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Das Nachrichtenblatt Eppelborn
Ausgabe 6/2026
Aus unserer Gemeinde
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NABU Unteres Illtal

Eine ca. 500m² große Fläche wird benötigt um ein 330m³ fassendes Rückhaltebecken für Rotenberg II anzulegen. Das Becken soll den Starkregen auffangen. Unterhaltung und Freiräumen obliegt der Gemeinde.

Dirmingen-Rotenberg – ein Neubaugebiet mit Haken und Fallstricken

Der durch Hochwasser und Starkregen leidgeprüfte Ortsteil Dirmingen soll ein 3,6 ha großes Neubaugebiet auf dem Rotenberg erhalten. Dass durch diesen geplanten Landschaftsverbrauch und die damit einhergehende Versiegelung die Überflutungsgefahr im Dorf nicht gemindert wird, ist mehr als einleuchtend.

Verpflichtende Retentionszisterne für jedes Grundstück

Da vor Ort aufgrund der Bodenqualität eine Versickerung ausscheidet, werden die Bauherren (vermutlich 50 an der Zahl) verpflichtet, jeweils eine 3m³ große Retentionszisterne vorzuhalten. Ein Drosselabfluss und ein Notüberlauf sind zwingend vorgeschrieben.

Schwimmbadgroßes Rückhaltebecken für alle Bauherren

Da dieses Rückhaltevolumen nicht ausreicht, muss ein 330m³ großes Rückhaltebecken ausgebaggert werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist eine Zäunung ebenso erforderlich wie eine Zufahrt zum Reinigen des Beckens.

Entwässerungsgraben soll Baugebiet vor Starkregen schützen

Auf drei Seiten umgibt ein Entwässerungsgraben zum Schutz vor Starkregen das Baugebiet. Die dafür benötigte 1300m² Fläche geht in die Ökobilanz ein. Offen die Frage, wer für die Funktionsfähigkeit des Grabens verantwortlich zeichnet.

Folgekosten für alle Eppelborner

Die Kosten für die dauerhafte Unterhaltung, Reinigung und Sicherung des mehrere hundert Quadratmeter großen Beckenareals und des Entwässerungsgrabens darf voraussichtlich der Eppelborner Steuer- und Gebührenzahler übernehmen. Die Gestehungskosten werden auf die Käufer der Baugrundstücke umgelegt.

Gegenläufige Entwicklung: weniger Steuerzahler finanzieren wachsende Infrastruktur.

Die Zahl der Eppelborner (Steuer-, Gebühren- und Abgabenzahler) sank und sinkt von über 19.000 Einwohner auf heute über 16.000 Einwohner. Tendenz hält an. Geblieben sind die Infrastruktur an Straßen, Kanälen, Gemeinschaftseinrichtungen und deren Unterhaltung. Dass bei weiterem Zubau die Belastung des einzelnen Haushalts steigt und steigt, darf also niemand verwundern. Eine Strategie der Kostendämpfung und Kosten-Stabilisierung sieht gewiss anders aus.

Arbeitsverweigerung in Sachen moderner Ortsentwicklung

Altbausanierung, Modernisierung, Abriss von Schrott-Immobilien und Neubau von altersgerechtem Wohnraum, Ortskernerneuerung, kompaktes Bauen, Verdichtung, etc. sind städtebaulich ein schwieriger, aber deshalb ein umso notwendigerer Weg. Eine nachhaltige und zukunftsfähige Kommunalpolitik moderiert, Architekten, Investoren, Private, Projektentwickler und Baugesellschaften. Ortsentwicklung statt Landschaftsverbrauch. Auf was warten Politik und Verwaltung?