Die Welt um uns herum wird nicht einfacher und meines Erachtens sollten möglichst viele Menschen ein Ehrenamt begleiten, um dem Zerfall der Werte in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken und sich selbst etwas Gutes zu tun.
Ich freue mich, wenn ich anderen Menschen helfen kann, die Komplexität in der neuen Digitalen Welt besser in den Griff zu bekommen. Mich freut auch die Dankbarkeit der "Schüler", die Freude am neu Gelernten bzw. Verstandenen haben.
Meines Erachtens macht das Handy die meisten Probleme. Unsere Schüler haben oft ein Handy, wurden aber nie unterrichtet und haben das Gerät sicherlich auch zu lang ignoriert.
Zweites großes Thema sind Schlagworte, die sie aus Funk und Fernsehen kennen und nicht einordnen können => Scann sie einen QR Code, Besuchen sie uns auf www... im Internet, Buchen sie online einen Termin, etc.
"Sie können Nichts falschmachen" ist ein von mir oft genannter Satz, damit die Menschen die Angst verlieren, sich mit dem Gerät oder der App zu beschäftigen.
Danach kommt gleich: "Probieren Sie es doch aus, da kann Nichts passieren".
Natürlich weise ich auch darauf hin, dass Geldgeschäfte, Onlinebanking, Wetten, etc. nicht ohne Hilfe getätigt werden dürfen - hier kann doch sehr viel passieren, wenn der alte Mensch leichtsinnig und ohne Vorkenntnisse in die Fallen des Internets tappt.
Ich empfinde die 1-zu-1 Schulung als deutlich sinnvoller: Hier kann man in der gewohnten Umgebung zu Hause auf alle Fragen eingehen und der Schüler braucht keine Angst zu haben, dass er "so blöde Fragen stellt" und die "anderen ihn komisch anschauen".
Oft baut man eine sehr innige Beziehung zu seinem Schüler auf - man lernt ihn kennen, versteht seine Ängste und Sorgen und versucht ihm eine gangbare Lösung anzubieten.
Meine "erste" Schülerin ist mittlerweile 99 Jahre alt und ich besuche sie weiterhin regelmäßig jede Woche für mehrere Stunden.
Unser Verhältnis ist sehr innig - nicht wie Lehrer & Schüler, sondern eher wie Oma & Enkel.
Ein Highlight ist ein Tagebuch auf dem Computer, welches die 99-jährige Dame jetzt regelmäßig schreibt - ich gebe eine Aufgabe, z.B. sie solle von der Kriegszeit oder ihrer Flucht erzählen und sie schreibt das dann alleine auf und gemeinsam lesen wir das dann in der Folgewoche. Hoch emotional.
Mit dem Besuch des "Marktplatzes" kann sich der Senior in Ruhe ein Bild machen, was die Digitalen Helfer anbieten und welche Themen da behandelt werden. Unser Besucher darf alle Fragen stellen und soll sehen, wo wir ihn unterstützen können.
Ich sage JA, der Umgang mit Digitalen Medien hat sich mittlerweile verändert.
Anfangs wurde das oft als "Teufelszeug" gesehen, was einem Angst macht und was man in der Regel nicht braucht.
Ich würde sagen, die ältere Generation ist offener geworden und versteht, dass man sich mit dem "neuen Kram", z.B. den digitalen Medien beschäftigen muss - gerade dann, wenn man noch relativ jung ist und gerne 100 Jahre alt werden möchte;-)
Oft können die eigenen Kinder oder Enkel nicht wirklich gut helfen.
Nicht weil sie es nicht können, sondern weil ihre Beziehung zum Schüler zu eng, zu intensiv ist.
Besser ist, wenn ein "Fremder" angesprochen wird - er hat die nötige Distanz und geht dann individuell auf die Fragen ein.
Das kann ein Digitaler Helfer sein.
Meines Erachtens lässt sich die Digitalisierung nicht aufhalten - sie ist bereits da und wird Schritt für Schritt in immer mehr Bereiche ausgerollt.
Wenn man auch zukünftig am Leben teilhaben will, darf man sich der Digitalisierung nicht verschließen, da man sonst ausgegrenzt wird und auch immer mehr ins Abseits rückt.
Ich würde sagen: "Es ist wie beim Tennis - es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und ob man will oder nicht: Üben, Üben, Üben". Das war schon immer so und wird auch sicherlich so bleiben :-)
Danach bietet sich der Kauf eines Handys oder Tablets an, damit das auch in die Tat umgesetzt werden kann - idealerweise zusammen mit einem guten Freund oder einer guten Freundin.