Die Kälteeinbrüche zu Weihnachten und der Sturm „Elli“ Anfang des Jahres schlugen Tausende bei uns überwinternde Kraniche in die Flucht. Inzwischen kehren die ersten Kraniche nach Deutschland zurück, der Flug in die Brutgebiete hat begonnen.
Die Rückkehr der Kraniche nahm in den letzten Tagen wieder deutlich zu. Beflogen wurden alle Hauptrouten, den eingegangenen Meldungen nach etwas mehr via Rheinland-Pfalz und Hessen als über NRW.
Die Kraniche haben es beim Weg zum Brutplatz grundsätzlich recht eilig. Während sie im Herbst oft mehrere Wochen an den großen Rastplätzen pausieren, wird jetzt durchgezogen. Am Ziel der Rückreise wartet kein großes Happening, bei dem sich alle wieder treffen.Es geht um geeignete Brutreviere für jeweils ein Kranichpaar, wo es im Frühling und Sommer Nachwuchs aufziehen kann. Andere Kraniche in zu großer Nähe stören dabei. Im Unterschied zu Störchen oder Reihern sind Kraniche keine Koloniebrüter. Ihre Nester befinden sich auch nicht einigermaßen vor Fressfeinden sicher in Baumkronen oder auf Hausdächern, sondern direkt am Boden, geschützt nur durch eine möglichst versteckte Lage und umgeben von möglichst knietiefem Wasser.
Der Zeitpunkt des Rückflugsbeginns ist übrigens nicht ungewöhnlich. Vor einem Jahr ging es auch Ende Januar los. Dass in den östlichen Hauptbrutgebieten aktuell Dauerfrost herrscht, können die Kraniche nicht wissen. Solange die Kälte nicht mit tiefem Schnee verbunden ist, kommen sie damit aber ohnehin recht gut zurecht.