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"Blättchen" für Lollar und Staufenberg
Ausgabe 25/2026
Vereine und Verbände
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Gemeinsam statt einsam ean Träs

Dunkle Zeiten

Dieter Preis, der schon in mehreren Vorträgen die Geschichte unseres Dorfes beleuchtet hat –  man kann ihn als unseren Dorfchronisten bezeichnen –  hatte sich bei seinen Recherchen diesmal ein düsteres Kapitel unserer Dorfgeschichte ausgesucht.

  Er referierte über die Zeit der Judenverfolgung in Treis, und man merkte ihm an, und er sprach es auch aus, daß ihm seine Nachforschungen in den Archiven der Stadt Staufenberg sehr nahe gegangen waren. Augenzeugenberichte aus dieser Zeit werden immer weniger, sodass man auf Quellensuche gehen oder sich aufs  " Hörensagen " verlassen muss.

  Etwas näher dran als Dieter Preis   ( Jahrgang 1944 ) ist Hanni Schuch.

Geboren am 8.11.1938, am Vorabend der Reichspogromnacht, wohnhaft in der im Dorf " Nebukadnezar Straße "  genannten Straße, nur durch ein  " Ehrnche " von der damaligen Synagoge ( heute" Hofmanns Scheuer") getrennt, berichtete sie, wie ihr Vater eine aufgehetzte Meute von der Brandstiftung an der Synagoge nur mit dem Hinweis auf die Neugeborene und der gefährlichen Nähe seines Hauses zur Synagoge abhalten konnte. Die Synagoge wurde innerlich verwüstet, das Inventar vor dem heutigen Bing verbrannt. Die Synagoge wurde später abgerissen. 

 Die schrecklichen Bilder des Zusammentreibens der jüdischen Mitbürger und der Deportationen gehören zu den unrühmlichen Kapiteln unserer Dorfgeschichte.

 In Treis gab es eine relativ große Anzahl von Juden. Zeugnis davon legt der Judenfriedhof am Weinberg ab. Hier darf nichts verändert werden, eine Pflege ist ungewollt, Grabsteine liegen um, die Stadt darf lediglich mähen. Das letzte Begräbnis war 1940. 88 Grabsteine aus den Jahren 1756-1940 aus dem Einzugsbereich Treis befinden sich auf dem 1682qm großen Gelände.

 So liegt es als einziges unverändertes Mahnmal mitten in unserem Dorf.

 Irmgard Lemp ( Jahrgang 1936 ) erzählte ein traumatisches Kindheitserlebnis aus dieser Zeit und die Besucher verließen den Gemeindesaal in nachdenklicherer Stimmung als gewohnt.  Nicht vergessen werden soll, dass in all dem Klima von Angst und Denunziation es dennoch auch Unterstützung der Treiser Juden durch Unterschriftensammlungen oder versteckte Hilfeleistungen gab.  Wir laden ein zum Vereinsausflug zum Kinzel Max am 20. 6..Abmarsch 11.00 beim Bing. Fahrdienst für Nichtwanderer ist eingeteilt. Jeder wird abgeholt.Nachmeldungen bis Freitag, 19.6.,20.00 unter 01512 8738264 möglich. Am Dienstag, den 23.6. treffen wir uns zum Frühstück um 10.00 im Gemeindehaus.