Foto: Wolfspeed
ENDLICH ist es offiziell -
Wolfspeed-Chef Gregg Lowe hat in einer beeindruckenden Präsentation am vergangenen Donnerstag die Ansiedlung seines Unternehmens „Wolfspeed“ in der Nähe unseres ehemaligen Kraftwerksgelände bestätigt. „Er habe sich in das Saarland verliebt“ - schöne Worte für eine Region, die für den Strukturwandel steht. Hier bei uns in Ensdorf wird zukünftig die weltweit größte Chip-Fabrik für Halbleiter aus Siliziumkarbid entstehen. 600, ja bis zu ca. 1000 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.
Ausschlaggebend für die Milliarden-Investition ist u. a. das Bekenntnis des Getriebeherstellers ZF zu deren saarländischem Standort in Saarbrücken und dem Ausbau desselben zum Leitwerk. ZF, vertreten u. a. durch den Vorstandsvorsitzenden Holger Klein, ist mit einer Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen Wolfspeed mit im Boot. Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck haben in ihren Reden die Symbolträchtigkeit dieser Entscheidung bestätigt: „Wir bekommen aus einer wirtschaftlich schwierigen Phase gerade wieder den Kopf über Wasser“. Mit den Worten „Saarland - the place to be“ eröffnete Anke Rehlinger ihre mitreißende Rede und bringt zum Ausdruck, dass das Saarland durch diese Ansiedlung zu einem begehrten Standort im Bereich der Elektromobilität wird und eine Sogwirkung für weitere Ansiedlungen erfolgt.
Von der Dimension und Professionalität in der Durchführung der Veranstaltung bin ich noch immer beeindruckt. Der spürbare Enthusiasmus - ja und auch der typisch amerikanische Teamspirit - ist von beiden Projekt-Teams (ZF und Wolfspeed) auf die Teilnehmenden übergesprungen. Es war ein großartiges Ereignis mit hohem Medienaufkommen und politischer Prominenz in unserer kleinen Gemeinde, wenn auch nicht alle zu erwartenden Gäste anwesend waren. Ich erhoffe mir, dass diese Nachricht zu einer Signalwirkung für unser Saarland und die gesamte Region wird.
Vielleicht wird der Ein oder Andere daran gedacht haben, dass die in 2007/2008 getroffene Entscheidung das damals beabsichtigte Gaskraftwerk an diesem Standort nicht zu bauen, unter Umständen noch nachwirkt.
Zum Abschluss möchte ich mich bei meinem Mitarbeiter-Team und dem Gemeinderat bedanken. Die Vorarbeit und die gefassten Beschlüsse zum „Städtebaulichen Vertrag“ sowie die damit einhergehende Bauleitplanung für das gesamte Kraftwerksgelände haben erheblich dazu beigetragen, die Realisierung dieses Leuchtturmprojektes voranzutreiben - denn von dem Moment an bestand Baureife.
Die Kegelbahn am Ensdorfer Freibad und der darunter liegende Umkleide- und Funktionstrakt sind nun Geschichte. Die Hartsteinwerke Gihl haben das Gewerk fachgerecht abgerissen und das Material ordnungsgemäß entsorgt. Zeitweise sah es doch sehr wüst auf dem Gelände aus - mittlerweile ist der Bauschutt beseitigt und der „Frühjahrsputz“ kann starten. Hoffen wir, dass wir unser Schwimmbad rechtzeitig zum Saisonstart öffnen können und sich evtl. Frostschäden im Schwimmbecken in Grenzen halten.
In 2021 mussten wir uns von der Vorstellung verabschieden, der Haltepunkt der Bahn könnte in die Ortsmitte (hinter den Marktplatz) verlegt werden. Stattdessen sollte im Jahr 2024 ein erster Schritt zur Barrierefreiheit des Bahnhofes gemacht werden, in dem u.a. die Höhe des Bahnsteigs deutlich angehoben werden sollte. Des Weiteren sollte in einem 2. Schritt ab 2026 mit Planungen begonnen werden, einen Durchstich zur Nußgartenstraße zu schaffen, vollständige Barrierefreiheit herzustellen und ein attraktives P&R (Park and Ride-Anlagen) Angebot mit Anschluss an den ÖPNV zu kreieren - Fertigstellung bis 2029.
Und jetzt kommt der Hammer:
Da Herr Wissing und Bahnchef Lutze plötzlich andere Schwerpunkte setzen und 5 Hochleistungskorridore auf den Strecken Frankfurt - Mannheim, Frankfurt - Heidelberg, Mannheim - Kaiserslautern, linke und rechte Rheinstrecke gleichzeitig angehen wollen, wird sämtliche Planungskapazität abgezogen und in diese Projekte gesteckt. Hinzu kommt, dass wir an der Umleitungsstrecke liegen, was eine voraussichtliche Verzögerung von mindestens 5 Jahren bedeuten würde.
Die uns von der DB gemachten Zusagen sind einfach mal einkassiert - Wort gebrochen.
Dies ist nicht hinzunehmen.
Ich gehe davon aus, dass die Landesregierung umgehend sowohl mit dem Bundesverkehrsminister als auch mit dem Bahnchef Kontakt aufnimmt. Ich werde mich darüber hinaus selbst an die Verantwortlichen wenden und verlange vollständige Aufklärung, was diese Botschaft konkret für die Ausbaupläne bedeutet und welche Lösung der Gemeinde Ensdorf - und zwar belastbar - in Aussicht gestellt wird.
Dr. Michael Drobniewski heißt seit 01.01.2023 der Nachfolger von Herrn Dr. Stefan Hager, bei dem ich mich für die respekt- und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren bedanken möchte. Bei seinem Besuch am vergangenen Montag habe ich mit Herrn Dr. Drobniewski die laufenden und noch anstehenden Projekte auf dem Duhamel-Gelände besprechen können. Durch seine vorherige Zuständigkeit für die Wasserhaltung im RAG-Konzern und insbesondere auf Duhamel kennt er die aktuellen Entwicklungen rund um die Tagesanlage, die Planungen im Zusammenhang mit dem Abschlussbetriebsplan der Bergehalde und die Bestrebungen zur Entwicklung des Tourismus rund um das Saarpolygon sehr genau.
In der vergangenen Woche habe ich zum 60-sten Mal Geburtstag gefeiert - und dies „ganz privat“ in Form eines „Tags der offenen Tür“ in der Sportklause. Ich habe mich riesig über die zahlreichen Glückwünsche, Aufmerksamkeiten, guten Worte und nicht zuletzt die einzelnen Auftritte gefreut. Ob persönlich, per Mail oder Brief, von Familie, Freunden, Bekannten, den Kindern des Gemeindehortes, meinem Mitarbeiterteam, Feuerwehr, DRK, Vereinen - insbesondere dem Männerchor der Chorgemeinschaft, Weggefährten, Ratsmitgliedern, von Ensdorferinnen und Ensdorfern - herzlichen Dank dafür. Viele Geschenke waren so schön verpackt, dass es eigentlich viel zu schade ist, sie auszupacken - es sind richtige Kunstwerke dabei.
In der vergangenen Woche haben wir über das Kinderhospiz- und Palliativteam Saar berichtet. Passend dazu werde ich den (zum Geburtstag) von einer Gemeinderatsfraktion bereits gespendeten Betrag aufstocken. Ich bin sicher, dass die Geldspende im Sinne der erkrankten Kinder eingesetzt und etwas Sonnenschein in deren Alltag bringen wird.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche.
Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.
Ihr
Jörg Wilhelmy