Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Anfang Juni durfte ich rund zwanzig interessierte Gäste zur BÜRGERSPRECHSTUNDE IM BING in Treis begrüßen. Der direkte Austausch mit Ihnen ist für mich von unschätzbarem Wert - denn nur so kann ich erfahren, wo der Schuh drückt, und Sie aus erster Hand über wichtige Projekte informieren. Heute möchte ich nun Sie, lieber Leserinnen und Leser, über die in Treis besprochenen Themen auf dem Laufenden halten.
Glasfaserausbau - ein Kraftakt für die Zukunft
An erster Stelle stand - wie so oft in letzter Zeit - der Glasfaserausbau. Schon vor Beginn der Arbeiten wurde mir von einem Bauamtsleiter aus der Nachbarschaft gesagt, dies sei die größte innerörtliche Baustelle seit dem Zweiten Weltkrieg. Damals dachte ich noch, das sei vielleicht ein wenig übertrieben. Heute weiß ich: Der Aufwand ist tatsächlich enorm.
Straße für Straße, Bürgersteig für Bürgersteig müssen Leerrohre verlegt werden. Das erfordert Geduld, Koordination und leider auch ein gewisses Maß an Baustellenalltag. Besonders herausfordernd war die Überschneidung der Ausbaustufen III und IV, wodurch in manchen Straßen gleich zwei Systeme verlegt wurden - das mag verwirrend wirken, ist aber eine Folge marktwirtschaftlicher Strukturen, die wir als Kommune nur begrenzt beeinflussen können.
In der Ausbaustufe III, die über Fördermittel von Bund, Land und Stadt realisiert wird, wurden öffentliche Gebäude wie Kita, Schule und Feuerwehrhaus sowie unterversorgte Baugebiete wie Roedegraben, Sonnenberg und Streitkopf erschlossen. Alle Gebäude - mit Ausnahme der Streitkopf-Siedlung - sind inzwischen angeschlossen. Zwar ist die Glasfaser auch im Streitkopf verlegt, jedoch dort noch nicht aktiv. Grund dafür ist ein technisches Problem mit der Leitungsführung, das jedoch in Kürze gelöst sein soll.
Die Ausbaustufe IV, in Verantwortung der Firma YplaY aus Altenstadt, umfasst den flächendeckenden Anschluss aller Haushalte und Unternehmen. Die Leitungen liegen mittlerweile in allen Straßen. Leider fehlt noch die Verbindung zum Hauptverteiler an der Ortsumfahrung bei Mainzlar - ein entscheidender Schritt, der demnächst durch den weiteren Ausbau in Mainzlar erfolgen wird.
Neue Wasserleitung - mit Hindernissen, aber erfolgreich
Ein weiteres großes Thema war die neue Wasserleitung zwischen dem Wasserwerk in Mainzlar und Treis. Während der Bau auf den ersten eineinhalb Kilometern reibungslos verlief, stieß man anschließend auf massive Felsbrocken - und unerwartet auch auf eine Wasserleitung, die nicht dort lag, wo sie laut Plänen hätte liegen sollen. Dies führte zu Verzögerungen, die viele Verkehrsteilnehmer zu Recht als belastend empfunden haben. Mittlerweile ist die Leitung jedoch fertiggestellt und in Betrieb - ein wichtiger Schritt für die sichere Wasserversorgung des Stadtteils Treis.
Der BING - Ein Ort der Begegnung nimmt Gestalt an
Auch der BING selbst war Thema der Bürgersprechstunde. Ich freue mich, dass wir mit dem Landkreis Gießen und dem Betreiberverein „Treiser Dorfleben“ konstruktive Gespräche führen konnten. Der Umbau wird es ermöglichen, im Erdgeschoss eine Begegnungsstätte für Jung und Alt zu schaffen - ein lang gehegter Wunsch vieler Treiserinnen und Treiser. Gleichzeitig wird das Obergeschoss künftig ausreichend Raum für rund 50 Schülerinnen und Schüler bieten, die bislang unter beengten Bedingungen im ehemaligen DGH und der Grundschule betreut werden.
Kleine Hinweise mit großer Wirkung
Wie wertvoll Ihre Rückmeldungen sind, zeigte sich auch in den Hinweisen auf kleinere, aber wichtige Details: So bilden sich bei starkem Regen an zwei neu geschaffenen Querungshilfen rund um den BING regelmäßig Pfützen. Ebenso wurde ein loser Kanaldeckel in der Mühlgasse angesprochen. Wir gehen diesen Hinweisen selbstverständlich nach.
Fazit: Gelebte Transparenz und Miteinander
Diese Bürgersprechstunde war für mich erneut ein Beispiel dafür, wie wertvoll der direkte Dialog mit Ihnen ist. Ihre Hinweise, Ihre Fragen und auch Ihre Kritik helfen mir und uns allen, unsere Stadt lebenswerter zu gestalten. Das ist gelebte Transparenz und bürgernahe Politik - und dafür stehe ich ein.
In den kommenden Tagen wird es in der Treiser Gemarkung wieder gelegentlich laut - nicht etwa wegen eines Festes oder Feuerwerks, sondern aufgrund eines altbewährten Hilfsmittels zur Wildabwehr: Die Treiser Jagdgenossenschaft und die örtlichen Jagdpächter stellen erneut ein KNALLSCHRECKGERÄT auf. Ein selbstrotierendes Gerät, das mit lautem Knall Krähen und Wildschweine davon abhalten soll, frisch eingesäte Felder zu verwüsten. Denn was für Spaziergänger vielleicht unsichtbar bleibt, kann für Landwirte ernste wirtschaftliche Schäden bedeuten.
Dass dieses Gerät nicht gerade geräuschlos arbeitet, ist kein Geheimnis - sein Klang erinnert nicht ohne Grund an einen Gewehrschuss. Für viele Anwohner bedeutet das eine gewisse Belastung. Deshalb ist es besonders wichtig, dass bereits vor zwei Jahren ein breiter Dialog initiiert wurde: Stadt, Ortsbeirat, Landwirte, Jagdgenossenschaft, Jagdpächter und betroffene Bürger haben sich gemeinsam an einen Tisch gesetzt - ein wertvoller Schritt in Richtung gegenseitigen Verständnisses. Heraus kam eine tragfähige Lösung, die bis heute gilt: Das Gerät wird gezielt ins Feld gerichtet, mit Abstand zu Wohngebieten aufgestellt, in der Lautstärke reguliert und in seiner Knallfrequenz deutlich reduziert.
Auch wenn die Stille damit nicht vollständig gewahrt bleibt, ist diese Maßnahme notwendig - und vor allem das Ergebnis eines gelebten Miteinanders. In diesem Sinne bitte ich die Anwohner, insbesondere in Treis und Mainzlar, um Verständnis und Nachsicht. Der Schutz unserer Landwirtschaft betrifft uns alle.
Gleichzeitig beginnt ein ganz anderer Teil des Jahres: die SOMMERFERIEN! Für unsere Kinder und Jugendlichen heißt das endlich wieder Zeit zum Ausschlafen, Spielen, Baden und für all die Dinge, die im Alltag zu kurz kommen. Ob mit Freunden unterwegs, im Urlaub oder einfach beim Entdecken der eigenen Heimat - Erholung darf jetzt im Mittelpunkt stehen. Und für alle, die in der Region bleiben: Unser Jugendpfleger Sven Iffland hat gemeinsam mit den Vereinen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm organisiert. Ein echtes Highlight für junge Entdecker!
Mein Tipp: Nutzen Sie die freien Tage doch für einen Ausflug ins schöne Lumdatal - sei es mit dem Rad oder zu Fuß. Es lohnt sich. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen sonnige Tage, eine schöne Zeit mit Ihren Lieben und vor allem: erholsame Ferien!