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Selterser Kurier
Ausgabe 14/2026
Vereine und Verbände
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Eisenbach - Einst und Jetzt

Was verraten ein vergilbtes Foto aus der Mühlstraße, eine knappe Notiz in einer alten Lohnliste oder ein längst verschwundenes Grab auf unserem Friedhof über die Geschichte unseres Dorfes? In einer neuen, tiefgreifenden Veröffentlichung auf der Webseite „Eisenbach - Einst und Jetzt“ begeben sich Christian Heinz und Julia Hartmann auf eine bewegende Spurensuche.

Im Fokus stehen die „Fremden“, die durch die Wirren der Weltkriege des 20. Jahrhunderts in unseren Taunus-Ort gespült wurden. Der Bericht rekonstruiert aus Bruchstücken das Leben von Menschen, die oft nur als namenlose Arbeitskräfte in der Statistik auftauchten, deren Einzelschicksale jedoch tief mit der Eisenbacher Geschichte verwoben sind.

Von Florenz nach Eisenbach

Eines der zentralen Rätsel ist die Geschichte von Aldo Binischi Gras, einem Beamten aus Florenz, der als italienischer Militärinternierter unter härtesten Bedingungen Zwangsarbeit leisten musste und 1946 in Eisenbach verstarb. Sein heute verschwundenes Grab markiert den Beginn einer Recherche, die weit über unsere Gemarkungsgrenzen hinausreicht.

Zwischen Solidarität und Besatzungsalltag

Der Beitrag beleuchtet zudem:

  • 1914/1915: Französische Kriegsgefangene, die zur Zeit des Ersten Weltkriegs bei der Feldarbeit halfen und teils eine fast nachbarschaftliche Beziehung zu ihren Bewachern pflegten.
  • 1923: Die angespannte Zeit der französischen Besatzung, als die Demarkationslinie direkt durch den Alltag der Eisenbacher verlief.
  • 1939-1945: Die Schicksale von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen aus ganz Europa, die in lokalen Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt wurden - oft unterteilt in „Menschen zweiter und dritter Klasse“.

Besonders berührend ist die Geschichte der Familie Kupay, die an die tragischsten Momente dieser Zeit erinnert und zeigt, dass die große Weltpolitik ihre schmerzhaftesten Spuren oft im Kleinen hinterließ.

Jetzt online lesen

Wir laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, diesen wichtigen Teil unserer Ortsgeschichte kennenzulernen. Der vollständige Bericht mit historischen Fotos und Dokumenten ist ab sofort auf unserer Vereinsseite verfügbar: www.wir-für-eisenbach.de