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Landkreisausgabe Treffpunkt Unstrut-Hainich
Ausgabe 7/2026
Seite 2
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Auf ein Wort - Allagsgedanken

 

Liebe Leserinnen und Leser,

mit großer Freude dürfen wir Ihnen heute wieder eine neue Ausgabe unseres Mitteilungsblattes überreichen. Vielleicht liegt sie gerade am Frühstückstisch neben der Kaffeetasse, vielleicht wird sie erst am Abend in aller Ruhe durchgeblättert oder zwischendurch kurz überflogen. Ganz gleich, wann und wo Sie diese Zeilen lesen - jede einzelne Ausgabe ist für uns weit mehr als nur bedrucktes Papier. Sie ist ein Stück Gemeinschaft, ein Stück Heimat, ein Spiegel unseres gemeinsamen Lebens vor Ort.

Wieder einmal wurde gesammelt, geschrieben, organisiert, telefoniert, korrigiert, gestaltet, verschoben, ergänzt und manchmal auch improvisiert. Wieder einmal haben Vereine ihre Termine geschickt, Betriebe Inserate aufgegeben, Ehrenamtliche Berichte verfasst, Veranstalter Fotos beigesteuert und unsere Redaktion viele Stunden investiert, damit am Ende genau das entstehen kann, was Sie nun in den Händen halten. Was oft selbstverständlich wirkt, ist tatsächlich das Ergebnis vieler Menschen, die mit Herzblut daran arbeiten, dass Informationen, Geschichten und Nachrichten aus unserer Umgebung nicht verloren gehen.

Gerade in der heutigen Zeit ist das längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Wir alle erleben, wie sich Medien verändern. Immer mehr Zeitungen verschwinden, werden eingestellt oder sind nur noch gegen hohe Kosten erhältlich. Vieles verlagert sich ins Internet, in soziale Netzwerke oder auf Plattformen, die oft schnell, laut und oberflächlich geworden sind. Dort geht manches verloren, was früher ganz selbstverständlich war: das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das Wissen darüber, was im Nachbarort passiert. Die Freude darüber, bekannte Namen zu lesen oder Bilder von Veranstaltungen zu sehen, bei denen man vielleicht selbst dabei war.

Genau deshalb freut es uns umso mehr, dass unser Mitteilungsblatt über die Jahre einen so positiven Zuspruch gefunden hat. Viele Leser greifen Woche für Woche oder Ausgabe für Ausgabe ganz bewusst danach. Manche erzählen uns, dass sie zuerst die Vereinsberichte lesen. Andere interessieren sich besonders für die Inserate heimischer Betriebe. Wieder andere freuen sich einfach darüber, ein Stück Vertrautheit in Händen zu halten - etwas Echtes, etwas Regionales, etwas, das nicht nach wenigen Sekunden wieder aus dem digitalen Strom verschwindet.

Das alles zeigt uns: Ein Mitteilungsblatt ist weit mehr als nur eine Sammlung von Texten und Anzeigen. Es verbindet Menschen. Es erinnert daran, dass Gemeinschaft nicht irgendwo im Internet stattfindet, sondern direkt vor unserer Haustür. Dort, wo Vereine arbeiten, wo Ehrenamt gelebt wird, wo Veranstaltungen organisiert werden, wo Nachbarn einander kennen und wo Menschen noch miteinander reden.

Und genau aus diesem Gedanken heraus machen wir unsere Arbeit.

Dabei möchten wir auch offen ansprechen, dass nicht jede Entscheidung innerhalb einer Redaktion von allen gleich gesehen wird - und dass es offenbar inzwischen selbst bei kleinen Dingen zunehmend Diskussionen gibt, die uns ehrlich gesagt manchmal überraschen.

In einer der vergangenen Ausgaben wurde kritisiert, dass ein Beitrag zum Vatertag einige Zeilen länger gewesen sei und außerdem vor dem kürzeren Text zum Muttertag platziert wurde, obwohl auf dem, Kalender der Muttertag vor dem Vatertag gefeiert wurde. Daraus wurde teilweise eine Wertung der Geschlechterrollen abgeleitet, verbunden mit der Forderung nach mehr Sensibilität, Achtsamkeit oder sogar einer Entschuldigung unserer Redaktion.

Wir möchten dazu ganz klar Stellung beziehen.

Die Reihenfolge, Länge und Platzierung unserer Beiträge entstehen nicht aus politischen Botschaften oder ideologischen Überlegungen. Sie ergeben sich aus dem vorhandenen Material, aus dem Zeitpunkt der Abgabe, aus technischen Abläufen und oftmals schlicht aus der praktischen Layoutarbeit. Wer selbst schon einmal Seiten gestaltet hat, weiß, dass Texte manchmal genau dort landen, wo sie am besten hineinpassen - nicht mehr und nicht weniger.

Es war zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht, den Vatertag „wichtiger“ erscheinen zu lassen als den Muttertag oder umgekehrt. Wir bewerten keine Geschlechterrollen, wir betreiben keine gesellschaftspolitische Erziehung und wir möchten auch keine künstlichen Gegensätze schaffen, wo eigentlich keine existieren. Ehrlich gesagt finden wir, dass nicht jede Zeile, jede Überschrift und jede Reihenfolge automatisch als versteckte Botschaft interpretiert werden muss.

Manchmal darf ein Text einfach nur ein Text sein.

Ebenso verzichten wir in unserem Mitteilungsblatt bewusst auf das Gendern. Nicht aus Geringschätzung gegenüber irgendjemandem, sondern weil wir uns für eine klare, lesbare und traditionelle Sprache entschieden haben, mit der sich der überwiegende Teil unserer Leser seit vielen Jahren wohlfühlt und wie ich sie als verantwortlicher Redakteur vor Jahren auch gelernt habe. Wir respektieren selbstverständlich, dass andere Menschen und Medien das anders handhaben, werden aber nicht auf jeden „Modetrend“ aufspringen - das ist unser gutes Recht!. Gleichzeitig wünschen wir uns aber auch den gleichen Respekt für unseren Weg.

Denn ein Mitteilungsblatt lebt nicht von sprachpolitischen Debatten, sondern von Inhalten, von Informationen und vor allem von Menschen.

Wir glauben, dass die meisten Leser sehr gut unterscheiden können zwischen tatsächlicher Geringschätzung und einer völlig normalen redaktionellen Entscheidung. Nicht jede unterschiedliche Zeilenlänge ist ein gesellschaftliches Statement. Nicht jede Platzierung ist Ausdruck einer politischen Haltung. Und nicht hinter jeder Formulierung steckt eine versteckte Agenda.

Unsere Redaktion besteht aus Menschen, die sich bemühen, Woche für Woche oder Ausgabe für Ausgabe etwas Sinnvolles, Informatives und Verbindendes zu schaffen. Menschen, die oft ehrenamtlich oder neben ihrem eigentlichen Beruf arbeiten. Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit Vereine sichtbar bleiben, Veranstaltungen angekündigt werden können und lokale Betriebe eine Plattform erhalten.

Gerade deshalb wünschen wir uns manchmal etwas mehr Gelassenheit im Umgang miteinander.

Wir leben in einer Zeit, in der vieles sofort bewertet, kommentiert und kritisiert wird. Oft entsteht der Eindruck, dass überall nach möglichen Fehlern gesucht wird, selbst dort, wo gar keine böse Absicht vorhanden ist. Natürlich darf man unterschiedliche Meinungen haben. Natürlich darf man Dinge auch anders sehen und uns dies auch weiterhin mitteilen. Aber wir glauben ebenso, dass man nicht aus jeder Kleinigkeit einen Konflikt machen muss.

Denn am Ende sollte doch das Gemeinsame im Vordergrund stehen.

Dieses Mitteilungsblatt soll informieren, verbinden und begleiten. Es soll Vereinen eine Stimme geben, Veranstaltungen sichtbar machen, Betriebe unterstützen und Menschen zusammenbringen. Es soll ein Stück Heimatgefühl vermitteln - gerade in einer Zeit, in der vieles schnelllebig und austauschbar geworden ist.

Und vielleicht ist genau das heute wichtiger denn je.

Dass man noch weiß, was im Ort passiert.

Dass man Vereine unterstützt.

Dass man Inserenten aus der Region wahrnimmt.

Dass Menschen miteinander in Kontakt bleiben.

Dass Engagement sichtbar wird.

Dass Gemeinschaft nicht verloren geht.

All das möchten wir weiterhin fördern.

Deshalb gilt unser besonderer Dank allen, die dieses Mitteilungsblatt möglich machen: den Vereinen, den Gemeinden, den Betrieben, den Veranstaltern, den Fotografen, den Austrägern, den Inserenten und natürlich Ihnen - unseren Leserinnen und Lesern.

Denn ohne Ihre Unterstützung gäbe es dieses Blatt nicht.

Jede Rückmeldung, jede eingesandte Information, jedes Inserat und jedes ehrliche Interesse zeigt uns, dass unsere Arbeit geschätzt wird. Das motiviert uns, weiterzumachen - auch wenn die Arbeit manchmal aufwendig ist, auch wenn kurzfristig Änderungen nötig werden oder wenn Diskussionen entstehen, die man sich vielleicht hätte sparen können.

Wir werden weiterhin versuchen, ein Mitteilungsblatt zu gestalten, das bodenständig, ehrlich und nah an den Menschen bleibt. Ein Blatt, das nicht jedem Trend hinterherläuft, sondern seinen eigenen Charakter bewahrt. Ein Blatt, das nicht spalten möchte, sondern verbinden.

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Gedanke zum Schluss:

Nicht alles muss perfekt sein.

Nicht jede Seite muss allen gefallen.

Nicht jede Entscheidung muss bis ins Letzte interpretiert und gerechtfertigt werden.

Aber wenn ein Mitteilungsblatt Menschen zusammenbringt, Informationen weitergibt, Vereine unterstützt, regionale Betriebe stärkt und ein Gefühl von Gemeinschaft vermittelt, dann erfüllt es seinen eigentlichen Zweck.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen dieser neuen Ausgabe, interessante Informationen, schöne Begegnungen und vielleicht auch den einen oder anderen Moment des Wiedererkennens.

Bleiben Sie unserer Zeitung weiterhin verbunden - denn sie lebt von Ihnen allen.

Herzlichst

Ihr Mirko Reise, Leiter Medienhaus der

LINUS WITTICH Medien K, 98693 Ilmenau