Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
am vorletzten Sonntag wurde das 75-jährige Jubiläum der katholischen PFARRKIRCHE ST. JOSEPH in Lollar im Rahmen eines feierlichen Festgottesdienstes begangen. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen aus Lollar, Staufenberg und den Stadtteilen beider Kommunen wurde dieses besondere Ereignis in einer festlichen und zugleich sehr persönlichen Atmosphäre gefeiert. Geleitet wurde der Gottesdienst vom Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, gemeinsam mit Pfarrer Szafera, Pater Sudeesh und Diakon Müller. Für den Magistrat der Stadt Staufenberg durfte ich ein Grußwort sprechen.
Es war ein würdiger und bewegender Gottesdienst für ein Jubiläum, das weit über das reine Erinnern hinausgeht. Denn 75 Jahre St. Joseph bedeuten 75 Jahre gelebter Glaube, gewachsene Gemeinschaft und ein Stück Heimat für Generationen von Menschen.
Der Ursprung dieser Geschichte liegt im 18. Februar 1951. An diesem Tag wurde die neu errichtete Kirche durch den damaligen Bischof von Mainz, Albert Stohr, feierlich dem heiligen Joseph geweiht. In einer Zeit des Neuanfangs nach Krieg und Vertreibung entstand damit ein geistliches Zentrum für katholische Christinnen und Christen in einer Region, die traditionell stark evangelisch geprägt war und ist.
Die Gründung der Pfarrei ist untrennbar verbunden mit dem Schicksal vieler Menschen, die als Vertriebene zu uns kamen. Besonders eng war und ist die Verbindung zu Porstendorf, der Staufenberger Patenschaftsgemeinde. Porstendorf, heute ein Stadtteil von Mährisch-Trübau, wurde für viele Familien zur verlorenen Heimat - Lollar und Staufenberg dagegen zur neuen.
Die Integration dieser Menschen war keine Selbstverständlichkeit. Sie hatten nicht nur Haus und Hof verloren, sondern oftmals ihre gesamte Lebensgrundlage. In einer ihnen fremden Umgebung mussten sie neu beginnen. Dass dies gelungen ist, ist sicher auch dem Willen zur Verständigung zu verdanken - und nicht zuletzt der Kraft des Glaubens. Die Pfarrkirche St. Joseph war dabei weit mehr als nur ein Gotteshaus. Sie war Treffpunkt, Zufluchtsort, Ort des Austauschs und des gegenseitigen Beistands.
Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit setzte die Stadt Staufenberg bereits im Jahr 1955 mit der Übernahme der Patenschaft für Porstendorf - nur vier Jahre nach der Weihe von St. Joseph. Diese frühe Entscheidung dokumentiert, wie eng kommunales Engagement und kirchliches Leben miteinander verwoben waren.
Aus dieser Verbindung entwickelte sich über die Jahrzehnte eine lebendige Städtepartnerschaft mit Mährisch-Trübau. Hinzu kamen Partnerschaften mit Tarján und Mönichkirchen. Besonders hervorheben möchte ich den internationalen Jugendaustausch, der junge Menschen aus diesen vier europäischen Kommunen regelmäßig zusammenführt. Jahr für Jahr entstehen hier Begegnungen, Freundschaften und ein gemeinsames europäisches Bewusstsein.
Viele dieser Kontakte wurden erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und 1990 möglich. Was zuvor durch politische Grenzen getrennt war, konnte wieder zusammenwachsen. Auch hier zeigt sich, wie wichtig Geduld, Dialog und gegenseitiges Vertrauen sind - Werte, die sowohl in der Kommunalpolitik als auch im kirchlichen Leben eine zentrale Rolle spielen.
Heute, 75 Jahre nach ihrer Weihe, ist die Pfarrkirche St. Joseph aus dem Leben in Lollar und Staufenberg nicht mehr wegzudenken. Sie ist geistliche Heimat für Katholikinnen und Katholiken aller Generationen. Sie ist Ort der Sakramente, Ort des Trostes in schweren Stunden und Ort der Freude bei Taufen, Hochzeiten und Festen.
Darüber hinaus ist sie ein wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Die Gemeinde engagiert sich sozial, begleitet Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen und bringt sich aktiv in das Gemeinwesen ein. Das gute und selbstverständliche Zusammenleben der Konfessionen in unserer Region ist heute ein Ausdruck gelebter Ökumene und gegenseitigen Respekts.
Wenn wir auf die vergangenen 75 Jahre blicken, dann sehen wir eine Geschichte des Ankommens, des Zusammenwachsens und des Mitgestaltens. Die damaligen Flüchtlinge und Vertriebenen sind längst Teil unserer Städte geworden. Ihre Kinder und Enkel prägen heute das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben vor Ort.
Gerade in einer Zeit, in der wieder viele Menschen weltweit auf der Flucht sind, erinnert uns dieses Jubiläum daran, dass Integration gelingen kann - wenn Offenheit, Mitmenschlichkeit und gegenseitiger Respekt gelebt werden. St. Joseph steht damit nicht nur für kirchliche Tradition, sondern auch für ein starkes gesellschaftliches Signal.
Als Bürgermeister erfüllt es mich mit Dankbarkeit, auf diese 75 Jahre zurückblicken zu dürfen. Im Namen des Magistrats der Stadt Staufenberg danke ich allen, die diese Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten getragen und gestaltet haben - den Seelsorgern, den ehrenamtlich Engagierten und den vielen Gläubigen, die St. Joseph zu dem gemacht haben, was sie heute ist: ein lebendiger Ort des Glaubens und der Gemeinschaft.
Möge die Pfarrkirche St. Joseph auch in Zukunft ein Ort sein, an dem Menschen Heimat finden, Hoffnung schöpfen und gemeinsam Verantwortung für unsere Städte übernehmen. 75 Jahre sind ein beeindruckendes Jubiläum - und zugleich ein Auftrag, diesen Weg des Miteinanders weiterzugehen.
Sicherheit lebt von guter Vorbereitung. Deshalb möchte ich Sie heute auf einen wichtigen Termin aufmerksam machen: Am Donnerstag, den 12. März 2026, findet in ganz Hessen der LANDESWEITE WARNTAG statt. Ab 10:00 Uhr wird eine Probewarnung verschickt. Gegen 10:30 Uhr erfolgt eine Entwarnung.
Seit 2025 wird dieser Probealarm regelmäßig an jedem zweiten Donnerstag im März durchgeführt. Ziel ist es, unsere Warnsysteme zuverlässig zu überprüfen und die Bevölkerung mit den Abläufen im Ernstfall vertraut zu machen.
An diesem Vormittag werden verschiedene Warnmittel getestet - darunter unter anderem Warn-Apps, Cell-Broadcast, Rundfunkdurchsagen sowie örtliche Sirenen. So stellen wir sicher, dass möglichst viele Menschen im Gefahrenfall schnell und verlässlich erreicht werden.
Ein funktionierendes Warnsystem kann im Ernstfall Leben retten. Damit das gelingt, müssen Technik, Abläufe und Kommunikation regelmäßig geprüft werden.
Ich bitte Sie daher: Nehmen Sie die Warnmeldung am 12. März bewusst wahr und informieren Sie auch Angehörige oder Nachbarn, die möglicherweise verunsichert reagieren könnten. Es handelt sich ausdrücklich um einen Test.