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Landkreisausgabe Treffpunkt Unstrut-Hainich
Ausgabe 2/2026
Sonstiges
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Aktuelles

Ein Frühlingstag auf dem Bauernhof

An einem milden Frühlingstag erwachte der kleine Bauernhof am Rande des Tals schon früh zum Leben. Die Sonne schob sich gerade über die Hügel, und ein leichter Duft von feuchter Erde und frisch aufgeblühten Obstbäumen lag in der Luft. Für die Tiere auf dem Hof war es ein besonderer Tag - denn im Frühling schien alles ein bisschen lebendiger, heller und fröhlicher zu sein.

Im Hühnerhof stolperten die ersten Küken aus ihrem Strohnest. Sie waren noch so flaumig weich, dass sie aussahen wie kleine gelbe Wattebällchen. Zaghaft piepsten sie, während sie hinter ihrer Mutter herliefen, die wie eine Königin vor ihnen herschritt. Immer wieder hielten die Küken an, um neugierig in den Boden zu picken, obwohl sie noch gar nicht so recht wussten, wonach sie eigentlich suchten.

Auf der Weide nebenan sprang ein neugeborenes Lamm übermütig in die Luft. Seine dünnen Beinchen wirkten fast zu lang für seinen kleinen Körper, und doch tanzte es fröhlich um seine Mutter herum. Weitere Lämmer schlossen sich an, und bald entstand ein richtiges Wettrennen, bei dem mal das eine, mal das andere Lamm vorne lag. Ihre fröhlichen, hellen Blöker klangen wie kleine Trompeten in der Frühjahrsluft.

Hinter der Scheune lag der Ententeich still und ruhig, bis plötzlich ein lautes „Platsch!“ die Oberfläche in Bewegung setzte. Eine Entenmutter war mit ihren winzigen, gelb-braun gesprenkelten Küken ins Wasser geglitten. Die Kleinen paddelten tapfer hinterher, auch wenn ihre Beinchen noch nicht ganz im gleichen Rhythmus arbeiteten. Immer wieder verloren sie das Gleichgewicht und kippten etwas zur Seite, doch die Mutter drehte geduldig ihre Kreise um sie herum, als würde sie sagen: „Nur Mut, ihr schafft das!“

Ganz in der Nähe tollten zwei junge Ferkel durchs Gras. Sie schubsten sich spielerisch mit ihren runden kleinen Nasen und ließen dabei fröhliche Grunzlaute hören. Ihr rosa Bäuchlein glänzte in der Sonne, und jedes Mal, wenn sie über einen Maulwurfshügel stolperten, kugelten sie sich kichernd zur Seite und standen gleich wieder auf.

Nicht weit davon entfernt übte ein junges Kälbchen seine ersten Sprünge. Es war erst vor wenigen Tagen geboren worden und hatte noch ein bisschen Mühe, seine langen Beine unter Kontrolle zu bekommen. Doch jedes Mal, wenn es beinahe umgefallen wäre, stupste die alte Kuh es sanft an und brachte es wieder ins Gleichgewicht. Schließlich schaffte das Kälbchen einen besonders hohen Hüpfer und schien selbst überrascht davon zu sein.

Über all dem kreisten ein paar Schwalben am blauen Himmel und zwitscherten aufgeregt, als wollten sie das wilde Durcheinander unten kommentieren. Der Frühling hatte den Bauernhof in eine Bühne voller Leben verwandelt - jedes Tier spielte seine eigene kleine Rolle, und doch waren sie alle Teil des großen, warmen Frühlingszaubers.

Am Ende des Tages, wenn die Sonne langsam wieder hinter den Hügeln verschwand und der Himmel rosa schimmerte, kuschelten sich die jungen Tiere müde an ihre Mütter. Aus der Ferne hörte man nur noch ein letztes Blöken, ein leises Grunzen und das sanfte Rauschen des Windes in den Apfelblüten. Es war ein Tag voller neuer Abenteuer gewesen - ein Frühlingstag, der jedem auf dem Bauernhof gezeigt hatte, wie schön das Leben sein kann, wenn alles gerade erst beginnt.