Titel Logo
Das Nachrichtenblatt Eppelborn
Ausgabe 32/2026
Aus unserer Gemeinde
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

NABU Unteres Illtal

Was Hitze und Dürre nicht schaffen, bewirken unsensibel ausgeführte Bauarbeiten. Statt die Gelegenheit zu nutzen und den Standort zu optimieren und Bewässerungsrohre vorzusehen, wird rücksichtslos Wurzelraum zerstört.

Mit dem "Prinzip der 1000 Mulden" werden überall in den Wäldern Gräben vertieft, Mulden, Tümpel und Rückhaltemöglichkeiten für Wasser geschaffen.

So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – es ist so weit.

Der Klimawandel hat uns voll im Griff, und er wird bleiben. Die seit Jahrzehnten ungehörten Rufe der Kassandren erweisen sich als bittere Wahrheit. Die Nachrichten über verheerende Waldbrände in Spanien, Frankreich, Rumänien, Japan, Kanada, USA, u.a. werden in den kommenden Jahren auch aus Deutschlands Wäldern vermeldet werden.

Der Klimawandel präsentiert die Rechnung

Aktuell vertrocknen massenhaft Bäume in den saarländischen Wäldern. Die finanziellen Schäden gehen in die Millionen, für Eppelborn in die Hundertausende. Totholz in den Baumkronen wird zur Sperrung vieler Wald- und Premiumwanderwege führen. Die Kette schlechter Nachrichten reißt nicht ab.

Eppelborns Ortskern wird baum- und trostlos?

Da ist das Absterben vieler Bäume aufgrund unzureichender Pflanzgruben, fehlender Bewässerung bei extremer Dürre noch das kleinere Übel. Der Parkplatz am Güterbahnhof glüht in der Sommer-Hitze bald endgültig baumlos. Da nützt es auch nix mehr, dass der NABU in der Vergangenheit wiederholt ein Programm zur Optimierung der bestehenden Baumstandorte forderte. Eine Begrünungsoffensive im Ortskern mit weiteren Laubbäumen in fachlich qualifizierter Form wurde erst gar nicht politisch diskutiert geschweige denn umgesetzt. Eppelborns Ortskern verliert noch mehr an Attraktivität, da rettet ein neuer Marktplatz ohne Trinkbrunnen, ohne Nebeldusche und mit Minibäumchen dekoriert das Image auch nicht.

 

Veränderte Bestattungskultur als Chance nutzen

Auf fast allen Friedhöfen zeigen sich große Freiflächen. Diese können intensiv mit Bäumen bepflanzt und parkähnlich gestaltet werden. Dies sorgt nicht nur für mehr Grün, Sauerstoff und Schatten, sondern bietet die Chance der Baumbestattung. Die wirtschaftliche Negativbilanz der Friedhöfe lässt sich als Nebeneffekt durch weniger Friedwaldbestattungen reduzieren.

Kein Konzept zum Wasserrückhalt in den Wäldern.

Leider blieb auch die Idee der „1000 Mulden“ – ein Konzept zum Wasserrückhalt in den Wäldern ungehört. Zehntausende von Kubikmeter Niederschlag könnten so bei Starkregen in den Wäldern rund um Eppelborn zurückgehalten werden, die Ortskerne von Hochwasser entlasten und den Wasserhaushalt des Waldes verbessern. Doch auch hier leider Fehlanzeige. Die Prioritäten in Eppelborn liegen woanders.

 

Lernt der Mensch erst durch Katastrophen?

Der Klimawandel bleibt kein Tagesereignis. Heute trifft er Menschen durch Starkregen, morgen fordert die Naturkatastrophe Hitzetote, übermorgen explodieren die Preise in nahezu allen Sparten. Der Weg in den nächsten Jahren wird kein leichter sein, er wird umso schwerer je weniger wir aus unseren Fehlern lernen.