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Das Nachrichtenblatt Eppelborn
Ausgabe 19/2026
Aus unserer Gemeinde
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NABU Unteres Illtal

Der bis zu 40 cm hohe Gefleckte Aronstab ist in feuchten Laubwäldern und Auwäldern zu finden. Mit seinen dunkelgrünen, lang gestielten, oft gefleckten und pfeilförmigen Blättern und der auffälligen Blüte ist er unverkennbar.

Im Bild geöffneter Kolben. Von oben nach unten sind der Haarkranz, die männlichen Blüten und die weiblichen Blüten zu erkennen. Letztere zeigen im Herbst rote Früchte.

Nepper, Schlepper, Fliegenfänger – auch im Pflanzenreich

Angelockt von dem blauvioletten nach Aas stinkenden Kolben lassen sich Abortfliegen auf dem weißlich grünen Hochblatt des Gefleckten Aronstabes nieder. Auf dem auch Spatha genannten glatten öligen Blatt rutschen sie ungewollt durch die Reusenhaare in den Kesselboden.

 

Statt Jauche oder Fäkalien, wo diese Tiere üblicherweise ihre Eier ablegen, finden sie ein wenig Nektar. Aber entkommen ist vorerst nicht. An der Basis des Kessels sitzen die weiblichen Blüten. Sie werden von den mitgebrachten Pollen bestäubt. Danach reifen die Staubbeutel der darüber liegenden männlichen Blüten.

 

Jetzt erst welken die Reusenhaare der Pflanze und erlauben das Entkommen der Insekten, nicht ohne, dass diese zuvor mit neuen Pollen an den männlichen Blüten beladen wurden. Da Aasfliegen aus Erfahrung nicht klug werden, besuchen sie den nächsten Aronstab und die Geschichte beginnt von vorne. Die Pflanze verhindert durch diesen Trick ihre Selbstbefruchtung.