Team Deutschland im Ziel: Friederike Schoppe (2. v. li.) wurde bei der 50 km WM in Neu-Delhi zusammen mit ihren Teamkolleginnen sensationelle Fünfte in der Mannschaftswertung.
Eine sensationelle Nachricht hatte im Oktober LSG-Lauf-Ass Friederike Schoppe erreicht. Sie war vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV) in der Frauenhauptklasse für die 50 km Weltmeisterschaft in Neu-Delhi/Indien nominiert worden. Hintergrund war ihre fantastische Premiere über 50 km bei den Deutschen Meisterschaften letzten Februar gewesen. In hervorragenden 3:28:20 h war sie mit elf Minuten Vorsprung Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse W45 geworden.
Ursprünglich sollte der WM-Lauf am 7. Dezember 2025 stattfinden. Ganz kurzfristig war der Termin dann Ende November abgesagt und auf den 14. März 2026 verlegt worden. Für die Trainingsvorbereitung war dies ein schwieriges Unterfangen gewesen. Die 49-Jährige musste einen komplett neuen spezifischen Trainingsaufbau angehen – noch einmal über 10 Wochen hinweg.
In der letzten Woche war es dann endlich soweit. Friederike Schoppe flog in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (10./11. März) in die indische Hauptstadt und traf sich dort mit dem deutschen Team. Außer ihr hatte der DLV drei weitere Frauen für die WM nominiert – sowohl als Einzelstarterinnen als auch als Mannschaft. In der Männerklasse dagegen hatte niemand die Qualifikationsanforderungen erfüllt.
Nach zwei Tagen Eingewöhnung fiel der Startschuss am frühen Samstagmorgen um 4:00 Uhr Ortszeit. Eine weitere große Herausforderung angesichts der ohnehin starken Belastung bei einem Ultralauf. Diese ungewöhnliche Startzeit resultierte aus den klimatischen Bedingungen. In der Nacht herrschen derzeit 22 °C, während die Temperatur tagsüber auf über 30 °C ansteigt. Das wäre für einen solch langen Lauf unerträglich.
Um 1:00 Uhr sollte der Wecker klingeln. Doch Friederike Schoppe ging am Ende ohne Schlaf in das WM-Rennen. Durch die Zeitumstellung war ihr Biorhythmus nicht darauf eingestellt gewesen, entsprechend früh schlafen zu können.
Das Event fand direkt vor dem Nationalstadion der indischen Hauptstadt statt. Zehnmal musste die durchaus anspruchsvolle 5-km-Pendelstrecke absolviert werden. Die Untergründe wechselten ständig: Tartan, Gummi, Asphalt, längere Abschnitte uneben gepflastert, Bodenschwellen, Schlaglöcher - das Ganze im Dunkeln bei Laternenlicht und dazu eine enge 360-Grad-Kurve am Wendepunkt, der zehnmal zu passieren war.