Erster Autor der Veranstaltungsreihe „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde - Variationen über Heimat“ in Münster ist am 1. Oktober Andreas Maier. Der aus der Wetterau stammende Autor wird in der Münsterer evangelischen Kirche den 9. Band seiner Reihe „Ortsumgehung“ vorstellen. Bekannt wurde Maier durch seinen in der Wetterau spielenden Roman „Wäldchestag“.
Der vielfach preisgekrönte Autor Andreas Maier nimmt seine Leserschaft in die 70er und 80er Jahre mit, eine Zeit, in der man in Familien aufwuchs, die über die Vergangenheit schwiegen und das Wort „Heimat“ nur bei den Vertriebenenverbänden verwendet wurde.
„Vor allem die Erinnerung selbst wird in diesem Roman zur Heimat“, schrieb der Rezensent Paul Jandl in der Neuen Zürcher Zeitung, und man erinnert sich mit Maier an eine Zeit, in der der erste Ausländer, den man sah, ein Italiener war, der mit in der Schulklasse sitzt, und später dann der erste türkische Dönerladen in Friedberg zum Treffpunkt der aufbegehrenden Jugendlichen wurde.
Maier ist ein Meister der Erinnerung, seine Romane machen das Alltägliche zu Literatur. Nicht ohne Grund hat Maier seinen Roman Edgar Reitz gewidmet, der mit seiner „Heimat“-Serie Fernsehgeschichte geschrieben hat.
Die Veranstaltung mit Andreas Maier beginnt am Donnerstag, dem 1. Oktober, in der Evangelischen Kirche in Selters-Münster um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist - wie immer - frei; Spenden werden allerdings erbeten. Musikalisch aufgelockert wird der Abend durch Liedbeiträge von Ulrich Finger, Gabriele Rittig wird mit einem Bücher- und Weinstand ebenfalls zugegen sein.