2025 war ein besonderes Jahr für Mühlhausen - ein Jahr, das weit über die Stadt hinausgewirkt hat. Vor 500 Jahren kämpften Menschen im Deutschen Bauernkrieg für Freiheit, Gerechtigkeit und Mitbestimmung. Mit dem „Jahr der Freiheit“ wurde dieses historische Erbe gewürdigt - und zugleich gezeigt, wie lebendig und aktuell diese Werte bis heute sind.
Im Mittelpunkt stand die Thüringer Landesausstellung „freiheyt 1525 - 500 Jahre Bauernkrieg“, die am 25. April 2025 mit einem feierlichen Festakt in der Bachkirche Divi Blasii eröffnet wurde. Bis zum 19. Oktober beleuchtete sie in vier Häusern der Mühlhäuser Museen die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Bauernkriegs sowie seine Bedeutung für unsere heutige Gesellschaft. Die Bilanz kann sich sehen lassen: 67.000 Besucherinnen und Besucher und mehr als 600 Führungen machten die Schau zu einem herausragenden Ereignis des Thüringer Kulturjahres 2025.
Begleitet wurde die Landesausstellung vom Gedenkjahr „2025: Jahr der Freiheit“, das die Stadt Mühlhausen gemeinsam mit vielen engagierten Partnern, Bürgerinnen und Bürgern gestaltete. Die enge Zusammenarbeit von Stadtgesellschaft, Vereinen, den Ortsteilen, Kulturinstitutionen, Kirchengemeinden, Ehrenamtlichen, Wirtschaft und Verwaltung war beispielhaft. Gemeinsam wurden über 90 Veranstaltungen auf die Beine gestellt.
Mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher kamen im Laufe des Jahres nach Mühlhausen. Ein besonderer Höhepunkt war das Freiheitsleuchten als stimmungsvoller Abschluss, zu dem allein rund 25.000 Menschen die Stadt besuchten. Fünf mittelalterliche Kirchen, eindrucksvoll illuminiert, tauchten Mühlhausen in ein magisches Licht und setzten ein weithin sichtbares Zeichen für Freiheit und Gemeinschaft.
Zu den prägenden Momenten des Jahres zählten auch das viertägige Freiheitsfest und mittelalterlichem Markttreiben in der historischen Altstadt, die Mühlhäuser Rede zu Freiheit und Gemeinschaft von Dr. Norbert Lammert, zahlreiche Begegnungen zwischen den Generationen sowie die feierliche Enthüllung der neuen Dürer-Säule auf dem Kornmarkt. Das Werk nach Entwürfen von Albrecht Dürer, entstanden als Gemeinschaftsprojekt der Bürgerschaft, bereichert seitdem das Stadtbild und lädt zur Auseinandersetzung mit Freiheitsrechten bis in die Gegenwart ein.
Die kulturelle Vielfalt des Jahres spiegelte sich in zahlreichen weiteren Höhepunkten wider. Dazu gehörten unter anderem die monatliche Predigtreihe der evangelischen Kirche, die Ausstellung apokalyptischer Kunst, das eigens komponierte Oratorium zum Bauernkrieg, der ZDF-Fernsehgottesdienst sowie die Operngala „Chöre der Freiheit“ mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar.
Auch kulinarisch wurde das Themenjahr für jeden erlebbar. Zwei Sondereditionen des MÜHLHÄUSER Pflaumenmuses, das Müntzer-Bräu Fünfzehn25, Gedenkjahr-Weine und ein Pflaumen-Gin verbanden regionale Genusskultur mit historischer Erinnerung und machten Geschichte auf besondere Weise sinnlich erfahrbar.
Das „Jahr der Freiheit“ war damit mehr als ein kulturelles Großereignis. Es setzte auch wirtschaftliche Impulse für Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Handwerk. Vor allem aber stärkte es das Selbstvertrauen der Stadt und machte deutlich, was möglich ist, wenn viele gemeinsam an einem Ziel arbeiten.
Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns dankt allen Beteiligten: „Das ‚Jahr der Freiheit‘ hat gezeigt, was eine Stadt leisten kann, wenn Bürgerschaft, Ehrenamt, Kultur, Kirchen, Wirtschaft und Verwaltung an einem Strang ziehen. Es war ein Jahr voller Begegnungen, Inspirationen und gemeinsamer Erfolge - und es hat uns daran erinnert, dass Freiheit kein Geschenk ist, sondern eine Aufgabe, die wir jeden Tag neu gestalten müssen. Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben!“
Einen schönen Rückblick finden Sie auf YouTube im Film „Danke für das Jahr der Freiheit 2025“ unter dem Link: https://www.youtube.com/watch?v=WOABv-3g2Dc