Imposante 3,5 Meter hohe Herkulesstaude. Ein Magnet für Bienen und viele andere Insekten. Berührung kann beim Menschen übelste Hautverbrennungen verursachen.
Die aus dem Kaukasus stammende Pflanze ist zwischenzeitlich in Mitteleuropa flächendeckend verbreitet. Sie etabliert sich in den hiesigen Lebensgemeinschaften. Ihre Bekämpfung macht nur punktuell Sinn.
Versieht man auf einer Gemeindekarte von Eppelborn jedes Vorkommen dieser Pflanze mit einem Punkt, so dürften es mindestens einhundert Standorte sein. Wiederum konservativ jeden Standort mit einhundert Pflanzen gerechnet, ergeben sich rund 10.000 Vorkommen.
Angenommen, der gesamte Bauhof, unterstützt von Feuerwehr, Landwirten, NABU und weiteren Freiwilligen, beseitigt mit Schutzkleidung (!) kontinuierlich das ganze Jahr über den Aufwuchs der Pflanze, so zeigt sich gegen Ende des Jahres die Gemeinde Eppelborn überirdisch ohne Bärenklau.
Im Boden verbleibt eine bis zu 60 cm tief reichende Pfahlwurzel mit Knollen, die als Nährstoffspeicher fungieren. Im Jahre 2027 treibt dieser unterirdische Teil der Pflanze aus, als wäre nichts gewesen, und der Kampf muss sich wiederholen. Aber auch einmal angenommen, eine Kompanie Soldaten wird im Jahr 2026 zur Hilfe gerufen, um dem Wurzelwerk zu Leibe zu rücken (was völlig unrealistisch ist). Wäre dann der Kampf gewonnen? NEIN.
Eine einzelne Pflanze kann jährlich bis zu 50.000 Samen produzieren. Der Boden enthält ein Potenzial von Millionen an Samen, die wiederum bis zu einem Jahrzehnt keimfähig bleiben. Ohne Dauerbekämpfung über Jahre wird sich der Bärenklau immer wieder etablieren. Doch wäre damit endlich das Problem gelöst? NEIN.
Eppelborn wird durchflossen von Ill und Alsbach. Gewässer, die in Nachbargemeinden wie Illingen, Merchweiler, Tholey und Marpingen ihren Ursprung haben. Bärenklau gedeiht dort tausendfach entlang von Bachläufen. Die Pflanzen werfen ihren Samen ins Gewässer, welche die potenziell neuen Pflanzen immer wieder am Ufer (und während Überschwemmungen in der Aue) ablagern. Ergo, auch diese Kommunen müssten in einen illusorischen Ausrottungskrieg gegen Bärenklau ausrücken.
Der Bärenklau ist nicht nur saarlandweit, sondern in ganz Deutschland und in sämtlichen Nachbarländern seit Jahren etabliert. Er gilt als invasiv, wird sich aber dauerhaft in unser Ökosystem einnischen.
An den wenigen Standorten, an denen der Bärenklau an Spielplätzen, Schulhöfen, Schutzhütten, Ruhebänken wächst, gilt es, ihn bis zur punktuellen Ausrottung zu bekämpfen. Ansonsten hilft nur stete Aufklärung und Information über die Gefahr, die durch Hautkontakt mit der Pflanze bzw. bei der Bekämpfung aufgewirbelten Aerosolsaft Verbrennungen verursachen kann. So wie jedes Kind gelehrt wird, bei der Überquerung der Straße auf den Verkehr zu achten, so sollte jeder Mensch die Pflanze erkennen können und um deren Gefährlichkeit wissen.
Baustopp bei Netto
Die Ursache ist so simpel wie heilbar. Der Bauherr hat es versäumt seine Genehmigungs-Auflage zu erfüllen. Der verbaute Retentionsraum (Überschwemmungsraum), – hier 400m³ – muss kompensiert werden. Und zwar vor bzw. spätestens mit Baubeginn. Wenige Meter oberhalb in Richtung Bergweiler wird eine Mulde, die etwa 400m² bei Hochwasser fasst, ausgehoben, und weiter kann es mit dem Bau gehen.