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Der Stadtkurier
Ausgabe 18/2022
Allgemeines
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NABU-Gruppe Bingenheim

Mauswiesel-Habitat

NABU-Gruppe Bingenheim baut Wohngemeinschafts-Habitat für Wildtiere

Am Samstag, dem 29.03.2022 haben sich im Bingenheimer Feldgarten Mitglieder der Solawi und der NABU-Gruppe Bingenheim getroffen, um einen Lebensraum für das Mauswiesel zu bauen. Die Kooperation, von der nicht nur das Mauswiesel profitieren kann, kam aus folgendem Grund zustande: Im Feldgarten Bingenheim wird leckeres Gemüse angebaut, das nicht nur den Mitgliedern der Solidargemeinschaft schmeckt, sondern auch Mäusen. Als natürlicher Gegenspieler kann dort das emsige Mauswiesel agieren. Die kleine Marderart ist nicht viel größer als eine Wühlmaus, ist aber kein Vegetarier, sondern liebt Fleischmahlzeiten in Form von Mäusen. Mauswiesel haben einen großen Nahrungsumsatz, das bedeutet, dass sie viel und das ganze Jahr über ein gutes Nahrungsangebot brauchen. Es lebt also überall dort, wo es das ganze Jahr über Mäuse gibt und einen frostfreien, trockenen Unterschlupf als Wohnraum findet. Sein Aussehen ist mit seinem schmalen Kopf und langen Körper ganz mardertypisch. Er trägt einen weißen Bauch, das Oberfell, Schwanz und Kopf sind braun. Man kann ihn leicht mit dem etwas größeren Hermelin verwechseln, das Mauswiesel hat jedoch keine schwarze Schwanzspitze.

Der Bau des Wohnraums wurde an diesem Samstag gestartet. Zunächst wurde eine etwa 80 - 100 cm tiefe Grube ausgehoben, die etwa 10 cm mit Sand aufgefüllt wurde. Darauf schichteten die Leute vom NABU Bingenheim und dem Feldgarten große und kleiner Wacker- und Feldsteine, so dass viele größere und kleine Höhlen und Unterschlüpfe entstanden.

Die größeren Unterschlüpfe können nun von den Mauswieseln als Versteck und Lebensraum genutzt werden. Durch die unterschiedlich großen Höhlen und durch den Sand ist der neue Steinhaufen aber auch für Reptilien, wie z. B. Zaun- und Waldeidechse und Blindschleiche interessant. Im Sand können sie ihre Eier ablegen, und in den kleineren Höhlen Unterschlupf finden. Selbst für Amphibien, wie Erdkröte und Molche ist solch ein Haufen ein möglicher Lebensraum, der auch im Winter besiedelt werden kann. Die Tiefe der Grube sorgt dafür, dass die Tiere vor Frost geschützt sind, zudem können sie sich gut in Sand und darunterliegendem Boden eingraben.

Wie die ganzjährig aktiven Mauswiesel, sind auch Amphibien und Reptilien gute „Spieler“ im Räuber-Beute-System eines ökologischen geführten Gemüsegartens. Sie fressen z. B. Nacktschnecken, Schneckeneier, Fliegen, Käfer und Raupen, z. B. vom Kohlweißling.

Am 26.03. sind die Aktiven vom NABU-Gruppe Bingenheim und Feldgarten mit dem Bau nicht fertig geworden. In den nächsten Wochen wird das Habitat jedoch fertig gestellt und der Erdaushub und übrige Sand wird an der Sonnenseite der Steine aufgeschichtet. So entsteht dort ein weiterer Lebensraum, nämlich für bodenbewohnende Wildbienenarten, wie z. B. Sandbienen. Sie graben in die Erde und Sand ihre Bruthöhlen. Die Bienen helfen - jedes Kind weiß es - beim Bestäuben der Obststräucher und -bäume.