der Jahresanfang hat in Staufenberg inzwischen eine schöne Tradition: den NEUJAHRESEMPFANG. Auch in diesem Jahr hatten wir wieder dazu eingeladen - und gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Reiner Mehler durfte ich zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Vereinsleben im Burgmannenhaus unserer Oberburg begrüßen. Besonders gefreut hat mich dabei der große Zuspruch aus der Bürgerschaft. Das Burgmannenhaus war proppenvoll - mehr Menschen passen dort kaum noch hinein.
Ein solcher Empfang gelingt natürlich nicht von allein. Mein herzlicher Dank gilt daher den Helferinnen und Helfern der Heimatvereinigung Staufenberg, den Mitarbeitenden des städtischen Baubetriebshofs und der Liegenschaften sowie Frau Lorenz aus meinem Vorzimmer. Mit viel Engagement und Tatkraft haben sie dafür gesorgt, dass der Empfang zu einem rundum gelungenen Start ins neue Jahr wurde.
Ein echtes Highlight waren einmal mehr die musikalischen Beiträge von Anna Döll und Constanze Faulenbach. Ihre klaren Stimmen sind jedes Mal ein Genuss. Beiden Sängerinnen danke ich herzlich - verbunden mit der Hoffnung, dass sie auch künftig viele städtische Veranstaltungen musikalisch begleiten. Für den nächsten Neujahrsempfang habe ich sie jedenfalls vorsorglich schon einmal eingeplant.
Inhaltlich konnte ich den Empfang mit einer ganz frischen Nachricht eröffnen: Nur wenige Stunden zuvor hatte der Wahlausschuss alle eingereichten Wahlvorschläge für die Kommunalwahl am 15. März zugelassen. Inzwischen sind diese auch in den Staufenberger Nachrichten veröffentlicht worden. Wer dort nicht nachlesen konnte, findet alle Wahlvorschläge auch auf der städtischen Homepage unter der Kachel „Kommunalwahl 15.03.2026“.
Traditionell gehört zum Neujahrsempfang auch ein Rückblick auf das vergangene Jahr. Dieser führte uns im Januar zunächst nach Berlin, wo Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem TV 05 Mainzlar eine Urkunde für den vierten Platz beim Wettbewerb „Sterne des Sports“ überreichte. Im Februar wurde das Hochwasserrückhaltebecken Treis offiziell übergeben, im März verabschiedeten wir den Treiser Pfarrer Andreas Lenz in den Ruhestand.
Im April brachte Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck einen Förderbescheid über 12.000 EUR für das Demokratieprojekt „Dabeisein“ mit. Im Mai folgte die Vertragsunterzeichnung für zwei Windräder im Stadtwald mit dem Betreiber RWE. Der Juni stand ganz im Zeichen des Chorgesangs: Cantiamo aus Staufenberg nahm gemeinsam mit dem Gesangverein Concordia Liederkranz Ettingshausen am Deutschen Chorfest in Nürnberg teil.
Ein Dreifachjubiläum prägte den Juli - 70 Jahre Burschenschaft „Frohsinn“, 120 Jahre TV 05 Mainzlar und 150 Jahre Gesangverein Mainzlar. Im August wurde Staufenberg zum Treffpunkt eines internationalen Jugendaustauschs mit Gästen aus Tarjan (Ungarn), Mährisch-Trübau (Tschechien) und Mönichkirchen (Österreich). Im September setzte ein überparteiliches Demokratiefest vor dem BING ein starkes Zeichen für unsere Demokratie.
Im Oktober stellten Kai Laumann und Hauke Weller ihre Pläne als Investoren für das künftige Gewerbequartier Schamott vor. Im November startete die kommunale Wärmeplanung der Stadt Staufenberg und schließlich feierte im Dezember die Sängervereinigung 1865 Treis mit einem großen Konzert ihr 160-jähriges Bestehen.
Nach diesem Rückblick ging der Blick nach vorn - auf das Jahr 2026: Wir werden weiter konsequent in die Bildung unserer Kinder investieren. Dazu gehören die Übergabe der umgebauten Hausmeisterwohnung der Kita Daubringen als Gruppen- und Aufenthaltsraum, Verbesserungen der Akustik in allen vier Kitas sowie der Abschluss der Außensanierung der Mikita Mainzlar. All diese Maßnahmen dienen einem Ziel: unseren Kindern die bestmöglichen Bedingungen für ihre Entwicklung zu bieten.
Auch der barrierefreie Ausbau unserer Bushaltestellen wird fortgesetzt. Nach der Haltestelle in der Mainzlarer Straße folgen nun Umbauten in der Lollarer Straße, der Daubringer Straße und der Waldstraße. Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern Voraussetzung dafür, dass der öffentliche Nahverkehr für alle nutzbar ist.
Die größte Maßnahme des Jahres wird die grundhafte Sanierung des BING in Treis sein. Zusätzlich werden wir die ehemalige Lindenhofschule in Mainzlar zu einem weiteren Begegnungsort umbauen. Beide Projekte stehen sinnbildlich für das, was uns wichtig ist: Orte zu schaffen, die Generationen verbinden und das Miteinander stärken.
Zum Schluss wurde es noch einmal feierlich: Die Stadt ehrte die Alten Herren der Fußball SG Treis/Allendorf für ihren Kreispokalsieg 2025. Michael Schneider, Markus van Dahlen, Florian Krieb, Holger Fey und Christian Hausner nahmen die Urkunde entgegen.
Auch beim Stadtradeln 2025 gab es Grund zum Applaudieren. In der Vereinswertung fuhren die Mitglieder des Ski Clubs „Flotte Bretter Staufenberg“ mit starken 7.336 Kilometern auf Platz eins. Dahinter folgten die „Daubringer Entchen“ mit 5.816 Kilometern, während sich das Team Treis mit 5.404 Kilometern den dritten Rang sicherte. In der Einzelwertung bewies Andreas Hain mit 19 Fahrten und 1.014 Kilometern die größte Ausdauer. Platz zwei ging an Sebastian Mohr, der in 64 Fahrten 963 Kilometer zurücklegte, gefolgt von Ulrich Aumann auf Rang drei mit 41 Fahrten und 889 Kilometern.
Aus meiner Sicht war der diesjährige Neujahrsempfang erneut ein gelungener Auftakt ins neue Jahr. Möge 2026 für uns alle friedlich, erfolgreich und vor allem gesund verlaufen.
Manchmal gibt es Termine, die einfach guttun. So ging es mir in der vergangenen Woche bei einem Besuch in der Kreisverwaltung. Jugend- und Sozialdezernent Frank Ide hatte zur Übergabe von vier Förderbescheiden eingeladen - zusammen stolze 634.157 EUR. Einer davon war für unsere Stadt Staufenberg bestimmt.
Mit dieser Übergabe fand zugleich das Landesinvestitionsprogramm „Kinderbetreuung 2021 bis 2023“ seinen offiziellen Abschluss. Ein Programm, das im Landkreis Gießen durchaus Spuren hinterlassen hat: 33 Maßnahmen in Kindereinrichtungen und 51 Maßnahmen in Kindertagespflegestellen wurden gefördert, mit einem Gesamtvolumen von rund 2,25 Mio. EUR. Geld, das direkt dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird - bei unseren Kindern.
Für Staufenberg konnten wir uns gleich mehrfach freuen. Für die Kita „Am Edelgarten“ in Treis erhielten wir 36.172 EUR. Das Gebäude stammt noch aus den 1950er-Jahren und hat dank der Förderung bereits ein neues Dach bekommen. Zuvor waren schon 96.412 EUR für den Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Kita Daubringen in einen Gruppen- und Aufenthaltsraum bewilligt worden. Und auch die Zukunft kam nicht zu kurz: Für die digitale Ausstattung aller vier städtischen Kitas flossen jeweils 4.806 EUR. Unterm Strich ergibt das eine Fördersumme von 151.808 EUR für unsere Stadt.
Dafür sind wir dankbar - sehr sogar. Ohne solche Programme wären viele Investitionen im Kita-Bereich schlicht nicht möglich. Und doch bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn so hilfreich diese punktuellen Förderungen auch sind: Sie lösen nicht das strukturelle Grundproblem der Kindertagesbetreuung.
Hier lassen Bund und Land die Kommunen zu oft im Regen stehen. Es reicht nicht, pädagogisch sinnvolle und für die frühkindliche Entwicklung wichtige Gesetze zu verabschieden. Wenn deren Umsetzung allein den Kommunen überlassen wird - ohne einen ausreichenden finanziellen Ausgleich -, dann verpufft die gute Idee schneller, als das Gesetzblatt gedruckt ist.
Ich bleibe deshalb bei meiner klaren Haltung: Die Kommunen brauchen eine auskömmliche und dynamisierte Finanzierung der Kita-Betreuung, um die stetig steigenden Qualitätsanforderungen auch erfüllen zu können. Bevor neue Standards gesetzlich festgeschrieben werden, muss ihre Finanzierung geklärt sein. Alles andere ist gut gemeint - aber am Ende nicht gut gemacht.
Es grüßt Sie herzlich