Der NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) starten wieder die öffentliche Wahl zum Vogel des Jahres - alle können mitmachen und entscheiden, wer 2027 die Krone der Vogelwelt tragen soll.
In diesem Jahr sind Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel dabei. „Die Kandidaten zeigen, wie vielfältig unsere Vogelwelt ist: Trauerschnäpper und Mehlschwalbe ziehen im Winter nach Afrika, der Kranich nur eine kurze Strecke Richtung Süden, Kolkrabe und Wasseramsel leben ganzjährig bei uns“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „So unterschiedlich sie leben, jeder der Kandidaten bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit braucht - darum hat jeder der fünf es verdient, gewählt zu werden.“
Abgestimmt werden kann bis zum 15. Oktober, 11 Uhr unter www.vogeldesjahres.de. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben.
Der Kolkrabe ist aus vielen Märchen und Mythen bekannt. Der besonders intelligente und soziale Vogel gilt als Götterbote, Lichtbringer und Vermittler zwischen den Welten. Weil manche Menschen ihn nicht mögen, ist sein Leben durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht. Sein Slogan: „Schwarze Federn, helles Köpfchen!“
Mit seinem typischen Trompeten stellt sich der Kranich zur Wahl. Der Zugvogel ist in vielerlei Hinsicht ein spektakulärer Kandidat. Die stattliche Größe, die eleganten Balztänze und der Zug in großen Keilformationen sind echte Naturschauspiele. Weil er Feuchtgebiete zur Rast und Brut braucht, lautet sein Slogan: „Allzeit nasse Füße!“
Die Mehlschwalbe hat als Insektenfresser und Gebäudebrüter gleich zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch den Insektenschwund hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze oft entfernt, etwa bei Gebäudesanierungen. Ihr Slogan lautet: „Auf gute Nachbarschaft!“
Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Trauerschnäpper ein munterer Luftakrobat. Er fängt sein Futter oft im Flug. Leider geht er wegen der Klimakrise bei der Suche nach Bruthöhlen und Nahrung für seinen Nachwuchs oft leer aus. Sein Slogan lautet: „Mach Tempo fürs Klima!“
Die Wasseramsel ist der einzige einheimische Singvogel, der tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen kann. Sie brütet vor allem in Mittel- bis Süddeutschland in der Nähe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen im Wald- und Bergland. Ihr Slogan: „Klarer Bach, klarer Fall!“