An Fastnacht zeig nur deine Larve,
genug hast Du im Jahreslauf,
erlebt des düstern Daseins Strafe,
nun nimm den Frohsinn wieder auf,
und zeig Dich, wie Du wünschst zu sein,
spar nicht mit Scherzen, laß den Wein
durch deine troch´ne Kehle rinnen,
zeig Dich nach außen, wie Du bist innen,
und rümpft auch manchmal einer die Nase,
verzeih, denn statt Wein hat er Essig im Glase,
und laß sie nur reden die Krämerseelen,
die interessiert nur, wenn andere fehlen,
sie selbst sind die Tugend in Anführungszeichen;
denn sie stellen heimlich dem Teufel die Weichen.
Stellst Du dich als Zigeuner zur Schau,
dann weiß ein jeder, ob Mann oder Frau,
die Freizügigkeit erstrebst Du zu haschen,
und hier und dort einmal etwas zu naschen,
in fremden Gewässern stilvoll zu fangen,
die großen und kleinen Fische mit Bangen,
ganz harmlos natürlich und niemals im Dunkeln,
so ist es possierlich trotz Murrens und Munkelns,
und ist sie vorüber die närrische Zeit,
dann kannst Du nur fragen:
Wohin ist die Freud?
Gedichte von Walter Bier
(Briefbot Walter)
1967-68