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Selterser Kurier
Ausgabe 16/2026
Kirchliche Nachrichten
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Mittelalterliche Lieder von Hoffnung, Glauben und Liebe Arthawyn begeisterte in der Münsterer Kirche

Selters-Münster (uf) Ein eindrucksvoller Konzertabend fand in der Evangelischen Kirche in Münster statt. Die Spielfrauen „Arthawyn" begeisterten mit einem Programm der Extraklasse. Und bewiesen: Mittelalterliche Musik kann auch „mit Gefühl".

Mit ihrem fast zweistündigen Programm entführten die drei Spielfrauen Anna Departhos, Brunhilla vom Reichenstein und Claudia Zierer die knapp 200 Besuchenden in der Münsterer Kirche einfühlsam in die Welt der mittelalterlichen Tanzlieder und Balladen. Jedes Lied wurde kurz und kundig vorgestellt. Und so erfuhren die Besuchenden von den Unterschieden der „hohen" zur „ebenen" Minne, erfuhren viel über die Frömmigkeit jener Zeit und lernten orientalische und sephardische Einflüsse kennen. Mit einer Vielzahl zeitgerechter Instrumente brachten die Spielfrauen dann auch den Klang jener Zeit in einen Kirchenraum, der für so eine Musik wie geschaffen erscheint.

Die allermeisten der vorgestellten Melodien und Lieder entstammen der Zeit des Hohen Mittelalters, nur selten sind die Namen derer bekannt, die einst die Zeilen sangen, die an diesem Abend zu neuem Leben erweckt wurden in ihrer Urtümlichkeit. „Musik kann Brücken schlagen, wo Grenzen gezogen werden" – so führte Anna Departhos ein sephardisches Lied ein, das von unerlaubter Liebe und dem Verlust der Heimat handelt.

Nur kurz wurde die Epoche des späten 19. Jahrhunderts gestreift, in der zahlreiche angeblich mittelalterliche Lieder in romantisierender Manier den verklärenden Zeitgeist mit plumpen und historisierenden Klischees spiegelten.

Hingegen: Fast alles, was an Klang und Wort an jenem Abend in der Münsterer Kirche zu Gehör kam, atmete den Geist jener scheinbar längst vergangenen Zeit, in der die Menschen doch dieselben Gefühle hegten, wie wir sie heute nur zu selten zu Wort kommen lassen und sangen von Hoffnung, Glauben und Liebe.