Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung des Eichprozessionsspinners in Deutschland. In den vergangenen Tagen und Wochen haben die Meldungen über entdeckte Nester des Eichenprozessionsspinners zugenommen. Die feinen Haare der Raupen des unauffälligen Nachtfalters können gesundheitliche Probleme bereiten: Die Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das schwere allergische Reaktionen, Augen- und Hautreizungen sowie Atemprobleme auslösen kann. Die Gemeinde Sinntal bittet die Bevölkerung daher um erhöhte Vorsicht.
Der Eichenprozessionsspinner befällt fast ausschließlich Eichen. Im April und Mai schlüpfen aus den in den Bäumen abgelegten Eiern die Raupen, die bis zu ihrer Verpuppung im Juli mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen. Ab Mai / Juni werden die für den Menschen gefährlichen Brennhaare gebildet. Die gräulich-schwarzen Eichenprozessionsspinner-Raupen werden bis zu 5 cm lang und haben eine dunkle, breite Rückenlinie und rotbraune langbehaarte Warzen. Die Raupen bewegen sich vor allem nachts in großen Gruppen - „Prozessionen“ - hinter- oder nebeneinander am Stamm der Eiche hinauf in die Äste, um dort die Blätter zu fressen. Tagsüber und zur Häutung ziehen sie sich in auffällige, bis zu fußballgroße, weiß-graue Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen zurück.
Die komplett mit Brennhaaren bedeckten Raupen des Eichenprozessionsspinners werden häufig mit einer völlig harmlosen und ungefährlichen Art, der Gespinstmotte, verwechselt. Im Gegensatz zu den Eichenprozessionsspinner-Raupen sind die Raupen der Gespinstmotte unbehaart und gelb mit schwarzen Punkten gefärbt.
Um sich zu schützen, sollten Spaziergänger, Wald- und Gartenarbeiter
Wer mit den Raupenhaaren in Kontakt geraten ist, sollte möglichst rasch duschen und die Haare waschen. Auch die Kleidung sollte gewechselt (möglichst im Freien) und gewaschen werden.
Bei Atemnot und anderen lebensbedrohlichen Beschwerden verständigen Sie umgehend den Notruf 112. Bei anderen allergischen Reaktionen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: www.bmleh.de.
Die Gemeinde Sinntal bekämpft die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners vor allem an stark genutzten Orten wie Spielplätzen, Kindergärten oder Schulen. Wenn Sie einen Befall in diesen Bereichen bemerken, melden Sie ihn bitte dem Ordnungsamt unter der Rufnummer 06664 / 80-115. Eine flächendeckende Bekämpfung ist weder ökologisch sinnvoll noch umsetzbar.