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Solmser Stadtnachrichten
Ausgabe 41/2022
Vereine und Verbände
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Rudelsingen zum 100-jährigen Jubiläum

Das 100-jährige Bestehen hat der Frauenchor „Phontastisch“ 1922 Burgsolms mit einen „Rudelsingen“ am Solmser Festplatz „Bachtrompeter“ gefeiert. Bürgermeister Frank Inderthal überbrachte die Glückwünsche der Stadt Solms verbunden mit einem Geldgeschenk welches die Vorsitzende Cornelia Mett dankbar entgegennahm. Den musikalischen Reigen eröffnete der Chor mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists. Chorleiterin Claudia Kim erläuterte den Gästen das Rudelsingen. Die Liedvorträge waren unterteilt in fünf Musikblöcke, wobei jeder einzelne Block einer zeitlichen Ära zugeordnet war. beginnend in den Jahren als der Burgsolmser Frauenchor gegründet wurde. Eröffnet wurden die Blöcke jeweils durch einen Chorvortag, unterstützt von Olaf Dietz am Keyboard. Im Anschluss waren jeweils die Gäste im Festzelt an der Reihe. Über eine digitale Leinwand wurde der Text abgelesen und lauthals mitgesungen. So ertönten im ersten Block bekannte Titel wie das Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“ welches das menschliche Leben als Reise in einer Postkutsche beschreibt. Im Block Zwei, eröffnet mit „Lollypop“ ging es nach den Kriegsjahren um die Reiselust der deutschen, besonders nach Italien. Das „Chiantilied“ oder das fröhliche „Pack die Badehose ein“ erschallten. Den Block der 60er und 70er Jahre bestimmten Schlager wie der „Griechische Wein“ von Udo Jürgens, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher oder das „Bett im Kornfeld“. Den vierten Musikblock der 80er und 90er Jahre eröffnete der Chor mit Nenas „99 Luftballons“ wobei das Publikum mit „Ich war noch niemals in New York, dem „Mambo von Grönemeyer oder dem erfolgreichen Song „Ein bisschen Frieden“ konterte. Der letzte Block umfasste Schlager der 2000er bis heute mit Titeln wie „Ein Stern der deinen Namen trägt“, „Atemlos“ oder „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen“ Mit „Amazing grace“ beendete der Jubiläumschor den offiziellen Teil des Abends. Heinrich Döpp und Jakob Dietz waren es, die1922 den Vorschlag machten einen Frauenchor in Burgsolms zu gründen. Bis dahin war es üblich, dass die Schulkinder bei Beerdigungen mit ihrem Lehrer am Grab sangen. Am 25. Februar fanden sich 45 Frauen zur ersten Probe ein und gründeten den Chor. Die ersten Chorleiter waren Heinrich Döpp und Wilhelm Resch. Nach dem Einstudieren des entsprechenden Liedgutes übernahm fortan der Frauenchor das Singen bei den Beerdigungen. Das Liedgut wurde allmählich erweitert und es wurde zu weiteren Anlässen wie bei den Familienfesten der Mitglieder gesungen. Heinrich Naumann übernahm den Chor im Jahr 1936. Er kehrte 1939 nicht mehr aus dem Krieg zurück, und weil kein Mann zu finden war, der sich eignete einen Chor zu leiten, nahmen die Frauen das Heft in die Hand. Margarethe Ilge führte als Chorleiterin den Chor durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre und auch die Vorstandsarbeit wurde von Frauen übernommen, was bis heute so geblieben ist. 1949 übernahm mit Rudi Schaller wieder ein Mann die Chorleitung. Er prägte den Frauenchor bis zu seinem schweren Unfall 1991. Danach leitete Pfarrerin Dorothea Köller den Chor bis zu ihrem Wegzug 2002. Seit mittlerweile 19 Jahren leitet Claudia Kim den Frauenchor der vor 12 Jahren eine Hochphase erlebte und einen Ableger Namens „Phontastisch“ gründete. Seit 2017 proben beide Chöre wieder zusammen, der Name „Phontastisch“ wurde beibehalten. Hilde Frey hat den Frauenchor 40 Jahre lang bis 2018 als Vorsitzende geführt. Kompetent und engagiert steht seitdem Cornelia Mett an der Vereinsspitze. Neben den Chorproben und Konzerten spielt die Geselligkeit eine nicht unerhebliche Rolle. So wurden in den Jahren etliche Ausflüge unternommen, Geburtstage und Jubiläen gefeiert und vieles mehr. Wie viele andere Chöre und Vereine bremste die Corona- Phase das Vereinsleben. Gesangsproben konnten zwischenzeitlich nicht stattfinden. Aufgeben kam jedoch für die Frauen nie in Frage. Das gemeinsame Singen macht seit 100 Jahren Spaß und tut gut. Bis heute singt der Burgsolmser Frauenchor viermal jährlich in der Kirche zu Karfreitag, Erntedank, Totensonntag und Silvester.