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Der Stadtkurier
Ausgabe 47/2018
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Jugendpflege 4.0

Fortbildung „Störendes Verhalten von Jungs“

Wie „funktionieren“ Jungs? • Warum rangeln und raufen Jungs die ganze Zeit? • Was haben Jungs davon, gewalttätig zu sein? • Wie kann ich soziale Kompetenzen bei Jungs fördern?

All diesen Fragen sind 16 Pädagog*innen aus verschiedenen Institutionen am 6. und 7. 11. im Dorfgemeinschaftshaus Melbach nachgegangen. Geleitet wurde die Fortbildung von dem Sozialpädagogen Josef Riederle vom Bildungsinstitut KRAFTPROTZ (www.Kraftprotz.net ).

Die Fachstelle Jugendarbeit des Wetteraukreises in Kooperation mit der Jugendpflege 4.0 hatte nach dem Erfolg vom letzten Jahr - hier ging es um Kampfesspiele für Jungs - wieder zu einer Fortbildung mit dem Pädagogen Riederle eingeladen.

Ein interessanter Mix aus Theorie, Rollenspielen und Selbsterfahrungen machte das Seminar zu einem lebendigen Erlebnis. Aus der Alltagsbeobachtung heraus, dass Jungen oft als besondere Herausforderung erlebt werden und man schwer an sie heran kommt wurden Aspekte von männlicher Sozialisation und deren Bedeutung für das Heranwachsen betrachtet und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.

In der pädagogischen Praxis erlebt man alltäglich störendes Verhalten von Jungen, auf das man schnell genervt und ohne Verständnis reagiert, ohne die eigentliche Botschaft der Störung zu lesen und das geäußerte Verhalten genauer zu betrachten. Oft fühlt man sich hilflos und überfordert. Ein einfaches „kippeln mit dem Stuhl“ kann schon als Störung gesehen werden. In einem Brainstorming ging die Gruppe dann die möglichen Ursachen der Störung durch und bekam so ein besseres Verstehen für die Jungs. Wenn der Grund der Störung erkannt wird, dann ist es leichter eine gute Intervention zu finden, die dazu führt, dass der Junge aufhören kann zu stören.

Josef Riederle meint dazu: Es gibt 1000 Möglichkeiten - Es lohnt sich jedoch, wenn man sich den Störungen stellt, man versteht dadurch Jungenverhalten besser und kann Verhaltensweisen leichter dechiffrieren bzw. angemessener damit umgehen. Körperlichkeit ist eine Form der Kommunikation von Jungen, die wichtig für sie ist. In der Pädagogik konzentriert man sich eher auf das negative Verhalten und schaut nicht auf die Gefühlswelt der Jungs.

Sein Ziel ist es aus furchtbaren Momenten (wo man sich überfordert und genervt fühlt, fruchtbare Momente zu machen (die für das Lernen genutzt werden können) und nicht nach Schwächen sondern den Stärken zu schauen.

Da die Fortbildung von allen Teilnehmer*innen sehr positiv aufgenommen wurde, ist man am überlegen ob nicht wieder eine Fortsetzung im nächsten Jahr folgt. Interessenten können sich schon bei der Fachstelle Jugendarbeit des Wetteraukreises melden.

Bilder und Text: Jörg Pfaffenroth