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Der Stadtkurier
Ausgabe 36/2021
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Damals

Reichelsheim:

Die Hollergass - wer erinnert sich noch

Zwischen den heutigen Grundstücken Bingenheimer Str. 13 und Bingenheimer Str. 15 führte die "Hollergass" - ein ca 3,5m breiter Weg - hinunter zur Turmgasse. Als man den Ort Reichelsheim plante war hier evtl. die nördliche Bebauungsgrenze des Ortes. Nach der Ausdehnung des größer werdenden Reichelsheims, war dieser Weg sicherlich weiterhin notwendig, um anfallendes Oberflächenwasser zur Horloff hin abzuführen, denn eine Kanalisation war zu dieser Zeit noch nicht vorhanden und Regenwasser, Tauwasser und auch Abwässer wurde teilweise noch bis Ende des 19ten Jahrhunderts oberirdisch abgeleitet. 1856 wurde dieser Weg von der Stadt an die Anlieger verkauft und in die angrenzenden Grundstücke eingepflegt. Anzunehmen, daß zu dieser Zeit mit der Kanalisierung begonnen wurde.

Auf dem Foto, welches uns Irene Dauernheim, Reichelsheim zur Verfügung stellte, kann man den Verlauf der ehemaligen Hollergasse noch erahnen. Links oben im Bild ist das städtische ehemalige Hirtenhaus in der Turmgasse zu sehen. Entlang dessen Grundstücksgrenze verlief der im Bild gelb angedeutete Weg durch die damaligen Grabgärten, die zwischen den Grundstücken angelegt waren. Der stattliche Hof in Bildmitte ist das Anwesen der Familie Dora Bausch. Das Foto entstand in 1957.

Holler ist im Dialekt der Name für Holunder. Erzählungen nach sollen hier recht viele Holundersträuche gestanden haben. Den Holunder schätzte man in vielerlei Hinsicht. Nicht nur wegen seiner wohlschmeckenden Beeren, sondern auch wegen seiner vielseitigen Heilkräfte. Auch im Volksbrauchtum und Aberglaube spielte der Holunder lange eine wichtige Rolle.

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Verantwortlich und Ansprechpartner für die Rubrik "Damals" ist:

Horst Diehl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim/Wetterau e.V. (HGV)

Bingenheimer Straße 29

Email-Adresse: h.diehl@web.d