Netto ist auf gutem Wege. Nahversorgung für Ort. Parken im Schatten von Bäumen wäre top.
Wenn das Wetter weiterhin mitspielt und der Baufortschritt ungebremst voranschreitet, wird die Politik gegen Ende des Sommers die Netto-Eröffnung in Dirmingen zelebrieren. Endlich verfügt Dirmingen wieder über eine Einkaufsmöglichkeit für die Lebensmittel des täglichen Bedarfs und noch ein bisschen mehr. Verbissen legten jahrelang engagiert und unverzagt die Akteure ihr Herzblut in dieses Ziel.
Die Eigentumsfrage, die Hochwasserproblematik, Baurecht, Verkehrsanbindung, Natur- und Lärmschutz mussten geklärt werden und wurden es auch.
Vielversprechend hieß es sinngemäß in dem umfangreichen Berg notwendiger Genehmigungspapiere:
Die Verbauung von Überschwemmungsraum wird durch die Schaffung einer Rückhaltemulde von 400 m³ in Richtung Bergweiler am Alsbach gelöst.
Die Anlieferung des Marktes und die damit verbundenen Lärmemissionen dürfen nicht nach 20:00 h und nicht vor 6:00 h erfolgen.
Die Eingrünung des Plangebietes durch Gehölzstrukturen ist eine der wichtigsten grünordnerischen Maßnahmen zur Gestaltung des Ortsbildes und für den naturschutzfachlichen Ausgleich. Daher wird je 4 Parkplätze ein Großbaum gepflanzt;
Das heißt, bei über 40 Parkplätzen erfolgt eine Eingrünung mit mindestens zehn Laubbäumen, was optisch ein ansprechendes Dorfbild gibt und die Kunden in der Hitze des Sommers im Schatten parken lässt. Doch Pustekuchen.
Die neu zu pflanzenden Bäume werden auf Restflächen in den Randbereich verbannt. Die Verkehrsfläche im Vorfeld des Marktes wird sich als eine baumlose, unschöne Asphaltfläche präsentieren.
Leider haben die vielen Akteure es versäumt, dem Investor hier klare Vorgaben zu machen. Für Bäume ausreichend dimensionierte Pflanzgruben lassen sich heute problemlos überfahrbar gestalten, sodass dem Baum kein Parkplatz zum Opfer fällt.
Hier wählte man in Dirmingen leider die billige, wenig fortschrittliche Variante einer 08/15-Gestaltung der Parkplatzfläche: wenig ansprechend, wenig kundenfreundlich und städtebaulich unattraktiv.
Schade, eine Chance wurde – trotz vielen teils konkurrierenden Eifers – von der Politik und Verwaltung vertan.
Doch noch ist es nicht zu spät. Die Baustelle ist in vollem Gange und integrierte Baumstandorte ließen sich mit gutem Willen realisieren. Eine wichtige Entscheidung für die nächsten mindestens fünfzig Jahre.