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Der Stadtkurier
Ausgabe 48/2021
Allgemeines
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NABU-Gruppe Bingenheim

Ruhepause für Sechsbeiner - Teil 2

So überwintern Insekten im Garten

Auch Libellen sind Wintergäste in unseren Gärten. Die meisten Arten überwintern als Ei oder als Larve in einer Winterstarre. Die Winterlibelle ist eine Ausnahme, sie ist auch im Winter als adultes Tier zu finden, wie der Name schon sagt. Bei anderen Arten sterben die erwachsenen Tiere im Herbst. Um die Eier abzulegen suchen die Libellen je nach Art die passende Pflanze am Ufer eines Teiches aus. Die Mosaikjungfer legt ihre Eier in faulendes Pflanzenmaterial am Ufer. Daraus schlüpfen im Frühjahr die Larven. Sie wiederum überwintern anschließend ebenfalls noch einmal um dann im dritten Jahr als erwachsenes Tier erscheinen. Auch andere Arten können sogar mehrere Jahre im Larvenstadium überstehen, bis sie erwachsen werden. So macht es zum Beispiel der Vierfleck. Diese Libelle überwintert als Larve am Grund der Gewässer im Sediment. Zum Ende der Larvenzeit nutzt die Larve Pflanzenstängel um daran empor zu klettern und zu schlüpfen.

Naturbelassene Teiche sind eine optimale Überwinterungsstätte für Larven und Eier. Diese sind ideal, wenn sie mindestens einen Meter tief sind und von vielen Pflanzen umrandet sind und etwas Sediment am Grund haben. Wer den Tieren helfen möchte, sollte sich für einen naturnahen Teich mit Uferbewuchs entscheiden.

Florfliegen hingegen überwintern gern in unseren Häusern, auf Dachböden oder in Kellern. Finden sie im Garten jedoch einen Laub- oder Reisighaufen, nutzen sie diesen ebenfalls gerne als Quartier. Wer sie findet sollte sie an Ort und Stelle belassen. Sie erwachen im Frühjahr zu neuem Leben und sind dann willkommene Helfer gegen Blattlaus und Co..

Solitärbienen, also Wildbienen ohne Staat, überwintern als Biene oder als Bienenpuppe im Kokon. Passende Quartiere finden sie im Garten: Pflanzenstängel, hohle Äste oder eine Insektennisthilfe bieten einen guten Winterschlafplatz. Auch im Boden können Solitärbienen überwintern. Die Tierchen schlüpfen im zeitigen Frühjahr.

Bei den Hummeln vollzieht sich im Herbst ein Generationenwechsel: die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben, und aus der letzten Brutgeneration entstehen neue Königinnen. Sie verpaaren sich im Herbst noch und überwintern dann starr und gut versteckt in Ritzen, Totholz, Laub oder im Boden, zum Beispiel in Mäusenestern. Wer der nächsten Hummelgeneration helfen möchte, sollte die genannten Strukturen in seinem Garten haben und Blumenzwiebeln für das Frühjahr stecken, denn Hummeln sind mitunter die ersten Gäste im Garten und nach der langen Winterpause sehr hungrig. Winterlinge, Krokus, Märzenbecher und andere Frühblüher sind da willkommene Nahrungsquellen.