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Selterser Kurier
Ausgabe 18/2026
Kirchliche Nachrichten
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Schweigen ist keine Option: Christentum zwischen Nächstenliebe und politischer Instrumentalisierung

Der Vortrags- und Gesprächsabend „Christentum und Rechtsextremismus – unterscheidet die Geister“ im katholischen Pfarrheim in Bad Camberg zeigte eindrücklich, wie notwendig eine differenzierte Auseinandersetzung mit religiöser Sprache im politischen Kontext ist.

In Bad Camberg fand ein prägender Abend zum Thema „Christentum und Rechtsextremismus“ statt. Dr. Frank van der Velden, Theologe und Bistumsbeauftragter, analysierte, wie religiöse Sprache politisch instrumentalisiert wird – etwa durch die Umdeutung christlicher Begriffe wie „ordo amoris“ zur Rechtfertigung nationaler Abschottung oder die Inszenierung politischer Figuren in messianischer Pose. „Christliche Nächstenliebe kennt keine Grenzen“, betonte er und warnte vor der Vereinnahmung christlicher Werte für populistische Zwecke.

Der Abend zeigte: Rechtspopulistische Akteure nutzen oft verkürzte Lesarten, um Abgrenzung zu legitimieren – selbst wenn sie selbst nicht religiös sind. Van der Velden rief dazu auf, im Dialog zu bleiben, „Ich-Botschaften“ zu nutzen und sich nicht von Scheindebatten ablenken zu lassen. „Schweigen ist keine Option. Wer nicht widerspricht, trägt zur Normalisierung problematischer Positionen bei.“

 

Veranstalter waren die katholische Pfarrei St. Peter und Paul Bad Camberg, die KEB Limburg-Wetzlar, pax christi und das Bürgerforum Bad Camberg.

Den ausführlichen Artikel der Abendveranstaltung finden Sie auf der Homepage bad-camberg.bistumlimburg.de.