Umrankt von Mythen und Märchen sagte man den Rabenvögeln im Mittelalter übernatürliche Kräfte nach. Sie galten als Symbol der Weisheit, aber auch als Todbringer und Unglücksboten.
Ihre dunklen Federn, ihre krächzenden Stimmen und ihr oftmals scharenweises Auftreten tragen auch heute noch dazu bei, dass viele Menschen ein negatives Bild von den Rabenvögeln haben. Dabei sind sie hochintelligente, sehr gesellige und sozial lebende Singvögel: Sie können Werkzeuge zum Nahrungserwerb nutzen, sind bemerkenswerte Flugkünstler und beherrschen neben ihren eigenen Rufen auffällig viele „Fremdsprachen“. So ahmen Kolkraben zum Beispiel Hundegebell, Schweinegrunzen oder menschliche Laute wie Rülpsen und Schnalzen nach, um andere Tiere zu täuschen. Auch führen sie untereinander gerne „am Schnabel herum“. Wenn es zum Beispiel um das Horten von Nahrung geht, legen sie Scheinverstecke an, um nicht von einem Nachbarn beraubt zu werden.
Geht es aber wie bei den Dohlen oder Saatkrähen um das Wohl der gesamten Kolonie, halten die Vögel zusammen. Feinde werden gemeinsam vertrieben, Jungtiere oder kranke Vögel von der ganzen Sippschaft versorgt.