Gute Bedingungen für die diesjährige Winterwanderung: die Felder zeigten sich bei niedrigen Plusgraden unter einer geschlossenen Schneedecke. So trafen sich 16 Vereinsmitglieder, um die Wanderung nach Mainzlar anzutreten.
Nur wenige Schritte vom Treffpunkt, wurde auf der Lumdabrücke in der Ortsmitte ein erster Beobachtungshalt eingelegt. Direkt an der Wehrkrone konnte ein Silberreiher gesichtet werden. Der Mainzlarer Vogelexperte Martin Hormann, den wir für die Wanderung gewinnen konnten, musste dann allerdings auch weniger erfreuliche Beobachtungen bestätigen. So berichtete er davon, dass die über vielen Jahre zu beobachtenden Wasseramseln und die ebenfalls über einen langen Zeitraum im Spritzenturm brütenden Schleiereulen, nicht nur in Treis fehlen, sondern insgesamt in Mittelhessen selten geworden sind.
Nicht weit vom Ortsrand, nächster Stopp bei der Sandgrube. An den steilen Sandwänden konnten wir die Bruthöhlen der seit einigen Jahren als Sommergäste kommenden Bienenfresser erkennen. Im Sommer werden hoffentlich auch in diesem Jahr wieder Gebirgsstelzen in diesem Gebiet brüten.
Martin berichtete auch über den Seidenschwanz, der in sehr strengen skandinavischen Wintern bis in unsere Breiten als Schwarmvogel kommt. In früheren Zeiten war er als Pestvogel verschrien, da sein seltenes Auftreten durch Zufall auch mal mit der gefürchteten Pandemie zusammentraf.
In der Feldgemarkung konnten neben Krähen auch Kolkraben gesichtet werden. Oberhalb der ehemaligen Didierwerk-Siedlung berichtete Martin Hormann über den erst vor einigen Jahren neu geschaffenen Lebensraum eines Weidenwäldchens: hier gibt es die zu schützenden Braunkelchen.
Ebenfalls neu: ein erst im letzten Jahr errichteter Storchenhorst am Mainzlarer Angelteich, wurde direkt von einem Storchenpaar bezogen. Ein Bruterfolg konnte vermeldet werden.
Neben den örtlichen Vögeln konnten auch erste nach Nord-Ost ziehende Kranichschwärme ausgemacht werden.
Dann war es auch schon Zeit zur Einkehr: Bei Antje, in der Gaststätte „Zum Schwanen“ trafen wir auf weitere Vereinsmitglieder, die mit dem Wagen nach Mainzlar gekommen sind. Hier wurde dann ein leckeres Mittagsessen serviert und die Beobachtungen und Erkenntnisse diskutiert. Der Heimweg wurde dann teils wieder zu Fuß, oder in Fahrgemeinschaften unternommen.
Wir danken dem Wanderwart Günter Kröck für die gute Organisation und Martin Hormann für die fundierten Erläuterungen zu den Lebensräumen am Rand der Route.