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Stadtkurier Reichelsheim
Ausgabe 3/2026
Allgemeines
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Vögel am Futterhaus

Vogelfüttern ist Vogelgucken in der ersten Reihe: Bequem vom Fenster aus der warmen Wohnung kann man wildlebende Vogelarten hautnah erleben und ihr Verhalten studieren: Welche Arten kommen und wann? Welches Futter wählen sie und wie bearbeiten sie es? Wer streitet mit wem? Die Voraussetzungen, Vögel am Futterhaus kennen zu lernen, sind nicht schlecht. In Gärten ist unter optimalen Bedingungen mit zwei bis drei Dutzend Arten zu rechnen.

Was die Meisen unterscheidet

Häufigster Besucher ist die Kohlmeise. Sie holt sich einzelne Sonnenblumenkerne, trägt sie auf einen Ast, fixiert sie mit dem Fuß und hämmert ein Loch in die Schale, um sie dann abzureißen. Die kleineren, ebenfalls häufigen Blaumeisen schaben mit dem Schnabel einen Spalt in den Kern.

Kohlmeisen-Männchen mit dem breiten schwarzen Streifen auf gelber Brust sind die Chefs und vertreiben rangniedere Meisen. Gleichrangigen drohen sie mit erhobenen Flügeln, gespreiztem Schwanz und geöffnetem Schnabel. Mancherorts kommen die wenig scheuen Sumpfmeisen vor. Flink holen sie einen Kern und tragen ihn weg, um ihn in sicherer Distanz zu bearbeiten. In Waldnähe finden sich Tannen- und Haubenmeisen ein, die eher zurückhaltend und in der Rangfolge nachgeordnet sind.

„Kleine“ Meisenarten haben keine großen Hemmungen, Futter von der Hand aufzunehmen. Im Kurpark oder Stadtgarten sind es oft diese Arten, die man mit „Körperkontakt“ erleben kann. Meisen sind Zweigturner. Während die robusten Kohlmeisen im Geäst Nahrung suchen, hängen sich die zierlicheren Blau- oder Tannenmeisen an die äußeren dünnen Zweigenden. Diese unterschiedliche ökologische Einnischung bei der Nahrungsnutzung kann man auch am Futterhaus sehen, wenn Kohlmeisen am Futtersilo sitzen und die „kleinen“ Meisen am Meisenknödel hängen.