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Der Stadtkurier
Ausgabe 35/2018
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Damals

Weckesheim

Georg Clöß war bekannt als Feldschütz und er war wohl auch einer von denen, die man als „Weckesheimer Original“ bezeichnen konnte. Ausgestattet mit Bergmannsmütze, Sitzstock und Pfeife posiert der 1865 geborene dem Fotografen. Die Aufnahme soll ca. 1917 entstanden sein.

Ein Feldschütz ist eine von einer Gemeinde angestellte Person zum Schutz der landwirt-schaftlich genutzten Flächen in der Gemarkung.

Der Schutz der Felder, Wiesen und Gärten war in allen Dörfern ein wichtiges Anliegen.

Die Menschen auf dem Lande waren zu dieser Zeit größtenteils Selbstversorger: Man lebte von dem, was man im und um den Ort herum angebaut hatte. Die seinerzeit oft vorherrschende Armut verleitete häufig zu Mundraub und Diebstahl. Die Gefahr erwischt zu werden war zwar gering, aber alleine der Gedanke, daß ein oftmals bewaffneter Feldschütz nach dem Rechten schaute, schreckte schon ab. Jede Art von Feldfrevel wurde angezeigt und es war Aufgabe des Feldschützen diesen Anzeigen nachzugehen und möglichst den Verursacher auf frischer Tat zu ertappen. Nicht selten war der Feldschütz auch Opfer von Kinderstreichen.

Wie lange in Weckesheim ein Feldschütz angestellt war, kann ich im Moment nicht herausfinden. In Reichelsheim zumindest führte erst 1956 ein Beschluss des Gemeinderats dazu, keinen Flurschütz mehr zu beschäftigen.

Die Aufnahme wurde von Familie Repp, Weckesheim zur Verfügung gestellt.

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Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals" ist:

Horst Diehl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim/Wetterau e.V. (HGV)

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