Friederike Schoppe wurde bei ihrem ersten 6 Stundenlauf auf Anhieb Deutsche Meisterin der W50 und stellte einen neuen deutschen Altersklassenrekord auf.
Seit letztem Jahr hat Friederike Schoppe den Ultralauf für sich entdeckt. Zweimal absolvierte sie bislang einen 50 km-Lauf und einmal einen 100 km-Lauf. Nun stellte sie sich zum ersten Mal einem 6-Stundenlauf – und das bei der Deutschen Meisterschaft in Schwindegg im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.
Bei Temperaturen zwischen 11 und 14 Grad gingen mehr als 150 Läuferinnen und Läufer bei besten Laufbedingungen an den Start, 136 kamen am Ende ins Ziel. Das Meisterschaftsfeld war außergewöhnlich stark besetzt und angesichts der Leistungsdichte rechneten die Organisatoren schon im Vorfeld mit dem einen oder anderen Altersklassenrekord.
Um 10:00 Uhr fiel der Startschuss. Gelaufen wurde auf einem flachen, amtlich vermessenen Rundkurs von nur 1,383 km. Friederike versuchte von Anfang an, sich nur auf sich selbst zu konzentrieren und nicht auf die Konkurrenz zu schauen. Sie fand schnell in einen guten Rhythmus. Schon früh auf Platz 3 des weiblichen Starterfeldes liegend, spulte sie Runde um Runde ab und konnte den Abstand zu Platz 4 stetig vergrößern.
„Es lief alles gut bis Kilometer 42 und auch weiter bis Kilometer 50“, berichtete sie später. Dabei zeigte die Uhr nach der Marathondistanz von 42,195 km 3:15:34 h als Zwischenzeit an und 3:52:51 h nach 50 km. „Ab Stunde 5 kam dann doch das Loch – energetisch, muskulär und mental wurde es schwierig und ich wollte mich nur irgendwie in die letzte Stunde retten“, schilderte Friederike ihre Erlebnisse bei dieser extremen Herausforderung. „Ich hatte dann auch vollkommen den Überblick über meine Rundenzahl verloren. Erst kurz vor Schluss realisierte ich, dass ich schon über 70 km gelaufen war und doch nah an den deutschen Rekord herankommen könnte.“
Mit einer Temposteigerung in den letzten 5 Minuten, in denen sie wirklich alles mobilisierte, was noch irgendwie ging, schaffte sie es, noch eine weitere Runde zu absolvieren und blieb nach 6 h vollkommen erschöpft bei herausragenden 75,544 km stehen.
Das bedeutete Platz 12 aller 136 männlichen und weiblichen Finisher, Platz 3 und Bronze in der weiblichen Gesamtwertung sowie den Deutschen Meistertitel in der Altersklasse W50. Und Friederike feierte einen weiteren Erfolg: Sie stellte einen neuen deutschen Rekord in der W50 auf. Wie diese exzellente Leistung einzuordnen ist, zeigt sich auch, wenn man das Tempo betrachtet:
Friederike legte pro Stunde mehr als 12,5 km zurück bzw. benötigte pro Kilometer durchschnittlich nur 4:45 min. Und um eine Vorstellung für die Entfernung zu bekommen: 75 km, das ist eine Strecke von Niederselters in die Darmstädter Innenstadt oder ans Deutsche Eck nach Koblenz. # # Eine echte Meisterleistung!