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Der Stadtkurier
Ausgabe 40/2019
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Jugendpflege 4.0

Medientag und Sound of Lux

Mit einem Medientag zum richtigen Umgang mit neuen Medien und die Erlangung von entsprechender Medienkompetenz haben am Samstag die Jugendpflege 4.0 in enger Kooperation mit dem BUNTerLEBEN-Jugendforum ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Nachmittagsveranstaltung im Saalbau Lux in Nieder-Florstadt ging am frühen Abend in die dritte Auflage von „Sound of Lux“ über und bereitete Nachwuchskünstlern die Bühne. Den krönender Abschluss lieferte ab 21 Uhr DJ „Burnin´ Skyz“.

Den Auftakt der Live-Musik lieferten „Serendipity“. Die Band aus Friedberg, die einem „Glücksfall“ ihre Namensgebung verdankt, besteht aus vier Studierenden und einem Altenpfleger und hat sich im Probenraum des Junitiy-Jugendcenters in Friedberg kennengelernt. Man spielt zwar erst seit Februar zusammen, kann aber bereits ein ordentliches Repertoire eigener Songs vorweisen, die zwischen den Genres Pop, Rock und Funk hin- und hergrooven. Danach betrat mit André Flachs aus Reichelsheim ein ehemaliger Schüler des Wetterauer Kulturpreisträgers Martin Schnur die Bühne. Der Abiturient am Burggymnasium gewann in diesem Jahr den Nachwuchswettbewerb „Deine Stimme“ bei Wölfersheim Live und verband seine Eigenkompositionen in Singer- und Songwritermanier geschickt mit Coverversionen beispielsweise von Ed Shearan. Mit dem Duo „Freeway Music“ von Niklas und Liam aus Büdingen waren nicht nur Wiederholungstäter zum Vorjahr, sondern auch die zweiten Preisträger an diesem Abend parat. Sie gewannen letztes Jahr in der Nähe von Passau den European Country Music Award, sind inzwischen auch mit größerer Besetzung musikalisch unterwegs und begeisterten mit ihrem beiden Gitarren.

„Wir wollen wieder über das Medium Musik junge Leute ansprechen und zeigen wie Musik verbindet, ganz gleich welche Sprache beherrscht wird oder welche Herkunft man hat“, hatte Rochsane Mentes von der BUNTerLEBEN-Fachstelle den Hintergrund des kleinen Festivals erläutert. Im Jugendforum und der Jugendpflege gebe es viele junge Menschen, die sich für Respekt und Vielfalt und gegen Hass und Ausgrenzung einsetzten. Als Motto hatte man „So klingt Vielfalt“ gewählt.

Zuvor waren am Nachmittag die beiden Medienpädagogen Jörg Pfaffenroth von der Jugendpflege und Jan Rathje gefragt. Während Pfaffenroth am Ausprobierstand neueste Medien wie 3D-Brillen und die beiden selbst entwickelten Apps über Heinz Geis von Reichelsheim sowie die Digitalen Stolpersteine über Nieder-Florstädter Juden vorstellte, informierte Rathje, der früher an der Entwicklung von über 60 Computerspielen beteiligt war, über Gamification. Darunter versteht man Spielinhalte auf anderes zu übertragen und alles im Wettkampf zu sehen. Wer spielt vergleicht, will besser und cleverer sein. Will kämpfen ohne Risiken. Rathje weiß wie die Industrie tickt, wie sie Abhängigkeit forciert. Man kann aus Spielen viel lernen, aber das Maß muss stimmen, sonst wird es ungesund. Kinder sollten erst soziale und motorische Kompetenzen erlangen.

Man sollte die Spielregeln und die Fallen kennen, Spiele sollen Spiele bleiben ohne Einfluss auf die Realität zu haben, so Rathje. So kann man sich selbst Spielregeln fürs eigene Leben vergeben, Ziele und Veränderungen definieren. Man soll sich keine Regeln von anderen aufdrängen lassen, empfahl er. Jeder solle sich seine eigene Realität schaffen und mit einer positiven Einstellung schaffe man auch ein positives Leben.

Für die Verpflegung sorgte die Schülerfirma „Meet und eat“ der zehnten Klassen der Karl-Weigand-Schule mit ihren Lehrerinnen Michaela Geiger und Christiane Pfeifer.