Emma Keinbrecht bei der Überquerung des Wassergrabens über 1500 m Hindernis im Rahmen der Süddeutschen Meisterschaften in Koblenz.
Lotta Herdter (W15) und Emma Keinbrecht (W14) haben an Christi Himmelfahrt Vereinsgeschichte geschrieben. Bis dato war noch nie eine LSG-Athletin in einem Hindernislauf (1500 m, 2000 m oder 3000 m Hindernis) angetreten, obwohl es den Hindernislauf für weibliche Klassen seit 1998 gibt. Die beiden Nachwuchsathletinnen waren nun die Ersten in der 57-jährigen Vereinsgeschichte.
Sie gingen bei den Süddeutschen Meisterschaften im Hindernislauf der U16 an den Start, die in Koblenz ausgetragen wurden. Beide waren am Wettkampftag sehr aufgeregt, schlugen sich aber prima.
Im Vorfeld hatten sie sich unter anderem mit einem selbst gebastelten Hindernis, das Trainer Jürgen Willert gezimmert hatte, auf den Lauf vorbereitet. Sie hatten damit an der Weitsprunggrube den Wassergraben simuliert, der über 1500 m Hindernis insgesamt 3-mal zu überwinden ist – einmal in jeder Runde. Der Wassergraben einschließlich des Hindernisses hat eine Breite und eine Länge von jeweils 3,66 m. Die Länge wird von der ersten Hinderniskante gemessen. Auf den ersten 1,20 m ist er 50 cm tief, danach läuft er flach bis zur Laufbahnhöhe aus.
Außerdem sind pro Runde vier 76 cm hohe Hindernisse zu überlaufen. Dafür hatten Lotta und Emma mit Hürden geübt. Der entscheidende Unterschied zum Hindernislauf ist dabei jedoch, dass beim Hürdenlauf L-förmige Hürden genutzt werden, die nachgeben und sich umkippen lassen, ein Hindernis dagegen auf Stützen steht und gerade nicht umkippen kann und soll, da mehrere Runden zu laufen sind. Daher wiegt es zwischen 80 bis 100 kg. Es ist 3,94 m breit.
„Die Mädels haben das prima gemacht und waren beide auch sehr zufrieden“, berichtete Trainer Thomas Laux, der als Betreuer vor Ort war. „Lotta hatte die beste Hürdentechnik im Feld. Selbst in der letzten Runde haben beide die Hindernisse in einer guten Hürdentechnik überlaufen. Am Ende machte die reine Laufzeit den Unterschied.“ Lotta holte Bronze in der W15-Wertung mit 6:25,22 min, Emma wurde in der W14 ebenfalls Dritte mit 6:33,34 min.
Spaß hatten beide auch. O-Ton Lotta: „Die Hürden und der Wassergraben haben richtig Spaß gemacht, das Laufen war mega anstrengend!“
Am Abend zuvor war Marta Litzinger (W13) beim Abendsportfest in Wiesbaden über 800 m am Start. Sie erzielte mit erfreulichen 2:54,15 min eine neue persönliche Bestzeit und wurde Zweite.