Koalitionsfraktionen informieren sich über Arbeit und Herausforderungen des Rettungsdienstes
Kaum waren die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vor-Ort-Termins an der Rettungswache „Im Mühlahl“ angekommen, wurde es plötzlich ernst: Blaulicht an, Motor gestartet - und einer der beiden Rettungswagen rückte zum nächsten Einsatz aus. Ein ungeplanter, aber eindrucksvoller Auftakt für den Besuch der Koalitionsfraktionen von SPD und CDU gemeinsam mit Bürgermeisterin Lena Herget. Er zeigte unmittelbar, was den Alltag der Rettungskräfte prägt: rund um die Uhr einsatzbereit zu sein, wenn Menschen schnelle Hilfe benötigen.
Im Gespräch mit Sascha Richter und dem anwesenden Team der Johanniter-Unfall-Hilfe informierten sich die Besucher anschließend über die tägliche Arbeit und die Herausforderungen des Rettungsdienstes. Dabei wurde deutlich: Hinter der vergleichsweise kleinen Wache steckt ein beachtliches Einsatzgeschehen. Der seit mehr als 20 Jahren bestehende Standort wurde Ende 2025 um ein zweites Fahrzeug verstärkt. Durchschnittlich rückt die Wache rund achtmal innerhalb von 24 Stunden aus.
Ein wichtiges Thema des Austauschs war die personelle Situation. Erfreulich ist das große Interesse am Beruf: Rund 350 Bewerbungen gingen zuletzt für neun Ausbildungsplätze ein. Gleichzeitig ist die Arbeit körperlich und mental anspruchsvoll. Schichtdienst, körperliche Belastungen und der Umgang mit Menschen in Ausnahmesituationen verlangen neben medizinischem Wissen viel Einfühlungsvermögen und Belastbarkeit.
„Eine Rettungswache vor Ort bedeutet für unsere Bürgerinnen und Bürger vor allem Sicherheit. Wenn jede Minute zählt, müssen wir uns darauf verlassen können, dass professionelle Hilfe schnell zur Stelle ist“, betont Bürgermeisterin Lena Herget. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten dabei weit mehr als medizinische Versorgung. Sie geben Sicherheit und Halt in Situationen, die für Betroffene und Angehörige oft zu den schwierigsten ihres Lebens gehören. Dafür gebührt ihnen unser großer Dank.“
Auch Léon Clemens Sehrt, Fraktionsvorsitzender der CDU, unterstreicht die Bedeutung des Standortes: „Eine leistungsfähige Rettungsdienststruktur ist gerade im ländlichen Raum unverzichtbar. Gleichzeitig müssen wir die Menschen im Rettungsdienst im Blick behalten, denn sie leisten körperlich und mental eine enorm anspruchsvolle Arbeit.“
SPD und CDU verbinden den Besuch zugleich mit einem Appell, die Kapazitäten des Rettungsdienstes verantwortungsvoll zu nutzen. Die 112 ist für akute Notfälle vorgesehen. Bei Beschwerden ohne unmittelbare medizinische Notlage stehen andere Versorgungsmöglichkeiten wie der ärztliche Bereitschaftsdienst zur Verfügung. „Wer dringend Hilfe braucht, soll niemals zögern, die 112 zu wählen“, betonen Herget und Sehrt gemeinsam. „Wenn wir Rettungswagen aber gezielt für tatsächliche Notfälle freihalten, helfen wir mit, dass sie dort schnell zur Verfügung stehen, wo sie wirklich gebraucht werden.“
Der Besuch war Teil des regelmäßigen Austauschs der Koalitionsfraktionen von SPD und CDU mit Einrichtungen und Akteuren in Reichelsheim.