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Rasdorfer Wochenspiegel
Ausgabe 20/2026
Vereine und Verbände
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Freiwillige Feuerwehr Rasdorf

Wenn die Sirene geht: Die Einsatzkräfte der Point-Alpha-Gemeinde blicken auf zwei intensive Jahre zurück

Rasdorf. Es ist früh am Morgen. Viele sitzen beim Frühstück oder sind auf dem Weg zur Arbeit - und dann heult die Sirene.

Für die meisten ein kurzer Blick aus dem Fenster. Für andere beginnt genau in diesem Moment der Einsatz.

Genau mit diesem Bild eröffnete Gemeindebrandinspektor David Reinmold die Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf - und traf damit den Kern dessen, was Feuerwehr heute bedeutet.

Die große Mehrheit aller Einsatzkräfte der Point-Alpha-Gemeinde war am 24. April im DGH Setzelbach zusammengekommen, um gemeinsam auf die vergangenen zwei Jahre zurückzublicken.

Auch mehrere Gäste waren anwesend, darunter Bürgermeister Jürgen Hahn, Kreisbrandinspektor Adrian Vogler, Gemeindejugendfeuerwehrwart Maximilian Wille sowie Kreisbrandmeister Pascal Möller.

Und schnell wurde klar: Feuerwehr ist längst mehr als "nur" Brände löschen. Die Aufgaben sind vielfältiger geworden - von Verkehrsunfällen über Unwettereinsätze bis hin zu immer komplexeren technischen Herausforderungen.

Insgesamt rückten die Einsatzkräfte in den Jahren 2024 und 2025 zu 21 Einsätzen aus.

Über 1.100 Stunden investierten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dabei in den Dienst für die Allgemeinheit - wohlgemerkt neben Beruf, Familie und Alltag.

Ein Einsatz blieb dabei besonders in Erinnerung: der Großbrand im Ortskern Setzelbach am 02. April 2025. Schon auf der Anfahrt war klar - das wird kein Routineeinsatz.

Dichter Rauch, enge Bebauung, Tiere in Gefahr, bedrohte Wohnhäuser. Doch was dann folgte, zeigte eindrucksvoll, was Feuerwehr leisten kann: Über 130 Einsatzkräfte arbeiteten morgens an einem Wochentag Hand in Hand, verhinderten ein Übergreifen der Flammen und bewahrten so angrenzende Gebäude vor größerem Schaden.

Ein Einsatz, der zwar Kraft kostete, aber auch den starken Zusammenhalt und die Professionalität unter Beweis stellte.

Doch nicht nur Einsätze fordern die Feuerwehr. viele Stunden Ausbildung und Übungen sind notwendig, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.

Gleichzeitig stellen neue Technik und moderne Gefahrenlagen die Einsatzkräfte immer wieder vor neue Herausforderungen.

Ein Thema, das dabei nicht unter den Tisch fiel: die zeitweise angespannte Situation bei den Atemschutzgeräteträgern - also denjenigen, die bei Bränden unter schwerem Atemschutz ins Gebäude gehen.

Hier kam es aufgrund des Großbrandes und der dadurch notwendigen Absage einer Tauglichkeitsüberprüfung zu Engpässen.

Kreisbrandinspektor Adrian Vogler sprach dies offen an und appellierte an die Einsatzkräfte, notwendige Untersuchungen und Übungen konsequent nachzuholen.

Reinmold machte zugleich deutlich, dass hinter den Kulissen oft mehr Organisation steckt, als man aus Sicht der Aufsichtsbehörde vermuten würde.

Dass die Feuerwehr auch an die Zukunft denkt, zeigte sich beim Blick auf den Nachwuchs.

Gemeindejugendfeuerwehrwart Maximilian Wille berichtete von einem abwechslungsreichen Programm für die Jugendlichen - mit Ausbildung, aber auch Spiel, Sport und Gemeinschaft.

Ein besonderes Highlight: das Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager.

Um noch mehr junge Menschen zu begeistern, sind künftig sogar Feuerwehrnachmittage an der Grundschule geplant.

Nachwuchsarbeit, so wurde deutlich, ist keine Nebensache - sondern die Grundlage für die Feuerwehr von morgen.

Ein wichtiger Programmpunkt waren die Wahlen - und hier gab es ein klares Ergebnis:

David Reinmold wurde einstimmig als Gemeindebrandinspektor bestätigt und wird die Feuerwehr weitere vier Jahre führen.

ebenfalls ohne Gegenstimmen wurde Maik Lenz, Wehrführer der Feuerwehr Rasdorf, zu seinem neuen Stellvertreter gewählt und tritt damit in die Fußstapfen von Marco Nophut. Kurz gesagt: Bewährtes Team, neues Kapitel.

Auch Ehrungen durften an diesem Abend nicht fehlen.

Mehrere Feuerwehrangehörige wurden für ihr Engagement ausgezeichnet - ein sichtbares Zeichen dafür, dass jahrelanger Einsatz nicht selbstverständlich ist.

Eine besondere Geste kam dabei von Reinmold selbst: Seine Anerkennungsprämie spendet er - auch aufgrund seiner Vergangenheit als Gemeindejugendfeuerwehrwart und Jugendfeuerwehrwart - der Gemeindejugendfeuerwehr.

Nachwuchs fördern - nicht nur mit Worten.

Kreisbrandmeister Pascal Möller nutzte die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen.

Er freue sich auf seine Aufgabe und bringe viel Motivation mit, um die beispielhafte Zusammenarbeit im Bezirk IV weiter zu stärken.

Am Ende blieb vor allem eines hängen:

Feuerwehr ist Teamarbeit. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, aufzustehen, wenn andere noch sitzen bleiben.

Die ihre Freizeit investieren, wenn Hilfe gebraucht wird.

Und die im entscheidenden Moment einfach da sind.

Oder, um es mit den traditionellen Worten zu sagen:

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr."