Titel Logo
Amtsblatt Lollar
Ausgabe 27/2019
Stadtnachrichten
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Volles Maria Juchacz Haus der AWO

Frohsinn und Gesang bei Kaffee und Kuchen bereitete der AWO Ortsverein Lollar/Stfbg e. V. im vollbesetzten Altenclub am 12. Juni 2019. Es mussten sogar noch Tische und Stühle gestellt werden. Frau Leinweber konnte nicht nur Heimbewohnerinnen und Heimbewohner begrüßen, sondern auch Angehörige und Besucher. Das Duo „Anja und Harald“ brachten ein sehr schönes Programm, es wurde gesungen, geschunkelt und getanzt.

In Vertretung von Bürgermeister Dr. Wieczorek, der verhindert war, nahm Frau Ortsvorsteherin Edith Klinkel teil.

Ja, sagte Frau Leinweber, wir leben in einer schnellen Zeit, wo man kaum noch mitkommt, alles hastet, rennt und keiner hat Zeit. Wenn unsere Großeltern in die Gegenwart zurückkehren könnten, um in unserem Alltag zu leben, würden sie erschrecken und erstarren. Sie könnten sich beim besten Willen nicht mehr zurechtfinden. Nicht allein im Irrgarten unserer Technik wären sie ratlos, sondern viel mehr im Wirrwarr unserer Meinungen und Ansichten und Moralbegriffe. Unsere Ahnen strebten als Lebensziel noch nach dem „Edlen Menschen“ Ehre, Wahrheit, Bescheidenheit, Fleiß, Gottesgläubigkeit, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Sparsamkeit, Pflichterfüllung, Vertrauen und Selbstvertrauen waren die Ideale jener längst vergangenen Tagen.

In unserer Zeit würden unsere Großeltern ebenso hilflos dastehen wie mancher unserer Generation. Die meisten von uns haben kein Vertrauen mehr in das, was andere sagen, versprechen und tun. Unser Selbstvertrauen ist brüchig geworden, weil es kaum noch etwas gibt, auf dem sich das Eigenwertgefühl aufbauen lässt. Computer und Automaten leisten mehr und sind präziser als Menschen. Von „Unserer Hände Arbeit“ allein - buchstäblich gemeint - können sich nur wenige wirklich ernähren. Wer blindlings vertraut, wird oft betrogen:

Wer geschickt betrügt, hat vielfach den größeren Erfolg. Nicht der Bescheidene wird geehrt, sondern jener der sich das größte Stück vom Kuchen nimmt. Profit und Vorteil gelten als erstrebenswert. Pflichterfüllung? Schon das Wort erscheint altmodisch.

Frau Leinweber bedankte sich noch bei allen Helferinnen und Helfern, der Haustechnik, den Alltagsbegleitern, dem AWO Ortsverein, der Stadt für die finanzielle Unterstützung und bei Anja und Harald, die uns schon viele Jahre mit ihrer Musik erfreuen.

Inge Leinweber
Ehrenamt Seniorenarbeit AWO