Titel Logo
Amtsblatt Lollar
Ausgabe 38/2019
Stadtnachrichten
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Lollarer Senioren in Bad Ems

Der Seniorenbeirat hatte eingeladen zur Tagesfahrt nach Bad Ems. Nachdem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingesammelt waren, startete der Bus um 9 Uhr in Lollar entlang der Lahn.

Die Lahn ist neben der Mosel und der Ahr der schönste Nebenfluss des Rheins, nicht zuletzt durch den Zusammenklang von unberührter Natur und kunstgeschichtlich bedeutungsvolle Bauwerke. Sie entspringt außerhalb Hessens im Rothaargebirge, durchströmt in breitem flachem Tal das Hinterland und das Marburger Bergland und trennt in engem, felsigem Lauf die Gebirge Westerwald und Taunus. Charakteristisch für die vielen Burgen, Klöster, Stiftskirchen und alten Städten ist ihre malerische Lage auf schroffen, steil zum Fluss abfallenden Felsen. Schon das Mittelalter wertete diese Bergsituation nicht nur wehrtechnisch, sondern auch künstlerisch aus, und der Barock gestaltete bewusst das landschaftliche Bild. Zwei Herrscherhäuser bestimmten wesentlich die Geschicke des Tales, am Unterlauf die Grafen von Nassau, am Oberlauf die hessischen Landgrafen. Wichtig waren die zahlreichen Marmorbrüche des Unter- und Mittel-laufs als auch die Eisenerzfunde am Oberlauf.

An der Stelle, wo heute die elegante Badestadt Bad Ems sich mit ihrer vornehmen, meist von klassizistischen Häusern des 18. und 19. Jh. bestandenen Hauptstraße (Römerstraße) und dem prunkreichen Kurhaus längs der Lahn erstreckt, kreuzte in römischer Zeit der Limes den Fluss.

Um 11 Uhr startete das Schiff und wir erfreuten uns vom Wasser aus an der beeindruckenden Kulisse sowie rechts und links an den schönen Bauwerken. Nach diesen Eindrücken spazierten wir durch den Kurpark, mit all seinen alten schönen Bäumen, zum Bad Haus. Hier erwartete uns ein reichhaltiges Büfett. Nach dem guten wohlschmeckenden Essen, kamen die Reiseführer und stellten uns sehr informativ Bad Ems vor.

Im Jahre 880 wurde Bad Ems erstmals urkundlich erwähnt.

Im 17./18. Jh. galt Bad Ems als einer der berühmtester Badeort Deutschlands. In dieser Zeit entstanden wichtige Bauwerke, vor allem 1709 bis 1725 das fürstliche Oranien-Nassausche Badehaus, das mit wohl ältesten Brunnenhalle Deutschlands, heute im Ostteil des Kurhauses

(Hacker’s Grandhotel erhalten ist.

Seine Glanzzeit erlebte Bad Ems im 19. Jh. „Weltbad“ und Sommerresidenz zahlreicher europäischen Monarchen und Künstler unter anderem Kaiser Wilhelm, die Zaren Nikolaus I. und Alexander II. von Russland, Richard Wagner, Wassilli Wereschtschagin, Fjordor Michailowitsch Dostojewski ect.

Sehr beeindruckt hat uns das Kursaalgebäude mit dem Marmorsaal und Kurtheater von 1839 - 41. Das Schmuckstück begeisterter auch von Außen durch seine malerische Flusslage und die Russisch Orthodoxe Kapelle mit vergoldeter Zentralkuppel 1874 - 76.

Zum Abschluss war ein Halt am Benedetti Stein.

1870 fand auf der Kurpromenade das berühmte Gespräch zwischen König Wilhelm I. von Preußen und dem Botschafter Frankreichs, Benedetti, statt, das zu der folgenschweren „Emser Depesche“ Bismarcks und zum Deutsch-Französischen Krieg führte.

Nach der kurzweiligen und informativen Stadtführung mit dem Schwerpunkt Geschichte war noch etwas Zeit zum Kaffeeplausch. Ein schöner Tag neigte sich dem Ende. Wir bedankten uns ganz herzlich bei dem netten und kompetenten Busfahrer für diese angenehme Fahrt, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Inge Leinweber
Vorsitzende des Seniorenbeirates