Manchmal sind es gerade die ungewöhnlichen Wege, die uns am meisten faszinieren. Während viele von uns als Kinder davon träumen, Arzt, Lehrerin oder Ingenieur zu werden, gibt es auch jene, die sich für einen ganz besonderen Beruf entscheiden - einen, der Staunen, Neugier und ein kleines bisschen Magie in den Alltag bringt.
Für dieses Interview durfte ich mit jemandem sprechen, den ich bereits seit einigen Jahren persönlich kenne: ein Zauberer, der nicht nur sein Handwerk meisterhaft beherrscht, sondern auch die Fähigkeit besitzt, Menschen für einen Moment den Alltag vergessen zu lassen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir sein Auftritt bei unserer Weihnachtsfeier, bei der er unsere Belegschaft mit viel Charme, Witz und verblüffenden Tricks begeistert hat.
Sein Werdegang zeigt eindrucksvoll, dass es neben den klassischen Berufswünschen auch „außergewöhnliche“ Wege gibt - Wege, die Mut erfordern, Leidenschaft voraussetzen und am Ende genau das sind, was andere zum Staunen bringt. In diesem Interview gibt er spannende Einblicke in seinen Beruf, seine Motivation und die Welt der Magie.
Ich bedanke mich schon jetzt ganz herzlich bei Gern Börner für die Einblicke in sein Leben.
Hallo Gerd - schön, dass Du mitmachst:
Wann ist dein Wunsch entstanden, Zauberer zu werden -
kannst du dich an den Moment erinnern?
Daran kann ich mich sogar ganz genau erinnern. In der 5. Klasse war bei unserer Weihnachtsfeier ein Zauberer gebucht. Ich war so fasziniert, dass ich zu Hause immer und immer wieder versucht habe, irgendwelche Bälle, Karten und sonstige Gegenstände verschwinden zu lassen und Zaubertricks, die der Zauberer gezeigt hat, nachzuahmen. Natürlich ohne jegliches Wissen, wie man so etwas bewerkstelligt. Das hatten sich meine Eltern eine Zeit lang entnervt angeschaut und sich gesagt. Also entweder hört das bald wieder auf oder wir müssen das unterstützen, damit es Hand und Fuß bekommt. Sie entschieden sich für die Flucht nach vorne. Und so bekam ich zu meinem Geburtstag ein Zauberbuch geschenkt. Und das war zufällig das beste, was man zu damaliger Zeit erhalten konnte und auch heute ist es noch eines der Grundwerke der Zauberei. Es war das „Handbuch der Magie“ von Jochen Zmeck. Und so nahm das Ganze dann seinen Lauf. Ich lernte aus dem Buch viele Kunststücke und ging meinem Vater auf den Keks, dass er mir doch das ein oder andere Requisit bauen solle. Meistens tat er das ohne längere Nachfrage. Ich hatte aber auch Riesenglück, das jeder in meiner Familie irgendetwas konnten was mir weitergeholfen hat. Mein Vater war handwerklich sehr begabt, dazu gelernter Werkzeugmacher, meine Mutter Näherin, meine Oma Schneiderin… Das ging bis hin zu meiner Schwester, die meine Werbeschreiben korrigieren musste. Es war schon eine schöne Zeit!
Warum hast du dich gerade für die Zauberkunst entschieden
und nicht für einen anderen kreativen Beruf?
Als ich mich dazu entschlossen hatte, meinen Beruf zu wechseln und Berufszauberer zu werden, hatte ich die Zauberei ja schon 15 Jahre lang hobbymäßig betrieben. Da kam eigentlich nichts anderes infrage. In diesen 15 Jahren schwebte es mir immer wieder im Kopf herum, die Zauberei zu meinem Beruf zu machen. Aber natürlich ist das nicht so einfach und so blieb dieser Wunsch einfach für lange Zeit ein schöner Gedanke!
Mit 25 Jahren entschloss ich mich endgültig meinen erlernten Beruf als Verkäufer an den Nagel zu hängen und mich als Zauberkünstler selbstständig zu machen.
Wie haben deine Familie und dein Freundeskreis reagiert,
als du gesagt hast, dass du Zauberer werden willst?
Als ich mich mit der Zauberei selbstständig gemacht habe, waren alle meine Freunde begeistert. Ganz im Gegensatz zu meinen Eltern. Kurz gesagt, die beiden schlugen die Hände übern Kopf zusammen und fragten „hast du den Verstand verloren? Behalte deinen sicheren Beruf“.
Aber meine Entscheidung stand fest und meinen Eltern blieb nichts anderes übrig, als mich dabei zu unterstützen, was sie allerdings dann auch sehr gerne getan haben. Sie sahen, dass das, was ich tat mein Leben und mein Herzblut ist und dass ich immer mehr Erfolg hatte. Ich hatte Auftritte auf der ganzen Welt und das macht natürlich auch Eltern stolz.
Unterstützt dich dein Umfeld heute noch aktiv bei deinem Beruf?
Ja, Freunde und Familie unterstützen mich immer noch. Natürlich ist aktive Unterstützung inzwischen nicht mehr so nötig wie früher, aber man hat als selbstständiger ein sehr breites Spektrum an Anforderungen, die man erfüllen muss. Büroarbeit, das Fahrzeug muss in Ordnung sein, Reparaturen an Requisiten, die ich nicht machen kann und so weiter. Hier ist es immer gut, wenn man Leute hat, die man fragen kann und die habe ich glücklicherweise auch.
Gab es jemanden, der dich besonders inspiriert hat
(z. B. ein berühmter Zauberer)?
Ich muss ehrlich sagen, dass mich weniger die Zauberer inspiriert haben, außer wie gesagt der in der fünften Klasse an der Weihnachtsfeier. Mich haben viel mehr Humoristen, Comedians, lustige Schauspieler und Clowns inspiriert als irgendwelche großen Bühnenzauberer. Natürlich schaut man sich sowas immer gerne an, Copperfield, Hans Klock und wie sie alle heißen. Aber für meine Shows an sich sind diese großen Zauberer nicht so relevant. Ich möchte, dass mein Publikum lachen kann. Ich würde mich auch nur zu 50 % als Zauberkünstler bezeichnen und 50 % als Humorist oder dergleichen. Spaßmacher halt. Jeder muss da seinen Weg finden. Für mich war das aber von Anfang an klar, dass ich die Leute zum Lachen bringen will.
Kann man als Zauberer wirklich gut davon leben -
oder brauchst du zusätzliche Einnahmequellen?
Millionär wird man sicherlich nicht. Aber man kann gut davon leben, wenn man wie ich mit Künstler- und Veranstaltungsagenturen zusammenarbeitet und wenn man gute Shows macht. Dann erhält man immer wieder Re Engagements also Nachfolgeauftritte. Ich mache so gut wie keine Werbung und trotzdem ist der Kalender immer gut gefüllt. Ich hoffe, dass das auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten so bleiben wird.
Zusätzliche Einnahmequellen brauche ich deshalb momentan nicht. Aber man weiß nie, was kommt.
Wie sah dein Weg aus den ersten Tricks bis zu deinen ersten bezahlten Auftritten aus?
Das ist eine sehr komplexe Frage. Kurz gesagt habe ich im Alter von 8-10 Jahren eigentlich nur für mich privat und für meine Familie meine Zaubertricks gezeigt. Mal auf einem Geburtstag ein bisschen was gezaubert, mal ein kleines Kunststück vor Freunden gezeigt. Aber nie so richtig als öffentliche Show mit Kostüm und so weiter. Meinen ersten richtigen Auftritt hatte ich mit zehn Jahren bei einem Freund auf dessen Klassenfeier. Dieser überredete mich über Wochen doch bei der Feier einen kleinen Auftritt zu machen.
Meine Eltern sagten, warum machst du das nicht? Und so habe ich mich entschlossen es zu wagen. Auf diesen Auftritt habe ich mich sehr lange vorbereitet. Meine Eltern unterstützen mich dabei wahnsinnig stark. Meine Mutter nähte mir Tücher und irgendwelche Zauberbeutel, mit denen man Sachen verwandeln konnte. Mein Vater schweißte mir einen Zaubertisch zusammen, baute mir Zauberkisten und einen leuchtenden Zauberstab. Meine Oma als Schneiderin war auch mit eingebunden. Sie war für das Kostüm verantwortlich. Als dann die Schule mitbekommen hatte, dass ich sowas kann, musste ich dann auch öfters mal in der Schule auftreten. Zu DDR-Zeiten gab es auch das Pionierhaus in Sonneberg, die ebenfalls darauf aufmerksam geworden sind und mich bei ihren Veranstaltungen geholt haben.
Ich bekam sogar Requisiten bezahlt und bekam auch immer einen Obolus für die Auftritte. Alles floss in neue Requisiten, neue Zaubertricks und so weiter. Mit 17 Jahren hatte ich dann meine erste Einstufung. Zu DDR-Zeiten war das üblich, dass sich Unterhaltungskünstler, DJs, Musiker und alles, was sich so auf einer Bühne tummelt, sich einer Prüfung unterziehen musste. Dort wurde festgelegt, ob man das überhaupt machen darf und wenn ja, was man dafür für eine Gage bekommt. Bei meiner ersten Einstufung bekam ich das Prädikat „gut“ und war somit staatlich anerkannter Unterhaltungskünstler der DDR.
Wohlbemerkt mit 17 Jahren. Da war ich natürlich stolz wie Bolle. Mit 18 Jahren hatte ich dann einen Auftritt im Fernsehen der DDR in der Sendung „Talentebude“ mit Inka Bause. Das gab mir persönlich noch mal einen Riesenschub in Sachen Motivation. Und da war auch schon die Wende, die DDR war Geschichte und meine Künstler-Lizens auch. Ab jetzt hieß es sich auf dem freien Markt zu behaupten. Das Gute war, dass ich ab sofort richtige Gagen nehmen konnte und nicht nur das was die DDR für mich festgelegt hatte. Während viele Kollegen sich scheuten für Auftritte in den Westen zu gehen und sogar ihr Hobby oder Beruf ganz aufgaben, weil sie dachten, jetzt läuft das alles nicht mehr, war es bei mir eher so, dass ich sagte „jetzt erst recht“. Das war eine gute Entscheidung.
Wo trittst du hauptsächlich auf
(z. B. Geburtstage, Firmenfeiern, Bühnenshows)?
Kurz gesagt, ich trete da auf, wo man mich haben will. Überall wo gute Laune eine Rolle spielen soll, bin ich gerne dabei. Hauptsächlich sind das Vereinsfeste, Firmenfeiern, Stadtfeste aber auch private Feierlichkeiten. Sehr gerne aber leider selten mache ich komplette Shows mit Kollegen, die den ganzen Abend lang dauern. Wie zum Beispiel „Coburg Magisch“, das mein Freund und Kollege Marcelini aus Coburg organisiert. Ab und zu moderiere ich auch entsprechende Veranstaltungen wie zum Beispiel Galas vom magischen Zirkel Bamberg. Also man kann sagen, es ist eine gute Mischung aus allen möglichen Veranstaltungen. Und genau so muss das auch sein, denn das macht am meisten Spaß.
Ich hatte mal probeweise im Varieté gearbeitet. Das ist überhaupt nicht meins. Ich brauche wechselnde Orte, wechselndes Publikum und wechselnde Herausforderungen.
Wie bereitest du dich auf einen Auftritt vor -
mental und praktisch?
Also mental muss ich mich Gott sei Dank nicht mehr so stark vorbereiten. Das Lampenfieber ist mittlerweile nicht mehr so groß. Man hat immer noch so eine leichte Grundspannung vorm Auftritt. Funktioniert die Technik? Habe ich an alles gedacht? Aber wenn man dann auf der Bühne steht und merkt es läuft, dann ist man sowieso nur noch auf sich und das Publikum konzentriert. Was die praktische Vorbereitung angeht, sieht das natürlich schon ein bisschen anders aus. Das geht los beim Kostüm reinigen, Hemden waschen was zu meinen wöchentlichen Aufgaben gehört. Aber auch Requisiten pflegen und reparieren gehören hier zur allgemeinen Vorbereitung dazu.
Vorm Auftritt muss natürlich in der Garderobe alles korrekt präpariert werden. Das dauert in der Regel pro Show 1 Stunde. Kurz vorher gehe ich alles noch mal durch, ob ich nichts vergessen habe, denn wenn ich einen Gag oder ein Kunststück nicht machen kann, ist das für mich sehr ärgerlich. Aber auch hier bin ich mittlerweile etwas entspannter geworden, denn ich improvisiere sowieso wahnsinnig gerne und sehr viel.
Wie viel Training oder Übung steckst du aktuell noch
in neue Tricks und Programme?
Alles, was ich in meinem Programm habe, geht mir inzwischen sehr gut von der Hand. Da muss man nicht mehr sehr viel üben, weil jede Show ja auch Übung ist. Aber da man ja immer wieder neue Sachen in die Show einbauen möchte, die Show erweitern möchte und verbessern möchte, arbeitet man natürlich immer an neuen Tricks und Gags. Und hier ist es natürlich schon der Fall, dass ich täglich daran arbeite. Da ich ein Frühaufsteher bin, sitze ich meistens spätestens um 6:30 Uhr vom PC und beantworte Email-Anfragen, schreibe Rechnungen und Verträge und was sonst noch gemacht werden muss, bevor ich mich dann neuen Requisiten widme oder irgendwelche geheimen Griffe einstudiere.
Was war bisher dein schwierigster Trick
oder deine größte Herausforderung?
Ich weiß noch, als ich damals mit ungefähr zehn Jahren das so genannte Ringspiel einstudiert habe. Das ist der Trick, bei dem sich acht Stahlringe, magisch miteinander verketten. Für mich war das damals eine große Herausforderung diesen Trick einzustudieren. Es war schwierig für mich, aber da ich ja ein Typ bin, der niemals sagt, „das kann ich nicht“, habe ich auch das hinbekommen.
Mittlerweile wäre das sicherlich kein Problem mehr, denn inzwischen habe ich viel schwierigere Kunststücke im Programm. Das schöne ist, was einmal sitzt, das sitzt meistens auch. Den Ring Trick führe ich auch jetzt noch ab und zu mal vor, wenn es passt. Es gibt Veranstalter, die ihn explizit wünschen … warum auch immer. In späteren Jahren hatte ich auch mal eine einigermaßen große Herausforderung zu bewältigen. Eine größere Firma kam auf mich zu und sagte, ich solle nur mit ihren Produkten eine ganze Show gestalten. Also nicht mit den üblichen und vertrauten Requisiten, sondern eben mit den Produkten dieser Firma.
Leichtsinnig wie ich war, sagte ich zu. Es kam ein riesengroßes Paket an, mit allen möglichen Produkten darin. Von der Riesenkaffeetasse bis zum Kinderspielzeug war alles vertreten. Aber auch hier sieht man mal wieder... nichts ist unmöglich. Das hat damals wunderbar funktioniert, auch wenn ich mich wochenlang damit beschäftigen musste.
An solchen Herausforderungen wächst man nur noch mehr.
Gab es einen besonders peinlichen oder
überraschenden Moment während einer Show?
Eigentlich peinlich war so gut wie nichts. Überraschende Momente gab es allerdings viele und die waren mal lustig und mal erschreckend. Zum Beispiel als in einem Hotel, in dem ich in der Vorweihnachtszeit auftrat, plötzlich nach einem pyrotechnischen Effekt, der Weihnachtsschmuck hinter mir an der Wand zu brennen begann. Gott sei Dank war gleich die Küche nebenan und wir nahmen den Weihnachtsschmuck ab und schmissen ihn in einen Eimer Wasser hinein und die Show ging weiter. Seitdem habe ich alles, was mit Feuer zu tun hat, aus meiner Show verbannt. Heute zutage wäre sowas auch gesetzlich gar nicht mehr möglich, ohne dass drei Feuerwehrautos vor Ort sind.
Einmal war ich auf einem Fest gebucht auf dem auch die Puhdys auftraten. Um in meine Garderobe zu kommen, musste ich durch die von den Puhdys. Da rief schon einer von ihnen… komm setzt dich erst mal. Und ich konnte mich kaum besinnen, hatte ich schon einen Whisky vor mir stehen.
Solche Lustige Episoden hat man immer mal wieder. Wie zum Beispiel als mitten in meiner Zaubershow der Bürgermeister auf die Bühne kam und mich bat kurz meine Show zu unterbrechen. Er wollte gerne eine kurze Rede halten. Natürlich war das nicht besonders schön, aber kein Problem. Die Rede erstreckte sich dann aber über 30 Minuten. Ich wartete geduldig am Bühnenrand. Der Jubel im Publikum war groß, als ich danach wieder die Bühne betrat und weiter gemacht habe. Es war auch fürs Publikum eine einigermaßen kuriose Begebenheit. Der Bürgermeister sah das wahrscheinlich anders.
Wie gehst du damit um,
wenn ein Trick einmal nicht funktioniert?
Ab und zu kommt das schon mal vor, dass mal irgendetwas schiefgeht, auch wenn es mittlerweile sehr selten geworden ist. Früher als Kind oder Jugendlicher war das für mich die absolute Vollkatastrophe. Ich habe mich geschämt und zumindest für die nächste halbe Stunde wollte ich mein Hobby an den Nagel hängen. Da flossen auch schon mal Tränen und mein Vater, der mich früher immer zu meinen Auftritten fuhr musste trösten. Mittlerweile ist es aber ganz anders, es ist jetzt seltener, dass was schiefläuft. Aber wenn es passiert, dann wird einfach improvisiert. Meistens ist es noch ein großer Spaß fürs Publikum.
Wie wichtig ist für dich der „Show-Faktor“
im Vergleich zur eigentlichen Technik?
Der Show-Faktor ist essenziell. Mittlerweile sehe ich das so, dass die Tricks Mittel zum Zweck sind. Sie sind das Transportmittel für den Humor. Ich spiele einen Zauberer der die Leute zum Lachen bringt. Der Unterhaltungsaspekt ist das aller wichtigste in einer Show. Die Leute wollen den Alltag mal vergessen, wollen lachen und einfach eine schöne Zeit haben. Kurz, sie wollen sich einfach gut unterhalten fühlen. Deswegen ist der Show-Faktor wirklich das Wichtigste. Ich habe mir vor vielen Jahren eine Ton / Musik - Steuerung für die Show gebaut, die einzigartig ist. So kann ich den Showcharakter noch mehr hervorheben und Gags machen, die sonst schwierig bis unmöglich sind und oft Lachtränen hervorrufen.
Was würdest du jemandem raten,
der selbst Zauberer werden möchte?
Das ist eine gute Frage. Ich denke ich selbst habe damals ganz gut angefangen. Ein Zauberbuch ist nie verkehrt. Man kann sich auch an einen Künstler wenden, und um Tipps bitten. Ich habe auch schon ausgediente Requisiten an Anfänger verschenkt. Die meisten Kollegen sind da offen und geben gute Tipps. Der magische Zirkel von Deutschland, der in einigen Städten in Deutschland Untergruppen, sogenannte Ortszirkel betreibt, macht auch regelmäßige Treffen in diesen Städten. Dort kann man auch gerne mal vorbeischauen und schnuppern. Ich mach das selbst auch heute noch sehr gerne, um mit Kollegen im Austausch zu bleiben. Natürlich gibt es auch genügend Firmen, die für viel Geld Requisiten verkaufen oder auch fertige Tricks verkaufen. Für den Anfang ist das vielleicht gar nicht schlecht.
Wenn man dann allerdings ins professionelle Lager einsteigt, sollte man zumindest seinen eigenen Stil und seine eigene Bühnenfigur entwickeln und vielleicht auch das ein oder andere Kunststück selbst entwickeln. Schließlich möchte man sich ja irgendwie einzigartig machen. Also wenn man anfangen möchte zu zaubern, vielleicht ein Buch kaufen, wenn man noch kleiner ist, vielleicht einen Zauberkasten und dann immer den Kontakt zu erfahrenen Kollegen suchen. Und wenn man dann einige Kunststücke auf den Kasten hat, sollte man die auch vor Publikum vorführen, denn der Spiegel oder die Videokamera ist nur bis zu einem gewissen Punkt ein gutes Publikum. Die beiden lachen und applaudieren nicht und geben kein unabhängiges Feedback.