Titel Logo
Freisener Nachrichten
Ausgabe 6/2018
Kommunales näher gebracht
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Wenn Bergbau auf Neue Medien trifft

Wenn der saarländische Bergbau auf Tablets und Virtual-Reality-Brillen trifft, wird generationenübergreifendes Lernen Wirklichkeit. Das ist die Quintessenz der Veranstaltung „Das Erbe on Tour“, die kürzlich an der Gemeinschaftsschule in Freisen über die Bühne ging. Mit dem Abbaustopp von Kohle im Jahr 2008 endete faktisch auch die über 250jährige Geschichte des saarländischen Bergbaus und leitete dadurch einen Strukturwandel im Saarland ein. Die Ausstellung „Das Erbe“ erweckte diese Geschichte drei Jahre lang am Standort Reden wieder zum Leben, ehe sie 2015 geschlossen wurde. Nun ist die Ausstellung jedoch, in digitaler Form aufbereitet, wieder für Besucher zugänglich. Auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets können die Exponate begutachtet und verschiedene historische Text- und Filmdokumente betrachtet werden. Ein Highlight, nicht nur für die jüngere Generation, sind sicherlich die 360-Grad-Fotos und -Videos, die dem Besucher den Eindruck vermitteln, tatsächlich mitten im Geschehen zu sein. In einer Kooperation zwischen Gemeinschaftsschule und Gemeinde Freisen wurde die Wanderausstellung Ende Januar in die Aula der Schule geholt und stand morgens den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 8 und nachmittags der gesamten Bevölkerung offen. Die Resonanz war gar so groß, dass Lisa Denneler von der Landesmedienanstalt vom bisher größten Besucherzuspruch seit Bestehen der digitalen Ausstellung sprach. Während die Schülerinnen und Schüler keine große Anleitung zum Bedienen der eingesetzten Neuen Medien benötigten und einen Lernzuwachs vor allem durch den Ausstellungsinhalt erfuhren, war es bei den Gästen am Nachmittag - überwiegend im Seniorenalter - genau umgekehrt. Die Ausstellung weckte bei vielen älteren Besuchern Erinnerungen an die eigene berufliche Vergangenheit oder die des Ehepartners und wenn man genau hinsah, konnte man bei vielen ein Funkeln in den Augen erkennen. Bürgermeister Karl-Josef Scheer bedankte sich in seiner Begrüßung bei der Schule für die Bereitstellung der Räume und lobte die gute Zusammenarbeit. Anschließend lud er die Besucher noch zu Kaffee und Kuchen ein. Auch Schulleiter Marc André Müller betonte, wie wichtig es der Schule sei, mit der Gemeinde sowie ihren Vereinen und Institutionen eng zu kooperieren, was sich in einigen Projekten bereits eindrucksvoll zeige. Die virtuelle Ausstellung „Das Erbe“ kann auch zuhause von jedem Smartphone, Tablet oder PC aus kostenlos besichtigt werden. Man benötigt dafür lediglich die App „Google Arts & Culture“.