Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
mit der Eröffnung unserer neuen Grundschule im Lumdatal vor gut zwei Jahren haben wir einen wichtigen Meilenstein für die Bildungslandschaft in Staufenberg erreicht. Gleichzeitig begann damit ein neuer Abschnitt für drei vertraute Orte in unserer Stadt: die ehemaligen Schulstandorte in Mainzlar, Daubringen und Staufenberg gingen vom Landkreis in das Eigentum der Stadt Staufenberg über. Gebäude, die über Jahrzehnte Orte des Lernens, der Begegnung und des Aufwachsens waren, stehen nun vor einer neuen Zukunft. Diese Zukunft wollen wir aktiv, verantwortungsvoll und im Sinne unserer Bürgerschaft gestalten.
Für den Standort Mainzlar ist der Weg bereits klar abgesteckt. Die ehemalige Lindenhofschule soll als „Haus der Vereine“ zu einer offenen Begegnungsstätte für alle werden - ein Ort, an dem ehrenamtliches Engagement, Gemeinschaft und Zusammenhalt ein Zuhause finden. Damit bleibt dieser Standort ein lebendiger Teil des Stadtlebens und knüpft an seine lange Geschichte als Treffpunkt an.
Für die ehemalige WALDSCHULE in DAUBRINGEN und die frühere GOETHESCHULE in STAUFENBERG hat die Stadtverordnetenversammlung nach intensiven Beratungen einen anderen Beschluss gefasst: Beide Standorte sollen vermarktet werden. Unser Ziel ist dabei kein kurzfristiger Verkaufserlös, sondern eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung. Idealerweise sollen hier Mehrgenerationenhäuser entstehen - mit bezahlbarem Wohnraum für Senioren, junge Familien und Singles.
Warum ist uns dieses Konzept so wichtig? Weil selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter dort besonders gut gelingt, wo Generationen unter einem Dach zusammenkommen. Wo Jung und Alt sich im Alltag begegnen, sich gegenseitig wertschätzen und unterstützen, entsteht mehr als nur Wohnraum: Es entsteht Nachbarschaft. Genau solche bezahlbaren und sozialen Wohnkonzepte brauchen wir - auch und gerade in Staufenberg.
In einem ersten Schritt nehmen wir nun die ehemalige Waldschule in Daubringen in den Fokus. Ursprünglich war vorgesehen, das Gebäude zu verkaufen und das Grundstück in Erbpacht zu vergeben. Für dieses Modell fanden sich jedoch keine Interessenten; der einzige Bewerber stellte seine Ideen der Stadtverordnetenversammlung letztlich nicht vor. Deshalb gehen wir den zweiten, ebenfalls von der Stadtverordnetenversammlung vorgegebenen Weg.
Nun soll das gesamte Anwesen der ehemaligen Waldschule - allerdings ohne die Turnhalle und den Sanitärtrakt - zum Kauf angeboten werden. Dabei haben wir klare Leitplanken definiert: Der neue Wohnraum soll im Bestand des alten Gebäudes entstehen. Mindestens 25 Prozent der Wohnflächen müssen als bezahlbarer Wohnraum ausgewiesen werden. Unter bezahlbar verstehen wir dabei eine Miete zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter. Darüber hinaus ist uns der Erhalt des alten Baumbestands auf dem Schulhof ein wichtiges Anliegen - er prägt das Gelände und trägt wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei.
Wir sind uns bewusst, dass wir damit hohe Anforderungen stellen. Doch wir sind überzeugt, dass genau darin auch eine Chance liegt: für Investoren und Projektentwickler, die nicht nur bauen, sondern gestalten wollen - sozial verantwortlich, ökologisch sensibel und mit Blick auf das Gemeinwohl. Ob und welche Interessenten sich für dieses Projekt finden werden, bleibt nun abzuwarten.
Eines ist jedoch klar: Die Entwicklung unserer ehemaligen Schulstandorte ist für uns kein Randthema. Sie ist Teil der Frage, wie wir in Staufenberg künftig wohnen, leben und zusammenhalten wollen. Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger ein, diesen Prozess aufmerksam zu begleiten. Denn es geht um Orte, die vielen von uns ans Herz gewachsen sind - und um ihre Zukunft im Dienst unserer Stadtgemeinschaft.
Zum Schluss dieser Kolumne möchte ich noch einmal tief Luft holen, die Narrenkappe lüften und all jenen Faschingsjecken danken, die uns in der gerade abgelaufenen „FÜNFTEN JAHRESZEIT“ zuverlässig daran erinnert haben, dass Ernsthaftigkeit hoffnungslos überbewertet ist und Frohsinn durchaus ansteckend sein kann.
Wie jedes Jahr nahm das närrische Schicksal seinen Lauf mit der traditionellen Prunksitzung des TV 05 Mainzlar. Unsere Stadthalle war bis auf den letzten Platz gefüllt - man hätte keine Luftschlange mehr dazwischen legen können - und die Stimmung kochte von der ersten bis zur letzten Minute wie ein Topf Glühwein auf Höchststufe. Ein Highlight jagte das nächste, kaum hatte man applaudiert, klatschte man schon wieder. Besonders die Gardetänze, die in Mainzlar seit vielen Jahren nicht nur Tradition, sondern gefühlt Hochleistungssport sind, raubten einmal mehr den Atem. Beine flogen, Röcke wirbelten, und man fragte sich unwillkürlich, ob es dafür heimlich Sondertraining gibt. Besonders erfreulich war es zudem, zahlreiche Gäste aus allen Stadtteilen begrüßen zu können - ein deutlicher Beweis dafür, welchen gesellschaftlichen Stellenwert diese Veranstaltung genießt. Die Prunksitzung des TVM bleibt damit ein leuchtender Fixpunkt des närrischen Frohsinns, sozusagen ein karnevalistischer Leuchtturm im Meer der guten Laune.
Doch Mainzlar feierte natürlich nicht allein. Auch in Treis zeigte der Elferrat, dass er keineswegs nur zum dekorativen Sitzen da ist, und veranstaltete gemeinsam mit DOKU Dienstag eine beeindruckende Prunksitzung in der Sport- und Kulturhalle. Unter dem Motto „Märchenland“ verwandelte sich die Halle in eine bunte Fantasiewelt, in der farbenfrohe Kostüme sowohl auf als auch vor der Bühne das Bild prägten. Neben mitreißenden Tanz- und Gesangseinlagen gab es spektakuläre akrobatische Darbietungen zu bestaunen, bei denen man sich fragte, ob die Schwerkraft an diesem Abend einfach Urlaub hatte.
Natürlich durfte auch in diesem Jahr ein ganz persönliches Highlight nicht fehlen: meine traditionelle Entführung in die benachbarte Grundschule im Lumdatal. Dort wurde ich - fachgerecht und mit viel Gelächter - so lange festgehalten, bis ein süßes Lösegeld gezahlt war. Man lernt daraus: In der fünften Jahreszeit ist niemand sicher, und Schokolade ist eine erstaunlich wirksame Währung.
Doch damit war die Faschingsfreude noch lange nicht erschöpft. Am Faschingssamstag ging es in der Stadthalle weiter mit der Kindersitzung des TV 05 Mainzlar, bei der die kleineren Narren den Großen eindrucksvoll zeigten, wie ausgelassen man feiern kann. Direkt im Anschluss folgte die Faschingsparty des TVT, die in diesem Jahr ganz unter dem Motto „Love & Peace“ stand. Entsprechend friedlich - und vor allem fröhlich - wurde bis tief in die Nacht hinein gefeiert, getanzt und vermutlich auch darüber diskutiert, ob man am nächsten Tag wirklich so heiser klingen muss.
Der Faschingsdienstag gehörte schließlich ganz den jüngsten Jecken. Beim Treiser Kinderfasching in der Sport- und Kulturhalle sowie bei der Kinderfaschingsparty des SV Staufenberg in der Stadthalle konnten sich die kleinsten Narren noch einmal so richtig austoben, bevor Konfetti und Kostüme langsam wieder in Kisten verschwanden.
Nun ist die närrische Zeit erst einmal vorbei - sehr zum Bedauern der einen, aber sicherlich auch zur stillen Erleichterung der anderen, die ihre Stimme, ihren Schlaf oder ihre Wohnzimmerdeko zurückhaben möchten. Doch eines ist sicher: Die unzähligen Mitwirkenden, ob groß oder klein, haben auch in diesem Jahr wieder Großartiges geleistet. Dafür kann man nur sagen: Macht weiter so! Viele Staufenberger zählen innerlich bereits die Tage bis zur nächsten Faschingssaison - Helau schon jetzt.