Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die KOMMUNALWAHL 2026 liegt nun hinter uns - und sie hat gezeigt: Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen. 58,21% von Ihnen haben am vergangenen Sonntag ihre Stimme abgegeben. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2021 (51,76%) und ein ermutigendes Signal, auch wenn wir gemeinsam weiter daran arbeiten sollten, noch mehr Menschen zur Teilnahme zu bewegen.
Das Wahlergebnis bringt Bewegung in unsere Stadtverordnetenversammlung. Die SPD geht gestärkt aus der Wahl hervor und bleibt klar stärkste Kraft. Trotz leichter Verluste behauptet sich die CDU weiterhin als zweitstärkste Kraft. Leichte Zugewinne konnte die FWG verzeichnen, sie bleibt drittstärkste Kraft. GAL und FDP mussten Einbußen verzeichnen.
Die SPD verbesserte ihr Ergebnis aus der Kommunalwahl 2021 um glatte 7% und kommt nun auf 38,93% (2021: 31,93%). Neben der SPD konnte nur noch die FWG ihr Ergebnis leicht um 0,27% verbessern. Sie liegt nun bei 21,45% (2021: 21,18%).
Alle anderen Parteien mussten Verluste verkraften. Bei der CDU waren diese allerdings nicht so stark. Sie büßte lediglich 0,87% ein und kommt nun auf 24,27% (2021: 25,14%). Die FDP konnte ihr Ergebnis aus 2021 nicht mehr halten, sie verlor 1,07% und liegt nun bei 3,44% (2021: 4,51%). Mit 5,32% war der Stimmenverlust bei der GAL am größten. Ihr Stimmenanteil liegt nun bei 11,91% (2021: 17,23%).
Spannend wurde es am Montag und Dienstag im Rathaus: Dort war beim Auszählen der kumulierten und panaschierten Stimmzettel höchste Konzentration gefragt. Mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler (52,05%) nutzte diese Möglichkeit der differenzierten Stimmabgabe - ein starkes Zeichen für das Interesse an einer gezielten Mitgestaltung. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass unsere technischen Systeme mit dieser Form der Auszählung nicht Schritt halten. Wenn moderne Technologien heute in Sekunden komplexe Daten verarbeiten können, sollte dies auch bei Wahlen möglich sein. Hier besteht aus meiner Sicht dringender Verbesserungsbedarf.
Mein besonderer Dank gilt den zahlreichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern sowie den Mitarbeitenden unserer Verwaltung. Mit großem Engagement und Ausdauer haben sie bis in die späten Abendstunden hinein eine reibungslose Auszählung sichergestellt. Dieses ehrenamtliche und hauptamtliche Engagement ist das Rückgrat unserer demokratischen Prozesse.
Nach dem vorläufigen Endergebnis der Stadtverordnetenwahl werden die SPD mit 10 Sitzen (2021: 8), die CDU mit 7 Sitzen (2021: 7), die FWG mit 6 Sitzen (2021: 6), die GAL mit 3 Sitzen (2021: 5) und die FDP mit 1 Sitz (2021: 1) im neuen Stadtparlament vertreten sein.
Keine Partei verfügt über eine absolute Mehrheit - das bedeutet: Es braucht Gespräche, Kompromissbereitschaft und den gemeinsamen Willen, Verantwortung zu übernehmen. Verschiedene Koalitionsmodelle sind rechnerisch möglich. In den kommenden Tagen und Wochen wird sich zeigen, welche Konstellation die beste Grundlage für eine stabile und zukunftsorientierte Zusammenarbeit bietet.
Auch der Blick auf die Kreistagswahl zeigt Verschiebungen in der politischen Landschaft. Die CDU geht hier als stärkste Kraft hervor. Grüne und Freie Wähler verlieren, AfD legt deutlich zu und die SPD bleibt stabil. Eine Fortsetzung der bisherigen Koalition zwischen CDU, Grüne und FWG ist schon rechnerisch nicht mehr möglich. Man wird sich also im Kreis neu suchen und finden müssen.
Die CDU verbesserte sich im Kreis von 25,3% (2021) auf 26,40%. Sie ist damit klar stärkste Kraft im Kreis, gefolgt von der SPD, deren Stimmenanteil nur leicht von 21% (2021) auf 20,23% fiel. Sie schafft damit den Sprung auf den zweiten Platz. Die AfD verbesserte sich von 7,5% (2021) auf 16,10% und ist nun drittstärkste Kraft in Kreis. Die Grünen verloren deutlich. Ihr Stimmenanteil fiel von 21,3% (2021) auf nun nur noch 13,75%. Das gleiche Schicksal teilt die FWG. Sie fiel von 11,1% (2021) auf 4,86%. Die Linke kam auf 8,15%. Die FDP erhielt 3,20%, Volt 2,59%, BSW 1,87%, Die PARTEI 1,47% und FREIE WÄHLER 1,39%.
Im gemeinsamen Ortsbeirat Staufenberg, Mainzlar und Daubringen erhielt die SPD 45,27% (2021: 44,51%) der Stimmen, gefolgt von der CDU mit 24,70% (2021: 22,62%), der FWG mit 19,60% (2021: 21,68%) und der GAL mit 10,44% (2021: 11,18%). Die neun Sitze des gemeinsamen Ortsbeirats verteilen sich mit vier auf die SPD, je zwei auf CDU und FWG sowie einen auf die GAL.
Im Ortsbeirat Treis erhielt die FWG 43,05% (2021: 43,2%), die SPD konnte mit 28,43% (2021: 12,32%) ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Die CDU büßte mit 17,20% (2021: 31,89%) fast die Hälfte ihres Stimmenanteils ein. Die GAL verlor leicht auf 7,72% (2021: 8,33%), ebenso die FDP auf 3,61% (2021: 4,26%). Die fünf Sitze im Ortsbereit Treis verteilen sich mit je zwei auf FWG und SPD sowie einen auf die CDU. Wegen ihrer geringen Stimmenanteile entfielen auf die GAL und die FDP keine Sitze.
Allen gewählten Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern gratuliere ich herzlich. Sie haben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger erhalten - ein Auftrag, den es verantwortungsvoll und mit Blick auf das Gemeinwohl zu erfüllen gilt. Mein Dank gilt ebenso allen Kandidierenden, die sich zur Wahl gestellt haben. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und verdient Anerkennung.
Die Wählerinnen und Wähler haben entschieden - nun liegt es an uns, gemeinsam die richtigen Weichen für die Zukunft unserer Stadt zu stellen. Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit für unser Staufenberg.