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Das Nachrichtenblatt Eppelborn
Ausgabe 20/2026
Aus unserer Gemeinde
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Kunst geht neue Wege - Jean-Lurçat-Museum

Jean-Lurçat-Museum

„Viele von uns erinnern sich an Museumsbesuche, die eher nach ‚Still sein und schauen‘ klangen. Genau das wollten wir ändern.“

Mit dem Wunsch, auch junge Menschen und Kinder für einen Museumsbesuch zu begeistern, hat die Jean-Lurçat-Gesellschaft nach neuen Wegen der Vermittlung gesucht – damit Kunst nicht nur betrachtet, sondern erlebt wird.

Die Grundschule Eppelborn-Bubach hat sich auf dieses Experiment eingelassen. Den Anfang machten die dritten und vierten Klassen – als erste Pioniergruppen, die das neue Format ausprobierten.

Der Tag startete mit einem kleinen Spaziergang von der Schule zum Jean-Lurçat-Museum, wo Matthias Kartes die Gruppe bereits erwartete. Die erste Energie war abgebaut – und die Kinder waren aufmerksam und neugierig, wie ein Schwamm für Neues. Statt einer klassischen Führung folgte eine moderne Form der Wissensvermittlung: Die Klasse teilte sich in drei Gruppen auf, jede Gruppe erhielt ein Tablet. Über eine App waren drei Themen kindgerecht und spannend aufbereitet. Gemeinsam erarbeiteten die Kinder ihr Thema, überlegten, was daran besonders wichtig war, und planten, wie sie es der Klasse anschließend vorstellen würden. Museum ist in den neuen Lernwelten angekommen: digitale Medien nutzen, eigenverantwortlich Inhalte erschließen, das Wesentliche herausarbeiten und Wissen miteinander teilen.

Für die erwachsenen Begleitpersonen war es eine große Freude zu erleben, wie die „neuen Expertinnen und Experten“ ihr Wissen miteinander teilten. Und wenn es einmal hakte, unterstützte Matthias Kartes gern. Ob am Ende wirklich alle alles verstanden hatten? Das wurde in den Gruppen mit einem Quiz überprüft – und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Die Fragen wurden mit viel Konzentration und erstaunlich sicher beantwortet.

Natürlich gab es danach noch viel mehr im Museum zu entdecken. Gemeinsam ging die Klasse auf Entdeckertour – und dabei blieb kaum eine Frage offen.

Die Köpfe rauchten vor lauter Eindrücken. Weiter ging es in den Werkraum im Untergeschoss unter dem Museum: Erst einmal kurz durchatmen, frühstücken und neue Energie tanken.

Dann war die Bühne frei: Aus Kunstschülerinnen und -schülern wurden selbst Künstler. Genau wie Jean Lurçat skizzierten sie zunächst ihr Motiv mit dem Bleistift, um es anschließend mit Pinsel und Farbe zum Leben zu erwecken.

Gegen Mittag ging es zurück zur Schule. Man sah lachende Kindergesichter – und auch die Lehrkräfte wirkten begeistert.

Um den entstandenen Arbeiten einen würdigen Rahmen zu geben, wurde am 3. Mai während der regulären Öffnungszeit eine Auswahl der Kinderbilder im Museum präsentiert. Besucherinnen und Besucher konnten staunen, was die Kinder geschaffen hatten – und was sie dabei inspiriert hatte. Ein Angebot, das viele, groß und klein, dankbar angenommen haben.

Am Ende eines Films stünde jetzt: „To be continued“. Und genau so ist es auch hier: Die Grundschule nimmt das neue Format in ihre Jahresplanung auf – weil Lernen im Museum nicht nur funktioniert, sondern richtig Freude macht.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Das Format lässt sich auch mit weiteren Klassen und Schulen umsetzen. Die Jean-Lurçat-Gesellschaft freut sich über neue Kooperationen und darauf, gemeinsam noch mehr Kinder für Kunst zu begeistern.