Am Samstag, dem 06.06.2026 fand eine interessante, außergewöhnliche Wanderung des IlltalerLand e.V. am Finkenrech in Dirmingen statt.
Bereits am Waldeingang hinter Finkenrech, vorbei an tiefem Grün rechts und links des Weges, wurde der Blick der Teilnehmer auf teils blattlose Lücken in den Kronen einzelner Bäume gelenkt. Eine imposante, deutlich über hundertjährige und fast meterdicke Buche am ersten Halt macht äußerlich einen vollkommen normalen Eindruck. Erst als die Gruppe auf den starken Rückschnitt im Kronenbereich hingewiesen wurde, war das Interesse für den Grund einer solch drastischen Maßnahme geweckt. Uwe Tobä zeigte die Auswertungen einer Holzwiderstandsmessung und einer Baumtomographie, die unschwer erkennen lassen, dass der Baum nur noch über knapp zwei Drittel seiner inneren Haltefähigkeit verfügt. Ohne den Rückschnitt hätte eine Fällung erfolgen müssen, so wird er noch einige Jahre stehen können. Ursache für diese inneren Schäden sind holzzersetzende Pilze. Nach den Dürrejahren ab 2018 wurden die Bäume derart geschwächt, dass aus ehemals lange bereits vorhandenen Pilz-Symbionten und harmlosen Restholz- und Laubzersetzer mittlerweile gefährliche Baumzerstörer werden.
Mit geschärftem Blick konnten die Teilnehmer an etwa zwanzig Stellen die Verursacher und die Folgen ihres Befalls finden. Das Spektrum reicht vom unaussprechlichen, besonders aggressiven Biscogniauxsia nummeralis bis zum Eschentriebsterben verursachenden, aus der Mandschurei stammenden, kleinen weißen Stengelbecherchen. Zu den bereits heimischen Arten kommen aus anderen Ecken der Erde eingewanderte oder eingeschleppte Arten, die den Druck auf die Waldbestände noch verstärken.
Das grandiose Panorama Richtung Schaumberg zeigte dann für die informierten Wanderer auch die Borkenkäfer- und Pilzschäden an den Waldbeständen der Region. Natürlich stellt sich der Runde die sorgenvolle Frage nach der Zukunft des Waldes. Eine Antwort gibt der Blick auf den mit artenreichen, jungen Bäumen am Boden des naturnah bewirtschafteten Waldes. Hieraus wird sicher ein neuer, besser angepasster Wald aufwachsen.
Es war eine äußerst aufschlussreiche Erlebnistour bei schönstem Wanderwetter. Ein großer Dank gilt Uwe Tobä, der das Thema „Weltherrschaft der Pilze“ eindrucksvoll erläutert hat.