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Der Stadtkurier
Ausgabe 5/2021
Stadtteil Reichelsheim
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VdK informiert:

Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderungen ausgeweitet

Steuerpflichtige mit Behinderungen haben die Möglichkeit, bei der Steuererklärung anstelle eines Einzelnachweises für jede Aufwendung einen Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) für den täglichen Mehrbedarf geltend zu machen. Durch das Gesetz zur Erhöhung der Behinderten-Pauschbeträge und zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Behindertenpauschbetragsgesetz) sind diese Steuervergünstigungen zum 1. Januar 2021 verdoppelt worden.

Zugleich wurden die Regelungen zur Anerkennung eines Grads der Behinderung (GdB) angepasst. Seit Januar 2021 führt eine Behinderung bereits ab einem GdB von 20 (bisher 25) zu einem Pauschbetrag, nach der neuen Systematik steigt der GdB in 10er Schritten. Die folgende Tabelle zeigt, in welcher Höhe der Pauschbetrag bei welchem GdB gewährt wird:

Grad der Behinderung

Pauschbetrag in Euro

20

384

30

620

40

860

50

1.140

60

1.440

70

1.780

80

2.120

90

2.460

100

2.840

Für Menschen mit Behinderungen, die hilflos im Sinne des § 33b EStG sind, und für Blinde ist der Pauschbetrag von bisher 3.700 Euro auf 7.400 Euro angehoben worden.

Behindertenbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag eingeführt

In § 33 Abs. 2a EStG wurde zudem ein behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag geregelt. Anspruchsberechtigt sind

  1. geh- und stehbehinderte Menschen mit einem GdB von mindestens 80 oder mit einem GdB von mindestens 70 und dem Merkzeichen "G" sowie
  2. außergewöhnlich gehbehinderte Menschen mit dem Merkzeichen "aG", Blinde oder behinderte Menschen mit dem Merkzeichen "H" (hilflos)..

Bei einem Anspruch nach Regelung 1 beträgt der Pauschbetrag 900 Euro, bei einem Anspruch nach der zweiten Regelung 4.500 Euro. Achtung: Wer berechtigt ist, den höheren Pauschbetrag geltend zu machen, kann diesen nicht mit dem Pauschbetrag nach Regelung 1 kombinieren. Über diesen Fahrtkosten-Pauschbetrag hinaus werden keine weiteren behinderungsbedingten Fahrtkosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt.

Aus sogenannte Minderbehinderte profitieren von Neuerung

Bis 2021 ist der Pauschbetrag Steuerpflichtigen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50 nur gewährt worden, wenn

  • ihre Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat,
  • ihre Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruhte oder
  • ihnen wegen ihrer Behinderung eine gesetzliche Rente zustand.

Diese Zusatzvoraussetzungen in § 33b Abs. 2 EStG sind zum Jahreswechsel komplett entfallen..