Auch in diesem Jahr durften wir wieder Kinder aus dem Sommerferienprogramm der Stadt Solms in unserer Auffangstation für Greifvögel und Eulen in Oberbiel begrüßen. Bereits zum dritten Mal in Folge beteiligten wir uns an der Veranstaltungsreihe der Stadt.
Zehn Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren hatten sich über das Onlineportal angemeldet. Mit dabei war auch ein „Wiederholungstäter“: Philipp hatte bereits im vergangenen Jahr an unserem Ferienprogramm teilgenommen.
Nach einem kurzen Spaziergang auf unseren Hausberg, dem Knottenberg, stand zunächst eine kleine Frühstückspause auf dem Programm. Dann ging es voller Tatendrang an die erste Aufgabe des Tages.
Gemeinsam sollte ein sogenannter Käferkeller, auch Käferburg genannt, entstehen. Dafür hatte uns die Stadt Solms bereits im Frühjahr eine tiefe Grube ausgehoben. Außerdem hatten wir zahlreiche Baumstämme sowie Äste bereitgestellt.
Mit viel Teamgeist machten sich die Kinder an die Arbeit. Die teilweise schweren Stämme wurden zur Grube getragen und dort aufrecht aufgestellt. Anschließend füllten die Kinder die Zwischenräume sorgfältig mit Eichenholzhackschnitzeln auf.
Besonders beeindruckend war, wie viel Wissen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits über den Wald, verschiedene Baumarten und die Bedeutung von Totholz mitbrachten. Einige wussten sogar, dass manche Käferlarven mehrere Jahre im Totholz leben, bevor sie sich zu einem fertigen Käfer entwickeln.
Zum Abschluss wurden in die stärkeren Baumstämme zahlreiche Löcher gebohrt. Diese dienen künftig Wildbienen – beispielsweise der Holzbiene – als Nistplätze für ihren Nachwuchs. So entstand mit vereinten Kräften ein wertvoller Lebensraum für viele verschiedene Insektenarten.
Nachdem der Käferkeller fertiggestellt war, ging es zurück zum Vereinsheim.
Dort begann der zweite Teil. Damit die Kinder nicht nur Erinnerungen, sondern auch etwas Greifbares mit nach Hause nehmen konnten, wurden nun Samenbomben hergestellt.
Unsere Gerlinde hatte dafür ausschließlich Samen heimischer Wildpflanzen gesammelt – genau die Arten, auf die viele unserer heimischen Insekten angewiesen sind. Mit dabei waren unter anderem Natternkopf, Lichtnelke, Herzgespann, Leinkraut, Färberkamille, Wiesen-Witwenblume, Kronwicke und Wilde Möhre.
Die Samen wurden mit Blumenerde und Lehm vermischt und anschließend mit etwas Wasser zu kleinen Kugeln geformt. Dass das Kneten der matschigen Masse den Kindern besonders viel Freude bereitete, war nicht zu übersehen.
Insgesamt entstanden an diesem Vormittag weit über 500 Samenbomben.
Am Ende waren sich alle einig: Es war ein rundum gelungener Tag mit viel Spaß, Teamarbeit und spannenden Einblicken in die Natur. Die Begeisterung der Kinder hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig solche Angebote sind. Deshalb haben wir bereits beschlossen, auch im nächsten Jahr wieder am Sommerferienprogramm der Stadt Solms teilzunehmen.