Ich steig‘ vom Tal den Berg hinan,
vor Mittag ist es noch,
ich schreite aus, so gut ich kann,
es knirscht der Schnee, die Sonn‘ steht hoch.
Bizarre Eisgebilde hangen,
am Weiereinlauf unter’m Strauch,
o welch ein Glitzern, welch ein Prangen
nimmt da das Menschenauge auf.
Die Bäumchen dort am Waldesrand,
mit Reif bedeckt sind ihre Äste,
wie zarte Feen aus fernem Land,
geschmückt zu König Winters Feste.
Und von der Wiese Diamanten
aus Eis und Schnee gar prächtig flimmern,
mit selt’nem Glanz und scharfen Kanten
sie strahlend in der Sonne schimmern.
Die Binsen, sonst wie grüne Speere,
sie tragen nun ein eisig Kleid,
als wollten sie der Sonne wehren,
so stehen sie zum Kampf bereit.
Und an der eisig schönen Pracht,
da weid‘ ich staunend meine Sinne
und denk an den, der das gemacht
und geh dann wieder still von hinnen.
Gedichte von Walter Bier
(Briefbot Walter)
1967-68