die Fusion der beiden Pfarreien Bous und Ensdorf besiegelt. Viele Gemeindemitglieder aus beiden Orten waren gekommen, um diesen Schritt mitzuerleben. Pastor Christian Müller und Dekan Hans-Georg Müller nutzten die Gelegenheit, um die Beweggründe und die Gesamtsituation der Pfarreien zu erläutern. Sie erklärten, dass der Zusammenschluss vor allem unter anderem auch eine Antwort auf die Herausforderungen der Zeit sei – insbesondere auf den Priesternachwuchsmangel im Bistum, der immer spürbarer wird. Meine Bitte an alle - die durchaus mit Wehmut und Berechtigung die alten Zeiten aufrufen - ist, über den eigenen Kirchturm hinauszublicken, ohne dabei die Verbundenheit zu den einzelnen Orten zu verlieren. Der Zusammenschluss der Pfarreien Bous und Ensdorf soll beweisen, dass beides möglich ist: Die Kirche in beiden Gemeinden im Dorf zu belassen und zugleich neue Wege zusammen zu gehen. Gemeinsam können Schwächen ausgeglichen und Stärken gebündelt werden – so hoffe ich, dass aus dieser Fusion eine lebendige, starke Gemeinschaft entstehen kann. Auch wenn der Wohnsitz von Pastor Christian Müller im Pfarrhaus in Bous ist, wird er sowohl in Bous als auch in Ensdorf gleichermaßen zuhause sein, denn das Herz eines guten Hirten schlägt für die ganze Herde – und die lebt ab diesem Jahr in Bous und in Ensdorf.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche

Ihr Jörg Wilhelmy